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Das Jahrhundert der Bilder 1949 bis heute

Das HB-Männchen und die „Bravo“, das Sgt. Pepper-Album und Che Guevara, der Tod Benno Ohnesorgs und der Kniefall Willy Brandts, das „Napalm-Mädchen“ in Vietnam und der Kapuzenmann in Abu Ghraib, der Fall der Berliner Mauer und die brennenden Türme von New York - mehr als jede Zeit zuvor ist das 20. Jahrhundert ein Jahrhundert der Bilder. Die Neuerscheinung „Das Jahrhundert der Bilder 1949 bis heute“ erzählt uns die visuelle Geschichte der letzten sechzig Jahre. Es zeigt die Schlüsselbilder, die die Welt bewegten, und die imaginierten Welten, die zu kollektiven Bildern dieser Epoche wurden. Es erzählt die Geschichte ihrer Entstehung, ihrer Benutzung und ihrer Wahrnehmung. Es spannt den Bogen von der Postkarte bis zu den digitalen Medien der Jetztzeit. In mehr als 500 Bildern aus Politik, Kultur und Gesellschaft entsteht ein ganz neues, einzigartiges Geschichtsbuch der internationalen und der deutschen Nachkriegszeit.

Der Bildatlas, wie der Autor Gerhard Paul in der Einleitung sein Werk beschreibt, lädt zu einer etwas anderen Besichtigung des zurückliegenden Jahrhunderts ein. Die Besichtigung ist ein Streifzug durch das kulturelle Gedächtnis eines jeden einzelnen mit vielen neuen Entdeckungen. Dem Bildatlas liegt die Annahme zugrunde, das die Geschichte des zurückliegenden Jahrhunderts wesentlich von den visuellen Medien und Praxen mitgestaltet wurde und sich zugleich in Bildquellen überliefert. Visuelle Massenmedien leisten eine Funktion sowohl bei der Konstruktion von Gegenwart als auch bei der Formatierung von Geschichte. Der Bilderatlas versammelt nationale wie internationale Medienikonen aus den Bereichen Politik, Kultur, Kunst, Werbung, Wissenschaft und Technik sowie vereinzelt auch Architektur. Neben den Medienikonen stehen die wichtigsten Schlagbilder des Jahrhunderts, die massenwirksam und folgenreich die zentralen Feindbilder dieses „Zeitalters der Extreme“ in öffentliche Bilder übersetzen. Ausgewählten zentralen Schlüsselbildern, die im institutionalisierten Erinnerungsprozess in Museen, Fernsehdokumentationen, Schulbüchern und populären historischen Darstellungen eine bedeutende Rolle spielen, wird im Bilderatlas ebenso Raum gegeben wie einzelnen Bildclustern aus Filmen und Fernsehsendungen. Thematisch kreisen die ausgewählten Bilder um die sechs politisch-kulturellen Leitthemen „Gewalt, Krieg und Genozid“, „Revolution und Umbruch“, „Gender und Generation“, „Mobilität“ (national, geographisch, sozial), „Medialisierung“ (Politik, Propaganda, Werbung), „Wissenschaft und Technik“, die Gegenstand der verschiedenen Bildmedien des 20. und beginnenden 21. Jahrhunderts waren. Durch die Fokussierung auf diese Leitthemen lassen sich etliche Sujets und Bildgruppen herauskristallisieren, die über den gesamten Untersuchungs- und Darstellungszeitraum zu verfolgen und damit in ihren Veränderungen zu vergleichen sind. Verlag Vandenhoeck & Ruprecht, 798 Seiten, gebunden, vierfarbig, ISBN 978-3-525-30012-1, € 39,90 (D).
 

Fotobücher 11 / 2008

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