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„Eyes on Paris“ - Paris im Fotobuch 1890 bis heute

„Eyes on Paris“ beschreibt zum ersten Mal die wichtigsten Fotobücher zu Paris von etwa 1890 bis heute zusammengefasst in einen Werk. Autor Hans-Michael Koetzle (DGPh), Gastkurator der gleichnamigen Ausstellung, die noch bis 8. Januar 2012 in den Deichtorhallen, Hamburg, zu sehen ist, erläutert in seinem Vorwort dazu: „Wichtig meint nicht nur schön, gut gemacht, gut gedruckt, fotografisch innovativ, in sich stimmig, plausibel in der Narration“. Er stellt klar, dass seine Auswahl von etwa 130 internationalen Titeln über die französische Metropole bewusst auch Nischen auslotet und somit versucht, die Dimension einer im Prinzip unermesslichen Bibliothek zumindest zu skizzieren. Denn die Liebesbeziehung zwischen Paris und der Fotografie ist doppelt zu sehen: In Paris wurde 1839 das Lichtbild erstmals einer staunenden Weltöffentlichkeit vorgestellt und die Stadt war umgekehrt sofort Hauptmotiv des neuen Mediums. Heute darf festgestellt werden: Paris ist mit Sicherheit die am meisten fotografierte Stadt der Welt. Zwangsläufig sind bis heute Hunderte von Büchern über die französische Hauptstadt entstanden, viele Fotografen brachten im Laufe der Jahre gleich mehrere Titel heraus. In einführenden Texten zu „Eyes on Paris“, Untertitel „Von Eugène Atget bis Thomas Zacharias“, beschreibt Hans-Michael Koetzle zunächst, wie Fotografen Paris sehen und wie sich deren Sichtweise im Laufe der Zeit verändert hat. Hans Christian Adam beschäftigt sich unter dem Titel „Paris und der frühe Bildband“ von „frühen Versuchen, das Foto ins Bild zu bekommen“, Thomas Wiegand stellt unter dem Titel „Paris für Nachzügler“ fest, dass sie sowohl von der Bebilderung als auch der Gestaltung her alle eine gewisse Tendenz zur Nostalgie haben. Das Thema des Beitrags von Christoph Schaden ist „Paris und seine Photobuch-Reprints aus den Jahren 1977 bis 2009“ und vergleicht dabei weniger gute oder übertriebene mit vollkommen gelungenen Faksimiledrucken. Der Hauptteil des opulenten Werks beschreibt in chronologischer Reihenfolge mit ausführlichen Texten und umfassender Bebilderung die zwischen 1890 und heute erschienenen 130 beispielhaften Bücher über Paris. Jeder Titel wird in Bezug auf sein Konzept dargestellt, ausgewählte Doppelseiten belegen die Besonderheit eines jeden einzelnen Buchs. „Eyes on Paris“ ist damit ein Buch, das auch die Fotografie-, Kultur- und Zeitschichte dieser großartigen Stadt reflektiert.

München, Hirmer Verlag, 420 Seiten mit zirka 900 Abbildungen, Format 30,5 × 24,5 cm, ISBN 978-3-7774-4131-3, € 49,90.

Fotobücher 10 / 2011

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