Umweltfotofestival horizonte zingst - Gastland Österreich

ANDREAS  HOFER - EXPRESSIONS Bildgalerie betrachten

ANDREAS HOFER »EXPRESSIONS«

Hochspannung zwischen Tradition und radikaler Moderne

Der Countdown läuft, in wenigen Tagen ist es soweit, dass das Umweltfotofestival »horizonte zingst« 2016 vom 28. Mai bis zum 5. Juni 2016 seine Tore öffnet. Gastland ist in diesem Jahr Österreich – ein Land mit langer und bedeutender Tradition in der Fotografie. Jahrzehntelang war eben diese Tatsache der Grund für die relativ geringe Fortentwicklung der kreativen Innovationen. Das hat sich radikal geändert. Es hat sich eine beachtliche Strömung zu avantgardistischem Bildschaffen entwickelt. Unkonventionelle Bildideen und mutige Gestaltungsexperimente sind unübersehbar. Das Gastland wird mit künstlerischkreativen Bildleistungen in einer Sonderschau im Kunsthallenhotel Vier Jahreszeiten herausgestellt. Außerdem stellen österreichische Fotografen mit der Open-Air-Schau in einem weiten Querschnitt unter dem Titel »Expressions« ihre kreative Leistungsfähigkeit unter Beweis.

Was zeichnet die gegenwärtige österreichische Fotografie aus? Vielfach ist die lange und solide Tradition zu spüren. Technische Qualitäten zeichnen die Arbeitsweise aus. Unübersehbar ist jedoch ein starker Trend, Konventionen zu überwinden. Gerade weil die Vergangenheit berufsprägend verwurzelt ist, bedarf es bewundernswerter intensiver Anstrengungen, gestalterisches Neuland zu erringen. Eine Vielzahl der österreichischen Fotografen haben diese bewundernswerte Energieleistung vollbracht und können Bilder vorweisen, die zu überraschen vermögen. Besonders spannend wird das avendgardische Schaffen, wenn sich die Thematik aus tradierten Motivwelten ableiten lässt. Von alpenländischer Landschaftschilderung über Szenen aus dem Umfeld ländlichen Lebens und volkstümlichen Festen bis hin zu Menschenbildern, die als Spiegelbild der Vergangenheit wirken, reicht das weitgefasste thematische Spektrum. Ohne Schwellenängste überwindet die österreichische Fotografie auch die Grenzen zu anderen bildnerischen Künsten. Es werden Elemente und Strukturen der modernen Malerei und Grafik adaptiert oder subtile und sogar surreale Inhalte- und Gestaltungsansätze experimentell erforscht. Verglichen mit der konzeptionell ausgerichteten, durch akademische Ausbildung beherrschten, intellektuellen, deutschen Fotoszene, geht es bei den Österreichern offensichtlich viel freier zu. Es darf eine bewundernswerte Leichtigkeit des Tuns attestiert werden, die gelegentlich auch geschmackliche Entgleisungen hervorzubringen vermag. Das ist der legitime Preis für den beglückenden Gewinn an kreativer Freiheit und die beglückende Vielfalt fotografischer Themen und Ausdrucksformen.

Weitere Informationen: www.erlebniswelt-fotografie-zingst.de

Änderungen vorbehalten

Fotofestivals 05 / 2016

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