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Max Berek - Schöpfer der ersten Leica Objektive

Über die Entstehung der Leica und ihre Geschichte sind viele Bücher geschrieben worden. Die Kamera ist untrennbar mit dem Namen ihres Erfinders und genialen Konstrukteurs Oskar Barnack verbunden. Dass die Leica nicht nur für viele Fotografen und technisch Interessierte in aller Welt zum Mythos wurde, hat diese Kamera insbesondere auch den von Professor Max Berek gerechneten Objektiven zu verdanken. Erst mit deren vorzüglicher Abbildungsleistung konnte die Barnack'sche Idee von der Herstellung großer und großartiger Bilder von kleinen Negativen verwirklicht werden und sich durchsetzen.

Zum 60. Todestag von Max Berek (1886 - 1949) am 15. Oktober 2009 ist ein Buch erschienen, das an die großen Leistungen dieses Forschers und Gelehrten erinnert, die er für die Leitz-Werke in Wetzlar und die deutsche feinmechanisch-optische Industrie erbracht hat. Auf den Gebieten der Mikroskopie und der fotografischen Optik hat Berek in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts Maßstäbe gesetzt.

Die jetzt vorliegende Biografie dieses am 16. August 1886 geborenen, bedeutenden Wissenschaftlers wurde von Dr. Knut Kühn-Leitz, Enkel des Unternehmers und Wegbereiters der Leica, Dr. Ernst Leitz II, herausgegeben. Sie enthält Beiträge verschiedener fachkompetenter Autoren:

  • Die Tochter von Max Berek, Ulrike Roeser-Berek, berichtet in den Erinnerungen an ihren Vater von seiner Familie, seiner Jugend im oberschlesischen Ratibor, der Studienzeit in Berlin und den vielen Jahrzehnten in seiner zweiten Heimat Wetzlar.
  • Rolf Beck zeichnet die steile Karriere Bereks vom wissenschaftlichen Mitarbeiter zum Leiter der Wissenschaftlichen Abteilung bei Leitz nach.
  • Im Kapitel „Ernst Leitz und Max Berek” schildert Knut Kühn-Leitz die vielen Gemeinsamkeiten der beiden großen Persönlichkeiten.
  • Olaf Medenbach erläutert mit seinen Beschreibungen von vielen Produkterfolgen, wie es Max Berek gelang, Leitz zum Marktführer für Polarisationsmikroskope zu machen.
  • Von den Anfängen der Fotografie über die frühen Fotoobjektive von Leitz um 1900 bis zu den ersten Leica Wechselobjektiven spannt Günter Osterloh den Bogen und berichtet darüber, wie Max Berek mit seinen Mitarbeitern ein immer anspruchsvolleres System schuf.
  • Mit welcher Genialität und mit welchem Arbeitseinsatz Berek und seine Optikrechner bei Leitz damals Hochleistungsobjektive zur Leica entwickelten und wie diese heute gerechnet werden beschreibt Wolfgang Vollrath detailliert.
  • In seiner kunsthistorischen Betrachtung zeigt Christoph Schaden auf, wie die neue, kleine und leichte Leica mit der Möglichkeit, 36 Aufnahmen in Folge machen zu können, zusammen mit dem schnellen Objektivwechsel die Welt der Fotografie und der gedruckten Medien nachhaltig verändert hat.
  • Auch Berek selbst kommt zu Wort, unter anderem mit einem Aufsatz, der im Leica Brevier von 1949 veröffentlicht wurde. Darin gibt er zum Beispiel seine Überlegungen preis, von denen er sich beim Errechnen von Leica-Objektiven leiten ließ.

Für seine großartigen wissenschaftlichen Arbeiten und vielbeachteten Veröffentlichungen wurde Max Berek mehrfach geehrt und ausgezeichnet. Zahlreiche Apparaturen und Vorrichtungen für mineralogische Untersuchungen tragen das Präfix „Berek” nach ihrem Erfinder und Konstrukteur, wie beispielsweise der Berek-Kompensator, der Berek-Zweiblendenkondensor und das Berek-Photometer. Auf der Weltausstellung 1937 in Paris erhielt er für seine Verdienste um die Entwicklung der Leica-Objektive einen persönlichen Grand Prix.

Das jetzt vorliegende, 191 Seiten umfassende Werk ist mit vielen Fotos bebildert, darunter auch bisher unveröffentlichte historische Aufnahmen. So ist eine Dokumentation entstanden, die dem Leser dieses Buches ein anschauliches Bild vom Menschen Max Berek und seinem Wirken vermittelt.

Herausgeber Knut Kühn-Leitz, mit Beiträgen von Ulrike Roeser-Berek, Rolf Beck, Knut Kühn-Leitz, Olaf Medenbach, Günter Osterloh, Wolfgang Vollrath und Christoph Schaden, 191 Seiten, 75 Schwarzweißfotos in Duoton und 31 weitere Abbildungen, 16,5 x 23,5 cm, Lindemanns Verlag, Stuttgart, ISBN 978-3-89506-284-1, € 19,80.
 

Fotobücher 01 / 2010

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