Umweltfotofestival horizonte zingst - Ein Fest der Bilder

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Ein Jubiläumsfest, wie man es sich nicht schöner und erfolgreicher wünschen kann: Am Pfingstwochenende wurde das Umweltfotofestival horizonte zingst, das bis zum 3. Juni 2012 seinen Besuchern ein abwechslungsreiches interessantes Programm bot, eröffnet. Mit 25 Ausstellungen, 70 Workshop und einer Reihe unterhaltsamer Events, die ein breites Publikum anzogen, ist Zingst an der Ostsee wieder zu einem Mittelpunkt des Fotojahres geworden. Das Umweltfotofestival horizonte zingst macht seinen fünften Geburtstag zu einem rauschenden Fest der Bilder.

Brechend voll die Ausstellungseröffnungen, tolle Ergebnisse bei den ersten Workshops, Jubel bei der Zingster Minute am Strand, ein staunendes Publikum bei den ausverkauften Multivisionsshows, Feierstimmung bei der abendlichen Bilderflut: Zingst ist auch in diesem Jahr mit seinem Fotofest wieder der Spagat gelungen, eine vollkommen unterschiedliche Gemeinde an Fotobegeisterten anzuziehen. Mit einem breit gefächerten Angebot ist der Seeort längst auch Sehort. Dazu gehört, dass man mit den 25 „horizonte“-Ausstellungen nichts Beliebiges bietet, sondern den unterschiedlichsten Facetten der Natur- und Umweltfotografie viel Raum gibt und das immer in höchster Qualität. Ob es die wunderbaren Naturbilder “Stille Sensationen – Große Momente” sind, die als Visitenkarte des Festival-Schirmherr Norbert Rosing die faszinierenden Bilder bekannter Naturfotografen, wie Holger Lorenz, Bernd Ritschel oder Michael Martin, zeigen oder die großartige Ausstellung „One World“, in der die Elite europäischer Foto-Professionals mit Motiven, die bewegen, aufrütteln oder amüsieren, vorgestellt wird.

Das Umweltfotofestival horizonte zingst kann auch immer wieder mit Premieren aufwarten. Dazu gehört in diesem Jahr die Fotoserie „Cyclist“ von Ralf Baumgarten, dessen Radfahrer aus China und Deutschland in großformatigen Bildern auch vor den Hallen der Weltmesse photokina in Köln vom 18. bis 23. September zu sehen sein werden. Auch die Aktfotografie „Black Ladies“ von Uwe Ommer feierte – obwohl schon lange als erfolgreiches Buch auf dem Markt – in Zingst als Ausstellung Premiere. Großen Anklang fanden auch die beiden jedem Kunstanspruch gerecht werdenden Fotoserien von Jo Röttger zum Thema „Landscapes & Memory“ und die mythischen Waldbilder von Michael Lange. Tradition haben in Zingst die Open-Air-Ausstellungen wie „Cyclists“, Betty Schöny Schöner „Seamore“ am Strand, Peter Bialobrzeski mit „Paradise Now“ oder Walter Schels mit „Tiere sehen Dich an“, die das Thema Fotografie auch außerhalb von Galerien erfahrbar machen. Kreative Bildideen verwirklichte die Olympus PEN Community, deren beste Ergebnisse auch Zingster Ausstellungswände zierten. Einen prominenten Platz fanden die besten Bilder des Deutschen Zeitungsleser-Fotowettbewerbs „Blende“ im Kunsthallenhotel Vier Jahreszeiten, dessen mannigfaltige, interessante Motive viele Besucher länger festhielten.

Welche Anziehungskraft Natur, Umwelt und Fotografie auf alle Altersgruppen, aber vor allem auch auf die junge Generation hat, das bewiesen die hervorragenden Bilder der Ausstellung „Organic Resources“ der Studenten der Fachhochschule Bremen und auch „GrenzGänge“ von den Studierenden der da!: Designakademie Rostock und des Caspar-David-Friedrich-Instituts der Universität Greifswald. Selbstverständlich, dass sich vor allem dort auch junges Publikum sammelte.

