Fotodruck - Große Drucker für kleine Formate

Tablets, Smartphones, Monitore, TV-Geräte, Projektoren oder Fotobücher, die Optionen, Fotos zu zeigen und zu betrachten sind vielfältiger denn je. Dennoch ist gleichzeitig eine Rückbesinnung auf die besondere Magie des Papierbildes zu spüren. In den Zeiten weitgehend vorgefertigter Bildanmutungen à la Histamatic und Instagram, die millionenfache Kreativität suggerieren, entdecken immer mehr Menschen ihre Liebe zu individuell gestalteten Fotografien. Mehr noch: Hochwertige Ausdrucke solcher Bilder auf sogenannten FineArt-Papieren als bleibende Erinnerungen erleben mehr als eine Renaissance, sie sind absolut angesagt.

Fotodruck - Große Drucker für kleine Formate

Das Überraschende daran: Nach einer Welle der Begeisterung für Fotografien im XXL-Format und einem Boom der Large-Format-Printer, der in einer Flut von Installationen von Fotografien in Übergröße im öffentlichen Raum resultierte, erlebt das Medium einen weiteren Trend zu kleineren Bildformaten. Eine Entwicklung, die auch der Begeisterung für die spontane Fotografie mit dem Smartphone oder der Action Cam geschuldet ist, deren Ergebnisse sich für großformatige Papierbilder kaum eignen.

Auch die Möglichkeiten zur Herstellung von Papierbildern erscheinen so vielfältig und gleichzeitig so einfach wie nie. Ob die überall gegenwärtigen Kiosksysteme für den Sofortdruck oder als Terminals für die Bildbestellung beziehungsweise die Möglichkeiten der Auftragserteilung über das Internet – die Wege zum Papierbild sind schnell und die Ergebnisse hochwertig. Hinzu kommt die Tatsache, dass auch nahezu jeder preiswerte Bürodrucker digitale Fotos in recht guter Qualität auf Papier ausgeben kann.

Immer mehr Fotoenthusiasten legen nicht nur großen Wert auf die volle Kontrolle über den gesamten Weg von der Aufnahme bis zum Druck, sondern auf Drucker, die ihnen die höchste Printqualität garantieren. Normale A4-Drucker und selbst einige als Fotodrucker deklarierte Geräte für das normale A4-Format eignen sich kaum für den sogenannten FineArt-Print, selbst wenn dem Fotografen das Format ausreicht oder er sogar kleinere Papiergrößen bevorzugt.

Die Bezeichnung FineArt-Printing bezieht sich auf das Ziel der größtmöglichen Bildqualität in Bezug auf Auflösung und Farbumfang. Sie beinhaltet aber auch die Wahlmöglichkeit unter einem großen Angebot an Papierqualitäten und hohe Anforderungen an die Haltbarkeit der Druckfarben. Wer höchste Anforderungen an die Haltbarkeit seiner Prints stellt, wird um die Verwendung von Pigmentbasierten Tinten nicht umhin kommen und daher bereits die erste Einschränkung bei der Wahl eines infrage kommenden Druckers erleben. Ein weiteres Trendthema in der FineArt-Fotografie ist der Schwarzweißdruck. Hochwertige Drucker für SW-Prints verwenden für die bessere Tonwertwiedergabe mehrere Schwarzweiß- sowie Grautinten und auch für die RGB-Farben bieten sie unterschiedliche Tinten für eine kräftige dunkle beziehungsweise sanfte helle Farbwiedergabe.

Ein weiteres, formatunabhängiges Kriterium für die Wahl eines optimalen FineArt-Druckers ist die Medienkompatibilität. Medien für den anspruchsvollen Fotodruck gibt es nicht nur mit unterschiedlichen Oberflächen wie matt und glänzend, sondern auch mit verschiedenen Strukturen wie Leinen sowie mit unterschiedlichen Papierstärken und Trägereigenschaften. Möchte der Fotograf sich eine möglichst große Freiheit bei der Wahl des optimalen Papiers für seine Bilder offen lassen, sollte der Drucker auch hohe Papierstärken aufnehmen.

