Project Life: Fotobuch-Konzept zur Konservierung von Erinnerungen

Strawberry GroupShot
Wer kennt das nicht: Schon nach wenigen Wochen verschwimmen Erinnerungen an Kleinigkeiten, die uns gestern noch Freude gemacht haben und die wir nicht vergessen wollten. Fotoalben oder -bücher helfen bekanntermaßen dabei, Erinnerungen zu konservieren, aber vielen gelingt es nicht, sie im hektischen Alltag zu pflegen. Und wer erst am Jahresende einen Rückblick auf die letzten 12 Monate erstellt, hat viele liebenswerte kleine Details schon wieder vergessen.

Genau dies bewog die amerikanische Fotobuch-Gestalterin Becky Higgins, sich ein System namens „project life“ auszudenken, das auch hierzulande immer beliebter wird. Der Grundgedanke von Becky Higgings war, dass es wichtig ist, regelmäßig und über eher kurze Zeiträume Fotos und weitere Erinnerungsstücke in einem Album zu sammeln. Damit das auch in stressigen Wochen möglich ist, hat sie spezielle Klarsichthüllen zum Einheften in ein Ringbuch-Album konzipiert. Diese umfassen mehrere Taschen (siehe Abbildung), in die Fotos in den typischen Standardgrößen passen. Damit kann der Gestaltungsaufwand klein gehalten werden.

Strawberry Spread
Außerdem wird das System durch passende kleine Erinnerungskärtchen ergänzt, die auf der Rückseite nette grafische Motive enthalten und auf der Vorderseite mit kurzen Texten selbst beschrieben werden können. In der Kombination von Erinnerungskärtchen und eigenen Fotos entsteht auch von Ungeübten eine ansprechend aussehende Seite – und das meist erheblich schneller als bei einem konventionellen liebevoll gestalteten Album. Hier ein Beispiel von Barbara Haane, die auch das beliebte Webmagazin „Scrap Impulse“ für Fotobuchgestalter betreibt:

Wer mag, kann seine Seiten natürlich auch beliebig aufpeppen und in die Taschen etwa Erinnerungsstücke wie Eintrittskarten oder getrocknete Blumen stecken. Auch eigene grafische Gestaltungen etwa mit Stempeln oder bunten Klebebändern sind natürlich möglich. Becky Higgins kommt aus der Scrapbooker-Szene (siehe dazu unseren Artikel „Trend Scrapbooking“) und viele der Project Life-Teilnehmer hierzulande auch, so dass man im Internet zahlreiche Beispiele für kreative Ergänzungen finden kann. Überhaupt besteht eine recht lebendige „project life“-Fangemeinde im Internet, die sich auf Blogs austauscht und gegenseitig zum Weitermachen bewegt.

Spätestens nach dem ersten Jahr sind viele dann ganz von selbst motiviert, wenn sie ihren eigenen Erinnerungsspeicher in Händen halten. Die „project life“-Teilnehmerin Barbara Haane jedenfalls berichtet auf Ihrem Blog von ihren Eindrücken: „Der Wahnsinn, ist das mein Leben gewesen, im vergangenen Jahr? Habe ich das alles erlebt? Ja, habe ich, und hätte ich fast alles schon wieder vergessen, im Hamsterrad des Alltags. (…) Wenn man mit offenen Augen (und der Kamera) durch die Welt geht, und das lernt man durch Project Life, merkt man oft erst, wie erfüllt der scheinbar belanglose Alltag sein kann.“

Fotobuch selbstgemacht 06 / 2014

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