Drohnen – Unbemannte Flugobjekte mit Kamera

Die Air Force Global Hawk wurde unter anderem für den Einsatz im Katastrophengebiet in Japan eingesetzt. (U.S. Air Force photo/Senior Airman Nichelle Anderson) Bildgalerie betrachten

"Die Air Force Global Hawk wurde unter anderem für den Einsatz im Katastrophengebiet in Japan eingesetzt. (U.S. Air Force photo/Senior Airman Nichelle Anderson)"

Sie fliegen ohne Menschen an Bord: Drohnen, unbemannte Flugobjekte, die mit Kameras bestückt für die unterschiedlichsten Anwendungen in der Luft unterwegs sind. Bei Katastrophen- und Militäreinsätzen, für Überwachungstätigkeiten oder auch nur für den privaten Spaß. Drohnen gibt es, je nach Einsatzgebiet, von wenigen Millimetern bis zur Größe von Verkehrsflugzeugen.

Bewährt haben sich Drohnen zum Beispiel in der Bekämpfung von großen Feuern und zum Aufspüren von Brandherden. Drohnen fliegen zu Stellen, wohin beispielsweise Feuerwehrleute nicht mehr vordringen können. Durch den Kamerablick auf das Herz eines Feuers kann ein Einsatz optimiert werden. Für solche Einsätze wurde innerhalb eines europäischen Forschungsprojekts eine Mikrodrohne entwickelt. Sie wiegt weniger als 1,5 Kilogramm und kann rund eine Stunde in der Luft bleiben.

Drohnen kamen auch bei der Analyse der Erdbeben- und Atomkatastrophe in Japan zum Einsatz. Dort ließ die US-Luftwaffe eine Drohne vom Typ Global Hawk Luftaufnahmen von den betroffenen Gebieten und vom Atomkraftwerk Fukushima machen, um die Lage besser beurteilen zu können, ohne die Piloten zu gefährden. Das Flugobjekt verfügt über eine hoch auflösende Infrarotkamera, die auch darstellen konnte, was im Inneren des Reaktors passiert. Auch beim Erdbeben in Haiti war die Global Hawk schon im Einsatz. Das Besondere an dieser Drohne ist vor allen auch, dass sie rund 30 Stunden in der Luft bleiben kann und eine Reichweite von knapp 23.000 km hat.

Drohnen dienen auch zur Überwachung der grenzüberschreitenden Kriminalität, von organisiertem Schmuggel, und sie können zudem auch bei Straßenunruhen eingesetzt werden. Sie übermitteln die aufgenommenen Bilder an die Einsatzkräfte am Boden. Vor allem nachts leisten die Drohnen mit ihren Infrarotkameras wertvolle Dienste. Doch auch diese Flugzeugvariante benötigt Piloten. Jedoch sind diese am Boden im Einsatz. So eine Drohne zu fliegen, ist nicht ganz einfach. Es muss nicht nur das Flugzeug, sondern auch die Kamera gesteuert werden.

So mancher hat auch schon versucht, eine Drohne im Eigenbau herzustellen. Zu ihnen gehört ein schwedischer Bastler, der eine Mini-Drohne gebaut hat, die mit einer HD-Videokamera und einer Abschussvorrichtung für Feuerwerkskörper bestückt ist. Vielleicht nicht unbedingt nachahmenswert, möchte man Ärger mit der Polizei vermeiden. Ärger könnte es auch bei der kleinen Drohne geben, die per iPhone und iPod Touch gesteuert werden kann. Sie besitzt zwei Kameras, von denen eine Aufnahmen in Flugrichtung und die andere in Richtung Erde macht. Die Bilder werden live auf den Monitor des mobilen Geräts übertragen. Wer allerdings damit über das Grundstück seiner Nachbarn fliegt, um deren Privatleben näher kennenzulernen, muss schon mit Scherereien rechnen.

In den meisten Ländern sind die Einsatzmöglichkeiten der unbemannten Flugobjekte längst noch nicht ausgeschöpft. Zum Einsatz könnten sie auch bei der Suche nach vermissten Personen im unwegsamen Gelände kommen.

Kleine Flugroboter für den zivilen Einsatz hat der Studiengang Luftfahrt der österreichischen Fachhochschule Joanneum entwickelt, die durch Leichtbauweise und Solarzellen besonders umweltschonend sein sollen. Zu ihrem Einsatzspektrum der mit einer Infrarotkamera bestückten Drohne gehört im Alpenland Österreich vor allem die Suche nach Lawinen-Verschütteten und vermissten Bergsteigern, wenn bei Nacht und Nebel Hubschrauber oft an ihre Grenzen stoßen. Gedacht ist außerdem an die Beobachtung von Wildbewegungen. Eher kurios mutet die Möglichkeit an, die Drohnen buntbemalt für den Weinbau als fliegende Vogelscheuchen zu nutzen.

Fotografische Anwendungen 06 / 2011

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