Bilder an der Wand - 6 Ideen, um die eigenen Fotos geschmackvoll zu präsentieren

Jeder kennt es wohl: Bei den Großeltern respektive eigenen Eltern stehen alte Familienfotos auf dem Kamin oder hängen querbeet an der Wand, oftmals in unterschiedlichen Größen und verschiedenfarbigen Bilderrahmen. Im Wohnzimmer, im Flur, vielleicht auch im Schlafzimmer. Das hat etwas von Gemütlichkeit, erscheint aber oftmals altbacken und durcheinander. Das liegt dann in der Regel nicht an den Motiven oder an dem Alter der Bilder, sondern schlicht und einfach daran, dass der Besitzer sich keine Gedanken darüber gemacht hat, wie die Fotos geschmackvoll, stilvoll, ausgefallen oder verrückt hätten in Szene gesetzt werden können. Dabei gibt es einige Möglichkeiten, um ein simples Foto – oder gleich eine ganze Fotogalerie – zu einem echten Eyecatcher werden zu lassen.

Leere, weiße Wände bieten viel Platz, um eigene Ideen umzusetzen.

1. Die richtige Hängung

Ein oder mehrere Fotos in Szene zu setzen kann ganz einfach sein. Das wichtigste, was es zu beachten gilt, ist die richtige Hängung zu finden. Ein einzelnes Foto beispielsweise macht sich in der Mitte der Wand deutlich besser als außen – denn letzteres wirkt, als würde etwas fehlen. Bei mehreren Bildern, die wahllos an der Wand arrangiert werden, kann dies auf den Betrachter allerdings schnell wirr und planlos erscheinen. Umso wichtiger ist es, bei der Wandgestaltung nach Plan vorzugehen, dabei gibt es verschiedene Varianten, je nach eigenem Geschmack und nach Motiven:

Geplantes Chaos ‐ die Petersburger Hängung lädt ein zum Experimentieren.

  • Petersburger Hängung oder auch Salonhängung: Ursprünglich geht diese Form der Hängung auf die üppig mit Gemälden behangenen Wände der Sankt Petersburger Eremitage zurück, um mit einer riesigen Gemäldesammlung großen Reichtum zu beweisen. Dieses geordnete Chaos lässt sich aber heutzutage auch gut in den eigenen vier Wänden mit Fotos erschaffen. Vor allem dann, wenn eine Vielzahl von Fotos zur Verwendung kommen soll. Blickachsen können dabei getrost ignoriert werden, hier darf tatsächlich so aufgehängt werden, wie man mag. Allerdings sollte mit gleichen oder ähnlichen Bilderrahmen ein wenig Ruhe in das Ganze gebracht werden.
  • Reihenhängung: Ähnlich wie in einer Galerie werden die Bilder auf einer Linie in einer Reihe aufgehängt, am besten haben die Fotos dabei alle dasselbe Format, um Symmetrie in das Gesamtbild zu erzielen. Dies ist sowohl der Länge nach über die gesamte Wand möglich als auch senkrecht, beispielsweise an einem Balken herunter.
  • Rasterhängung: Auch bei dieser Variante herrscht Ordnung vor. Die Bilder sollten in diesem Fall tatsächlich alle dasselbe Format haben, des Weiteren sollten die Abstände zwischen den Bildern alle gleichlang sein, sodass der Gesamteindruck vollkommen symmetrisch ist.
  • In der Regel neigt der Mensch dazu, symmetrische Formen ansprechender zu finden als unsymmetrische. Dennoch können beide Möglichkeiten gut miteinander vermischt werden, indem beispielsweise in einem vorgegebenen Format (Kreis, Dreieck) Bilder scheinbar wahllos aufgehängt werden. Übrigens – wie ein Artikel des SZ Magazins verrät, sagt die Aufhängung durchaus einiges über den Charakter des Bewohners aus und verrät dementsprechend eine Menge.

