Sebastião Salgado, Genesis - Fotografische Hommage an unseren Planeten

Sebastião Salgado, Genesis - Fotografische Hommage an unseren Planeten
„Genesis“, das neueste, opulente Werk des großen, vielfach, beispielsweise 1988 mit dem Dr.-Erich-Salomon-Preis der DGPh, ausgezeichneten Fotografen Sebastião Salgado hat das Ziel, unser Bewusstsein dafür zu schärfen, wie kostbar die letzten unberührten Winkel unserer Welt sind – für uns selbst wie für zukünftige Generationen. Und was eignete sich dafür besser, als uns die Schönheit dieser Welt vor Augen zu führen? Der Bildband ist in fünf Kapitel gegliedert, jedes eine Region unseres Planeten repräsentierend. Salgado zeigt uns mit beeindruckenden Schwarzweißfotografien die letzten Naturräume – Wüsten, Meere, Urwälder -, die dem Zugriff unserer modernen Zivilisation noch entgangen sind, ebenso wie die Menschen und Tiere, die in ihnen leben, vor allem aber die wunderbaren Landschaften der Erde. „Rund 46 Prozent des Planeten sind noch immer in dem Zustand, in dem er sich bei seiner Entstehung befunden hat“, erinnert Salgado.

Der Fotograf hat in acht Jahren mehr als 30 Reisen unternommen – in kleinen Propellermaschinen, zu Fuß, mit dem Schiff, im Kanu und sogar im Fesselballon. Dabei trotzte er klimatischen Extremen und lebensbedrohlichen Situationen, um Bilder zu sammeln, die uns Natur, Tierwelt und eingeborene Völker in atemberaubender Pracht vor Augen führen. Seine einzigartigen Schwarzweißaufnahmen erinnern in ihren Schattierungen und Grauabstufungen ebenso wie den Hell-Dunkel-Kontrasten an alte Meister wie Rembrandt oder Georges de La Tour.

Der großformatige, jetzt im Taschen-Verlag, Köln, erschienene Bildband entführt uns in die archaische Vulkanlandschaft der Galapagosinseln, zeigt uns die Seelöwen, Kormorane, Pinguine und Wale in der Antarktis und im Südatlantik, die Alligatoren und Jaguare des brasilianischen Urwalds und das Großwild Afrikas. Wir begegnen dem isoliert lebenden Volk der Zo’é-Indianer im tiefsten Regenwald am Amazonas, den Korowai in West-Papua, dem Nomadenvolk der Dinka im Sudan, den Nenzen mit ihren Rentierherden am Polarkreis und den Mentawai auf den Inseln westlich von Sumatra. Mit Salgado stehen wir vor den Eisbergen der Antarktis, den Vulkanen Zentralafrikas und der Kamtschatka-Halbinsel, an den Flussläufen des Negro und Juruá im Amazonasgebiet, vor den Schluchten des Grand Canyon und den Gletschern Alaskas. Sein persönliches Fazit: „In Genesis sprach die Natur durch meine Kamera zu mir. Und ich durfte zuhören.”

All die Zeit, Energie und Leidenschaft, die in die Entstehung dieses Werkes geflossen sind, machen „Genesis“ zu Sebastião Salgados fotografischer Hommage an unseren Planeten in seinem ursprünglichen Zustand. Es versteht sich gleichzeitig als Mahnung: „Wir müssen das Bestehende bewahren!“ (vZ)

Sebastião Salgado, Genesis, Konzeption und Gestaltung: Lélia Wanick Salgado, 520 Seiten, Format 36×25 cm, gebunden, Köln, Taschen Verlag, ISBN: 978-3-8365-4259-3, € 49,99.

Fotobücher 07 / 2013

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