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CellScope macht Kamera-Handy zum Mikroskop

Wissenschafter der University of California (UC) in Berkeley (US-Bundesstaat Kalifornien), darunter die Österreicherin Eva Schmid, haben einen Aufsatz entwickelt, mit dem sich ein Kamera-Handy in ein hochwertiges Mikroskop verwandeln lässt. Das “CellScope” könnte etwa zur Diagnostik von Krankheiten in Dritte-Welt-Staaten eingesetzt werden.

Aber auch im Bereich Wissenschaftsvermittlung, etwa in Schulen, Museen oder Science-Centers, kommt das Kamera-Handy-Mikroskop gut an, wie der ebenfalls aus Österreich stammende Molekularbiologe Oliver Höller von der University of California, San Francisco, im Gespräch mit der APA erklärte.

In einem Optik-Seminar hatte Dan Fletcher von der UC Berkeley seinen Studenten die Aufgabe gestellt, mit wenigen Teilen ein Mikroskop zu bauen, das die Kamera-Handy nutzt. Daraus entstand das “CellScope”, dessen Einsatz ursprünglich vor allem für die Dritte Welt gedacht war, wo das Handynetz oft besser ausgebaut ist als die Gesundheitsversorgung. Nicht-ärztliches Personal könnte etwa eine Blutprobe mit dem Kamera-Handy-Mikroskop untersuchen und das mit dem Kamera-Handy aufgenommene Bild zur Diagnose an einen Arzt weiterschicken. Vor allem Tuberkulose oder Malaria ließen sich gut damit diagnostizieren, sagte Höller. Erste Feldversuche damit gibt es bereits im Kongo und in Vietnam.

Aber auch in den entwickelten Ländern zeichnen sich Anwendungen ab: So wurde nach Angaben des Wissenschafters ein Spin-Off in San Francisco gegründet, welches das Prinzip des “CellScopes” für einen speziellen Einsatz nutzen möchte: Wenn Kinder Ohrenschmerzen haben, sollen Eltern mithilfe eines Spezialaufsatzes auf dem Handy ein Bild oder ein kurzes Video des Trommelfells machen und ihrem Arzt schicken, der dann eine Ferndiagnose stellen kann.

Zufällig sind die Wissenschafter auf einen weiteren Einsatzbereich des Kamera-Handy-Mikroskops gestoßen. Schmid und Höller hatten das “CellScope” an Schulen in San Francisco mitgenommen, wo sie über ihre Arbeit berichteten. “Die Kinder liebten es und es war wunderbar einfach zu handhaben”, berichtete Schmid. Auch in Museen stößt das einfache Instrument auf großes Interesse.

Noch existiert das “CellScope” nur in verschiedenen Prototypen, deren Einzelteile rund $ 700,— (€ 491,—) pro Handy-Mikroskop kosten. Bei einer Serienfertigung wäre aber sicher ein deutlich niedrigerer Preis möglich, ist Höller sicher.

Fotografische Anwendungen 09 / 2011

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© APA

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