2. Der Rahmen

Mit dem richtigen Rahmen ist es bereits möglich, ein Foto so gut in Szene zu setzen, dass es die Blicke automatisch auf sich zieht. Allerdings sollte beachtet werden, dass nicht der Rahmen, sondern das Bild selber der Hingucker bleiben sollte. Außerdem macht es Sinn, wenn Rahmen und Motiv zueinander passen. Ein schlichter Holzrahmen kann zum Beispiel ein Foto aus den Bergen genauso gut präsentieren wie ein verzierter Goldrahmen ein altes Familienfoto. Es sollte zudem bedacht werden, dass der Rahmen nicht nur zum Foto, sondern auch zur Einrichtung des Zimmers passen sollte, um nicht negativ aufzufallen. Ebenfalls nicht ganz unwichtig: die richtige Größe des Rahmens für das entsprechende Bild. Wie die regulären Größen heißen und welcher Rahmen sich wann am besten eignet, lässt sich hier nachschlagen.

Im modernen Ambiente können selbst einfache Kleiderbügel einen stilvollen Hingucker darstellen.

  • Der etwas andere Rahmen
    Es muss nicht immer ein handelsüblicher Rahmen im rechteckigen Format sein, vor allem dann nicht, wenn Fotos auf besondere Art und Weise in Szene gesetzt werden sollen. Verschiedene Möglichkeiten kommen in Betracht, zum Beispiel kann ein Foto an ein Clipboard geheftet werden, das dann als moderner Hintergrund an der Wand aufgehängt wird. Kleiderbügel als Fotohalterungen sind ebenso denkbar oder ein selbstgebautes Metallkonstrukt, an dem gleich mehrere Bilder aufgehängt werden. Der Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt, um ausgefallene Ersatzmöglichkeiten für herkömmliche Bilderrahmen zu finden.

3. Beleuchtung

Diese Präsentationsmöglichkeit bietet sich vor allem bei einem großen Foto im Großformat an. Mit Hilfe von auf das Foto gerichteten Strahlern fällt der erste Blick garantiert in diese Richtung. Allerdings sollte beachtet werden, dass der Rahmen in dem Fall eine wichtige Rolle spielt: denn befindet sich das Bild hinter einer Glasscheibe, so reflektiert das Licht und das Foto ist nur noch schwer zu erkennen. Besser ist es in dem Fall, das Bild ohne Glasscheibe aufzuhängen.

Tipp: Eine Alternative zu herkömmlichen Glas ist das sogenannte Museumsglas. Diese Glasart wird mit dünnen Schichten überzogen, die einerseits einen Großteil der UV-Strahlung absorbieren und Temperaturschwankungen aushalten, sodass das Bild vor äußeren Einflüssen geschützt wird, andererseits aber auch entspiegelt ist, sodass Sonne, Beleuchtung oder Blitzlicht nicht beim Betrachten stören. Zwar ist Museumsglas in der Anschaffung nicht ganz billig, lohnt sich aber gerade bei hochwertigen Originalen.

Eine weitere Beleuchtungsmöglichkeit sind LEDs, die direkt am Bilderrahmen befestigt werden und somit das Foto dezent beleuchten – je nach Motiv sind verschiedenfarbige Leuchten denkbar, ein Schwarzweißfoto könnte beispielsweise blau oder rot angestrahlt werden.

4. Triptychon

Ein Tritychon muss heutzutage längst nicht mehr nur religiöse Themen behandeln und kommt sehr viel moderner daher.
Ursprünglich ist das Triptychon als dreiteiliges Gemälde und insbesondere als Altarbild bekannt, lässt sich aber auch sehr gut mit Fotos umsetzen. Mit kleinem Abstand werden drei zusammengehörige Bilder neben- oder übereinander gehängt, sodass sie ein Bild ergeben. Im Bereich der Fotografie eignen sich dafür Panoramabilder besonders gut. Ein solches Bild aus mehreren Elementen kann ganz ohne Rahmen auskommen, dünne Rahmen eignen sich jedoch auch. Besonders von Vorteil ist es, wenn es sich um ein großes Gesamtbild handelt, bei dem andere Bilder an derselben Wand nicht von ihm ablenken.