Der Ansturm der Interessierten an den abendlichen Multivisionsschauen konnte zum Beispiel bei Gabriele Stäblers Show „Sehnsucht Savanne“ nur mit kurzfristig zusätzlich herbei geschafften Stühlen bewältigt werden. Norbert Rosing faszinierte sein Publikum mit seiner Multivision „My Way“, die nicht nur eine große Zahl seiner überwältigenden Naturbilder zeigte, sondern auch einen spannenden Rückblick auf seinen Weg als Fotograf vermittelte. Ein Feuerwerk von fantastischen Tierbildern, begleitet von den witzigen Kommentaren des Fotografen Andy Rouse, unterhielt die Zuschauer bei dem Vortrag „Bis ans Ende der Welt“ aufs Beste.

Auch in diesem Jahr gab es in Zingst während des Festivals eine ganze Reihe interessanter Workshops, die zum Teil schon seit vielen Wochen ausgebucht waren. Zufrieden waren nicht nur die Teilnehmer, sondern auch die Referenten von den erstaunlich guten Bildern, die am Ende der Workshops herauskamen und bei der allabendlichen Bilderflut am Strand auf der Großleinwand gezeigt wurden. Das Publikum war begeistert, ganz gleich, ob es um Landschafts-, Reportage- oder um Aktfotografie ging.

Wer bei den Kinderworkshops, den Nachwuchs bei der „Arbeit“ mit der Kamera sah, der wird sich um die Zukunft der Fotografie keine Sorgen machen. Die Jungfotografen entwickelten Fantasie und erstaunliches Können bei der Realisierung ihrer Bilder. Ob es darum ging, am Ende ein Fotobuch mit eigenen Bildern in der Hand zu halten oder bei einer Bilderjagd die besten Motive zu erjagen – bei den Kindern herrschte für das Bildermachen Begeisterung pur.

Spaß hatten auch die Erwachsenen bei der ersten Zingster Bilderjagd, bei der die 45 Teilnehmer neun bildnerische Aufgaben an einem Tag in der vorgegebenen Reihenfolge lösen mussten. Die zehn Besten wurden mit den Tableaus ihrer neuen Bilder bei der abendlichen Bilderflut am Strand vorgestellt, erhielten ihre Gewinne und als ersten Preis eine Olympus PEN – mini.

Festivals sind zum Feiern da und das kann man in Zingst mit guten Ideen und fantasievollen Aktionen. Dazu gehörte in diesem Jahr das tägliche Gruppenfoto „Zingster Minute“ um Punkt 12.00 Uhr, das der Alleinunterhalter und Fotograf Thomas Herbrich am Strand inszenierte und das täglich ein großes Publikum anlockte. Spaß für Akteure und Zuschauer garantierte auch die Aktion von Docma, für die täglich wechselnde Themen am Strand fotografiert werden, deren Ergebnisse, wie zum Beispiel die lustigen Badekappenbilder, abends in der Bilderflut für Unterhaltung des Publikums sorgten.

Auch kältere Temperaturen und gelegentliche Regenschauer konnten nach dem strahlenden Pfingstwochenende den Besuchern des Festivals nicht die Laune und das Interesse an der Fotografie verderben. Mit ungetrübtem Interesse zogen sie von Ausstellung zu Ausstellung und ließen sich auch nicht vom Besuch der Zingster Minute oder der abendlichen Bilderflut abhalten.

Natur und Umwelt sind die Angelpunkte beim Umweltfotofestival horizonte zingst. Dort ist Biodiversität nicht nur Schlagwort, sondern auch gelebter Inhalt. Doch neben der Biodiversität hat auch die „Fotodiversität“ an der Ostsee ihren festen Platz gefunden. Sie hat auch diesmal wieder die vielen aus nah und fern angereisten Fotografieliebhaber begeistert und hat sicher auch zahlreiche neue Freunde für dieses Medium gewonnen.

Vom 25. Mai bis 2. Juni findet das 6. Umweltfotofestival in Zingst statt – diesen Termin sollte man sich schon jetzt vormerken.

Fotofestivals 06 / 2012

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