Trend Scrapbooking - Fotobücher schön verziert

Scrapbooking Beispiele, Pinterest
Um Fotobücher aufzupeppen, greift auch hierzulande eine Bewegung aus den USA und Großbritannien immer mehr um sich: „Scrapbooking“. Der englische Begriff „scrap“, der sich mit „reißen“ oder auch „Schnipsel“ übersetzen lässt, verweist darauf, dass traditionelle Scrapbooker viel mit Papieren arbeiten, die sie zur Verzierung ins Album einkleben. Das Spektrum reicht dabei von hübschem Geschenkpapier als Seitenhintergrund über Schleifen bis hin zu Glanzpapier-Oblaten (siehe Abbildung). Oft steht ein ausdrucksstarkes Foto im Mittelpunkt, dessen Stimmung mit den Zusatzelementen betont wird. Wer Beispiele und Inspiration sucht, findet sie zum Beispiel mit einer Internet-Suche nach „Scrapbook Beispiele“ oder noch einfacher beim Portal Pinterest unter dem Stichwort „Scrapbook“.

Scrapbooking, Photoshop - Ebenen
Quelle: “Das eigene Fotobuch”
Im Zeitalter des digitalen Fotobuches sind die Scrapbooker nicht beim Einkleben geblieben, sondern scannen Papier und Zierelemente ein. Beim „digital Scrapbooking“ benötigt man weniger Geschick an der Schere und bekommt keine verklebten Finger mehr. Dafür muss man beim Gestalten etwas mehr Geduld mitbringen, denn oft müssen Elemente in mehreren Ebenen übereinander gelegt werden. Viele Scrapbooker nehmen dazu Bildbearbeitungsprogramme wie Photoshop zur Hilfe, aber es geht auch einfacher.

So wirds gemacht

Scrapbooking-Cliparts
Viele kostenlos herunterladbare Programme der Fotobuchhersteller bringen schon eine Fülle an Hintergründen und Verzierungselementen mit. Letztere haben je nach Anbieter unterschiedliche Namen. Bei einigen heißen sie ClipArt, bei anderen Sticker. Zahlreiche Dienstleister bieten die Option, weitere Elemente nachladen zu können. Damit öffnet sich oft eine wahre Fundgrube.

Eigene Motive erstellen

Leider sehen die Motive in den kostenlosen Fotobuchprogrammen oft nicht so aus, wie man sie in den Scrapbook-Vorbildern sieht. Wer besonders schicke und ausgefallene Elemente haben möchte, muss sie selbst besorgen. Das ist aber gar nicht schwer: Hintergründe kann man sehr einfach selbst scannen oder abfotografieren. Ein Besuch in einer gut sortierten Papierabteilung eines Kaufhauses oder Bastelladen bietet eine große Auswahl an besonderen Kartons, z.B. mit Musterprägung.

Etwas schwieriger wird es mit Schleifen und Borten. Diese zu bekommen und abzufotografieren ist noch leicht. Damit sie wie reale Schleifen und Borten aussehen, muss man das Bild aber noch so bearbeiten, dass der Hintergrund transparent wird. Das für Fotobücher dazu am besten geeignete Format ist PNG mit Transparenz. Bei Elementen mit transparentem Hintergrund ist jedoch zu beachten, dass diese nicht von allen Fotobuch-Programmen unterstützt werden. Bei einigen Anbietern, werden sie mit (weißem) Hintergrund oder gar nicht angezeigt. Möchte man sie verwenden, sollte man das vorab klären (z.B. beim Support des Anbieters oder in Testberichten im Internet).

Verzierungselemente aus dem Netz besorgen

Einfacher als die eigene Digitalisierung von Schmuckelementen ist es, fertige aus dem Netz zu laden. Dazu gibt es eine Fülle von spezialisierten Websites – vor allem im englischsprachigen Bereich. Als sehr umfangreiche Plattform sei Oscraps genannt. Dort findet man sogar von Designern speziell für Scrapbooks gezeichnete Elemente. Allerdings sind diese oft kostenpflichtig (in der Regel unter 10 Euro beziehungsweise Dollar).

Anordnung im Buch mit Ebenen

Sind die Elemente besorgt, können sie wie Fotos ins Buch eingefügt werden. Dabei muss man für komplexere Gestaltungen mit mehreren Ebenen arbeiten. Experten empfehlen dabei, von unten nach oben zu arbeiten, also beim Hintergrund zu beginnen. Die Fotobuch-Spezialistin Petra Vogt nennt das „Tischdecken-Prinzip“, denn beim Decken eines Tisches geht man ähnlich vor: Man beginnt mit der Decke und ordnet darauf die Teller (im Fotobuch wären das die eigenen Aufnahmen) an. Verzierungselemente wie Blumen (im Scrapbook wären das die Borten und Schleifen) kommen am Schluss.

Muss doch einmal ein Objekt nach vorne geholt werden, bieten die allermeisten Fotobuch-Programme dafür spezielle Funktionen. Meist gibt es die Option „in den Vordergrund“ beziehungsweise „in den Hintergrund“ und „nach vorne“ beziehungsweise „nach hinten“. Bei letzteren wird das Objekt nur eine Ebene nach oben oder unten bewegt. Das ist vor allem dann relevant, wenn Sie sehr viele Objekte übereinander verwenden.

Fotobuch selbstgemacht 04 / 2014

1 Bewerten  |  Drucken  |  Weiterempfehlen
4 Kommentare

Oscraps ist nur die Spitze des Eisberges, wenn es um Produkte für das digitale Scrapbooking geht. Es gibt sehr sehr viele Online Shops, in denen man digitale Scrapbook Kits kaufen kann. Und ganz ehrlich, in der Software der Fotobuchcompany würde ich keine einzelnen Elemente einbauen, sondern nur komplette Seiten, die vorher mit einem Programm with Photoshop o.ä, erstellt wurden. Dann hat man viel mehr Möglichkeiten, als mit der Fotobuchsoftware, die eher auf einen einfachen Look abzielt. Rikki http://rikkidonovan.com/digitalscrapbookinghilfe/

von Rikki
02. April 2014, 17:18:36 Uhr

Hallo, meiner Erfahrung nach ist der Trend auch noch lange nicht vorbei - beim digitalen Scrapbooking sowieso nicht, aber auch beim analogen. Gestern in der Hamburger Filiale einer große Kette von Bastelläden sah ich jedenfalls fast eine ganze Wand mit Scrapbooking-Material und zwei Damen mit entsprechendem Material standen nachher vor mir an der Kasse.

von Petra Vogt (Fotolotsin)
02. April 2014, 10:16:30 Uhr

Hallo Detlev, es stimmt, dass Scrapbooking auf der Paperworld und auch auf der photokina ein Thema war. Damals ging es da aber noch nicht digital wie jetzt zu. Schaut man auf Pinterest und in Blogs, so ist dieses Thema aktueller denn je.

von Prophoto-Team
02. April 2014, 09:33:19 Uhr

Der Trend ist aber eher schon wieder vorbei. War vor einigen Jahren auf der Paperworld plötzlich "in" und verschwand in Deutschland wieder. Zwei Papierfirmen in Deutschland hatten Scrapbooking im Programm. Hatten auch einen Artikel in fotoGEN. Den meisten Fotografen war es etwas zu kitschig.

von Detlev Motz
02. April 2014, 09:24:02 Uhr

Artikel kommentieren
* Diese Felder müssen ausgefüllt werden