Lust auf Lünen! GDT Internationales Naturfotofestival 2013

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Zum 21. Mal lädt die Gesellschaft Deutscher Tierfotografen (GDT) vom 25. bis 27. Oktober 2013 zum Internationalen Naturfotofestival in Lünen ein. Und wieder lockt ein anspruchsvolles Programm Fotografen und Interessierte aus der ganzen Welt zum renommiertesten Festival dieser Art in Europa: Neben Live-Vorträgen nationaler und internationaler Naturfotografen, Seminaren und Ausstellungen bieten Produktpräsentationen und Workshops reichlich Gelegenheit zur Fachsimpelei und zeigen neue Entwicklungen in der Naturfotografie auf. Ein großer Fotomarkt informiert über Neuheiten und Bewährtes im Bereich der Fototechnik. Trotz Professionalität und internationalem Flair bieten sich wie gewohnt reichlich Möglichkeiten, um in entspannter, familiärer Atmosphäre mit Gleichgesinnten ins Gespräch zu kommen und neue Kontakte zu knüpfen. Willkommen in Lünen!

Festival-Programm Samstag und Sonntag

Am Samstag und Sonntag erwartet die Besucher ein vielfältiges und spannendes Programm mit 13 Vorträgen bekannter nationaler und internationaler Naturfotografen und Fotografinnen:

Die beiden Naturfotografen Karsten Mosebach und Bernhard Volmer eröffnen das Festival mit dem launigen Thema „Lust und Frust beim gemeinsamen Fotografieren“. Seit Jahren sind die beiden in ihrer Heimat, dem Teutoburger Wald, gemeinsam zum Fotografieren unterwegs. Im Vortrag berichten die beiden von der Lust (”…immer zu spüren”) und dem Frust (”…manchmal rappelt es schon”) beim gemeinsamen Fotografieren.

Wissenschaft und Forschung prägen unser tägliches Leben. Die aktuellen Themen mit Bildern der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, ist für Naturfotografen eine spannende Herausforderung. Solvin Zankl, Biologe und Fotograf, realisiert einprägsame Bildstrecken zu verschiedensten naturwissenschaftlichen Forschungsprojekten der Gegenwart. Er entführt das Publikum in vier grundverschiedene Welten der Biologie: Kaltwasserkorallen, Fruchtfliegen, Keas und Braune Hyänen sind die Protagonisten seines Vortrags „Fotografieren, woran andere forschen“.

Die Interaktion zwischen Mensch und Natur ist eines der Lieblingsthemen des Norwegers Pål Hermansen. Natur zu erleben ist für ihn eine existenzielle Frage. Mit der Fotografie können die Belange des Naturschutzes nachhaltig unterstützt werden. Um das zu erreichen, müssen die Menschen aufgerüttelt, und vor allem die Kinder mit einbezogen werden. In drei Abschnitten stellt Pal verschiedene Herangehensweisen dar. Der erste Teil seines Vortrags „Mensch und Natur – Drei Annäherungen an die Naturfotografie“ ist mehr dokumentarischer Natur, der zweite zeigt eine eher persönlich-kreative und projektbezogene Sichtweise und der dritte schließlich beschreibt die künstlerische Herangehensweise an das Thema.

Für Ole Jørgen Liodden (ebenfalls aus Norwegen) ist die arktische Inselwelt von Svalbard wie eine zweite Heimat, die er auf 18 Foto-Expeditionen zu allen Jahreszeiten ausgiebig erkundet und kennengelernt hat. Sein größtes Anliegen ist es, seinem Publikum die Schönheit der arktischen Natur und ihrer wilden Bewohner zu vermitteln. In seinem Vortrag „Arktische Momente“ verdeutlicht er zudem die Auswirkungen des Klimawandels auf die empfindliche Umwelt. Dabei beweist er immer wieder sein ausgesprochen gutes Auge für Tiere in ihrem Lebensraum und das arktische Licht.

Die Polarregionen sowie Wüsten der Erde stellen die extremsten, aber auch faszinierendsten Lebensräume überhaupt für Michael Martin dar. Er stellt sie in den Mittelpunkt seines neuen Fotoprojektes ‘Planet Wüste’. Er ging mit Skiern zum Nordpol, fuhr mit dem Motorrad durch die Sahara, Gobi, Simpson, Mojave, Namib und Atacama, war mit Hundeschlitten in Grönland und Spitzbergen unterwegs, fuhr auf einem Eisbrecher nach Franz-Josef-Land, zog mit Kamelen durch die Takla Makan, flog über die Wüsten der USA und Australiens und erkundete die Wüstengebiete des Pamirs und Himalayas. Nach mehreren Antarktisreisen erreichte er sogar den Südpol. Michael Martin erzählt von besonderen Menschen, packenden Abenteuern und zeigt dem Publikum die für ihn schönsten Landschaften der Erde.

Bilder spiegeln das geheime Wesen der abgelichteten Tiere und ihre Individualität wieder, die sie mit nahezu andächtiger Faszination festhält. Aber sie vermitteln auch Einsamkeit, Entfremdung und Vertreibung. Während einer Reise nach China im letzten Jahr dokumentierte Britta Jaschinski für ihren Vortrag „Made in China“ schlimmstes tierisches Leid. Ihre Bilder sind eine Hommage an die Großartigkeit der Tiere und ein wütender Protest gegen ihre Gefangenschaft.