5. Fotowand / Collage

Wer eine Vielzahl von Fotos an seiner Wand haben möchte, fährt am besten damit, die gesamte Masse in Szene zu setzen. Das ist in Form von einer Fotowand oder einer Collage sehr gut möglich. Die einzelnen Fotos werden entweder mit speziellen Fotostrips direkt auf die Wand oder auf einer Pappe aufgeklebt. Damit all die Fotos einen positiven Blickfang bilden, können sie zu einem bestimmten Muster angeordnet werden, bei Bildern der Familie bietet sich beispielsweise die Herzform an.

3D-Effekt: Ebenfalls mit einfachen Hilfsmitteln lässt sich für eine Collage aus etwa sechs oder acht Fotos ein guter 3D-Effekt erzielen. Zum einen gibt es Bausteine für dieses Vorhaben im Handel, zum anderen kann mit Papprollen selbst ein solcher Effekt erzielt werden. Die Fotos überlappen dabei, werden aber mithilfe eben dieser Papprollen weiter in den Vordergrund gerückt, sodass es erscheint, als wären die Bilder eins, aber auf verschiedenen Ebenen.

6. Fotos mit Dekoelementen

Die Fotos selbst sollen an der Wand zwar im Vordergrund stehen, für eine besondere Präsentation können sie jedoch mit weiteren Elementen ergänzt werden. Unterschiedlichste Varianten eignen sich zu diesem Zweck:

  • Bei kleinen Fotos bietet sich ein Arrangement im Setzkasten an. Die Fotos werden zur Verstärkung auf eine Pappe geklebt und dann in den Setzkasten eingeklemmt oder ebenfalls auf diesen geklebt. Frei gebliebene Kästchen können zudem mit passenden Figuren oder Andenken aufgefüllt werden. Ideal geeignet für eine Fotozusammenstellung des letzten Urlaubs, der Hochzeit oder als Familiengalerie.
  • Eine weitere Dekorationsmöglichkeit ist das Verwenden von Spitzendecken aus Papier. Dazu verwendet man am besten einen Bilderrahmen, der deutlich größer ist als das gewünschte Foto, klebt die Spitzendecke unter das Bild und erhält somit ein schön und stilvoll verziertes kleines Kunstwerk. Besonders gut kommt diese Variante bei Porträtfotos zur Geltung.
  • Fotos lassen sich auf viele weitere Flächen aufkleben, ob Porzellanteller, Pappschachtel oder gar Pappteller: hier gilt erneut, dass der Fantasie keine Grenzen gesetzt sind und schön ist, was gefällt. Gerade mit Kindern lassen sich auf diese Weise einzigartige Möglichkeiten entdecken und basteln, was nicht nur einen tollen Hingucker, sondern bereits viel Spaß bei der Entstehung der Dekoration verspricht. Damit aber nicht genug, der Kreativität sind in Bezug auf die richtige Präsentation von Bildern keine Grenzen gesetzt – viele weitere Inspirationen gibt es hier.

Ein Tritychon muss heutzutage längst nicht mehr nur religiöse Themen behandeln und kommt sehr viel moderner daher.

  • Eine einfache Schnur oder eine Wäscheleine, Fotoklammern und eine Auswahl schöner Bilder – mehr braucht es nicht, um die folgende Dekorationsidee in die Tat umzusetzen. Von einer Seite der Wand zur anderen stramm gezogen oder locker fallengelassen – das liegt ganz am eigenen Geschmack. Mithilfe der Fotoklammern können zum Beispiel die schönsten Bilder des letzten Urlaubs befestigt werden und bei Bedarf findet sicher auch das Flugticket oder eine besondere Eintrittskarte an der Schnur Platz, um einen gelungenen Hingucker zu bieten.

Fotografische Anwendungen 07 / 2015

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