Kennedy in Berlin - Dokument eines historischen Staatsbesuchs

Kennedy in Berlin - Dokument eines historischen Staatsbesuchs
Wenige Ereignisse der jüngeren deutschen Geschichte sind so sehr Teil der kollektiven Erinnerung wie John F. Kennedys Deutschland-Besuch von 1963. Ulrich Mack hat die hoch emotionale Reise damals mit der Kamera begleitet. Der Bildband präsentiert die besten Bilder seiner weitgehend unveröffentlichten Reportage. Der junge Fotograf, seinerzeit im Team der auflagenstarken Zeitschrift Quick, gehörte zum Pressepool und war einer der wenigen Medienleute, die die komplette Deutschland-Visite des amerikanischen Präsidenten von der ersten Minute bis zum Abschied begleiten und fotografisch dokumentieren konnten: Von der Landung am Sonntag, den 23. Juni, auf dem Flughafen in Köln-Bonn und den Besuchen beider Städte, den Zwischenstopps in Hanau, Frankfurt und Wiesbaden bis zum Höhepunkt der Reise, dem Auftritt Kennedys in Berlin, bis zu dessen Abreise am Mittwoch, den 26. Juni. Seine Fotografien sind daher Dokumente von zeitgeschichtlicher Bedeutung und spiegeln zugleich die emotionale Stimmung jener Junitage des Jahres 1963 wider. „In seiner direkten, betont sachlichen, gesuchte Blickwinkel oder irritierende Perspektiven vermeidenden Fotografie folgt Ulrich Mack dem Protokoll, gestattet sich aber auch Szenen am Rande, Bilder, die das Emotionale der Visite illustrieren sollen. So oszilliert Macks Reportage zwischen Close-up und Totale, großer Geste und intimem Augenblick“, beschreibt Hans-Michael Koetzle die Arbeitsweise des damals jungen, später hochdekorierten Fotografen und Fotolehrers. Während Koetzles Beitrag unter der Überschrift „Der Gast, der Deutsche in Ekstase bringt“ sich zur Kennedy-Reportage des Fotografen Ulrich Mack äußert, beschreibt Egon Bahr, der ehemalige Bundesminister und Architekt der deutschen Ostpolitik, vor allem Kennedys Auftritt in West-Berlin und der FAZ-Redakteur Jasper von Altenbockum unter der Überschrift „Das erste Sommermärchen“ wie mit John F. Kennedy zusammenwuchs, was zusammengehört und reflektiert hier vor allem dessen historische Worte „Ich bin ein Berliner“. Kennedys Karteikarte, auf der sich dieser in Lautschrift – neben zwei weiteren Sätzen – diese Worte notiert hatte, ist am Ende des neuen, im Hirmer-Verlag erschienenen Buchs ebenfalls abgebildet. (vZ)

München, Hirmer Verlag, Ulrich Mack, Kennedy in Berlin, Herausgeber: Hans-Michael Koetzle (DGPh), mit Texten von Jasper von Altenbockum, Egon Bahr und Hans-Michael Koetzle, 144 Seiten mit zahlreichen Abbildungen, Format: 24,5×27,5 cm, gebunden, ISBN 978-3-7774-2030-1, € 29,90.

Fotobücher 04 / 2013

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