Die Erde hat viele Gesichter. Doch Markus Mauthe ist überzeugt: “Wir müssen sie als ganzheitlichen Organismus begreifen. Jede Veränderung, wie die Vernichtung von Regenwald oder die Ausrottung einer Fischart, hat weitreichende Folgen für unser gesamtes Ökosystem.” Der Fotograf formuliert im Auftrag der Umweltschutzorganisation Greenpeace mit seinen Bildern eine Liebeserklärung an die Erde und möchte für noch intakte Lebensräume und deren Bewohner begeistern. Mit der Multimedia-Reportage „Naturwunder Erde“ geht Markus Maute ab November auf Tournee. Auf dem GDT-Festival gibt er vorab einen Einblick in die Entstehungsgeschichte dieses Projektes.

Lassen Sie sich am Sonntagmorgen von der GDT Regionalgruppe 3 Berlin, Brandenburg mitnehmen auf eine „Reise durch die Natur Berlins und Brandenburgs“. Im Mittelpunkt stehen dabei u.a. der Nationalpark Unteres Odertal – der einzige Auennationalpark Deutschlands – mit seiner faszinierenden Flussniederung, die Havel, die sich auf 340 Kilometern Länge durch Berlin und Brandenburg bis zur Elbe schlängelt und Brachflächen, wie nicht mehr genutzte Truppenübungsplätze und ehemalige Tagebaugruben.

Fotograf, Filmemacher und Moderator Charlie Hamilton James aus Großbritannien zeigt in seinem Vortrag „Anders denken“, wie er durch andere Betrachtungsweisen von gewöhnlichen Motiven zu ungewöhnlichen Bildern kommt. Seine Fotografien sind technisch komplex, und er verwendet häufig von ihm selbst entwickelte und gebaute Spezial-Ausrüstungen für die Umsetzung seiner Ideen. Seine Kamera ist dabei für ihn Mittel zum Zweck, um mehr über die Natur zu lernen. Dabei hat er bereits im Alter von sechs Jahren seine Leidenschaft für Eisvögel und Otter entdeckt, die immer wieder Hauptmotive seiner Dokumentationen sind. Für beide Arten gilt er weltweit als angesehener Experte.

Die weltweit bedeutendsten Kolonien des Papageitauchers im Süden, Westen und Osten Islands sind vom Aussterben bedroht. „Noch 1999 und 2002 habe ich auf den Färöern auf Einladung fabelhafter Einheimischer gerne Papageitaucher gegessen. Doch seit damals hat sich einiges im Ökosystems des Nordatlantiks geändert. So ist die Jagd auf den Färöern und den Westmännerinseln in Island derzeit vorübergehend untersagt, im übrigen Island aber geht sie unreguliert weiter.“ Cornelius Nelo hat für seinen Vortrag „Papageitaucher in Whiskysoße“ entschieden, künstlerische Aspekte der Fotografie um die einer Reportage zu erweitern. Herausgekommen ist eine etwas heterogene, dafür aber umfassende Darstellung vom Leben des Papageitauchers und der Bedrohung, der er sich aktuell ausgesetzt sieht.

In das Reich der Tiger, Bären und Elefanten entführt ZDF-Redakteur, Biologe, Fotograf und Filmemacher Axel Gomille mit seinem Vortrag „Wildes Indien“. Im Dschungel Indiens leben viele charismatische Großtiere. Seit zwanzig Jahren reist er immer wieder durch den Subkontinent und beobachtet ihr Leben und das der vielen anderen Arten mit der Kamera. Er arbeitete als Biologe in den Tigerreservaten Kanha und Bandhavgarh, besuchte aber auch viele andere Schutzgebiete Indiens.

Eigentlich war es nur ein Traum, Islands faszinierende Landschaften aus einem Kleinhelikopter heraus fotografieren zu können. Ein Traum des 58-jährigen Fotografen Marco Nescher den er dem 23-jährigen Helikopterpiloten Matthias Vogt nach einer Islandreise mitteilte. Der Traum entwickelte sich zu einer abenteuerlichen Reise der beiden Liechtensteiner. Die 45-minütige Multimediaschau berichtet nicht nur über die anspruchsvolle Reise, sondern zeigt auch grandiose Landschaftsbilder aus der Vogelperspektive, wie sie selbst viele Isländer noch nie gesehen haben.

Wer ist wohl der Gewinner, wenn sich Wölfe und Bären regelmäßig ‘im Restaurant’ treffen? Lassi Rautiainen, Naturfotograf und Organisator von Fotoreisen in Finnland, beobachtet seit 2003 Wölfe ‘in seinem Atelier’ in Kuhmo nahe der russischen Grenze. Auch Vielfraße, Adler und einige andere Vögel treffen sich dort.

In den Pausen locken Ausstellungen im Theater, im Hansesaal und in der Bilderhalle mit mehr als 700 exzellenten Naturfotografien sowie der große Fotomarkt im Hansesaal und Theaterfoyer mit allem, was das Naturfotografenherz begehrt: neueste Fototechnik, Spezialzubehör, Print-Technik, Fachliteratur und Reiseangebote. Darüber hinaus präsentieren einige Firmen ihre Produkte in separaten Veranstaltungen – Platzkarten hierfür sind auf dem Fotomarkt erhältlich. Zu Ausstellungen, Fotomarkt und Produktpräsentationen ist der Eintritt frei. Das Programm für die Produktpräsentationen kann ab September über die Website der GDT eingesehen werden.

Weitere Informationen: www.gdtfoto.de

Fotofestivals 06 / 2013

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