All diese Anforderungen werden in der Regel nur bei den Geräten für Formate ab DIN A3 erfüllt. Selbstverständlich verarbeiten die meisten von ihnen – sieht man einmal von den Large-Format-Printern für Rollenpapiere ab – auch kleinere Papierformate bis zum Standardformat 10 × 15 cm. Die Möglichkeit haben nun auch einige Anbieter von FineArt-Papieren erkannt und haben ihr Portfolio selbst um seltene Spezialpapiere in kleineren Abmessungen und Konfektionierungen erweitert.

Nicht nur die ständig steigende Qualität der Fotos aus mobilen Geräten hat den Trend nach kleineren Formaten für FineArt-Drucke wachsen und fast schon zur Mode werden lassen. Kleine Bildformate werden von vielen Fotografen auch deshalb gewählt, um den Betrachter zu bewegen, genauer hinzuschauen und sich intensiver mit seinem Bild zu befassen. Kabinettausstellungen, in denen kleine Preziosen der Fotografie in einem kleinen aber besonderen Rahmen gezeigt werden, waren in der Kunstgeschichte schon immer eine beliebte, sehr intim wirkende Form der Präsentation von kleinformatigen Kunstwerken.

Trotz der Wiederentdeckung kleiner Bildformate als beliebtes Stilmittel in der Fotografie, ist aktuell kaum ein A4-Photodrucker für die Ausgabe von FineArt-Prints geeignet. Deshalb sollten Fotografen, die sich ernsthaft eine Präsentation ihrer Werke in Formaten von DIN A4 oder kleiner wünschen, Fotodrucker für das nächstgrößere Format wählen. Dort sind Geräte für die gewünschte Medienvielfalt, den haltbaren Pigmenttinten und produktiven Druckgeschwindigkeiten in ausreichender Auswahl zu finden. Der höhere Preis der Drucker für das größere Format wird zumindest bei Vieldruckern meist schon durch die im Vergleich preiswerteren und in größeren Abmessungen erhältlichen Tinten kompensiert. Und vielleicht will man das eine oder andere Foto auch einmal ganz groß herausbringen.

Fotografische Anwendungen 07 / 2013

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4 Kommentare

Ich warne ausdrücklich vor der Anschaffung eines Printers der besprochenen Art. Die Anschaffung ist teuer. Die Materialien, wie Tinte und Papier kosten ebenfalls nicht wenig. Und die volle Nutzung ist immer fragwürdig. Ich benutze zum Druck professionelle Dienste. Die Qualität ist in den meisten Fällen "professionell", schnell verfügbar und konsequent gleichbleibend. Es scheint im ersten Moment teuer zu sein, der Preis für diese Dienstleistungen von Fachleuten relativiert sich jedoch schnell, wenn man die eigene Arbeitszeit und den Betriebsaufwand einer eigenen Produktion gegenüberstellt. austrianer

von Wolfgang Amadeus Austrianer
05. Februar 2014, 16:27:43 Uhr

Die gewünschte Kaufhilfe bietet FineArtPrinter. In der aktuellen Ausgabe 3/13 (vorwiegend in den Bahnhofskiosken erhältlich) gibt es eine Tabelle, in der die in Frage kommenden Geräte entsprechend bewertet sind. Dort sind auch die Tintenpreise auf den Liter umgerechnet, so dass man die unterschiedlichen Verbrauchskosten erkennen kann. http://www.fineartprinter.de

von Hermann Will
04. Juli 2013, 11:19:33 Uhr

Hallo Herr van der Zander, mit Empfehlungen tun wir uns schwer - auch, wenn wir natürlich unsere Favoriten haben. Wir führen selbst keine eigenen Test durch, die aus unserer Sicht jedoch Grundlage für Empfehlungen sind. Schöne Grüße Prophoto-Team

von Prophoto
03. Juli 2013, 11:18:29 Uhr

Schön und gut - es wäre hilfreich, wenn Sie im Artikel Vorschläge zu geeigneten, guten Printern im Formatbereich DIN A 3 und DIN A 2 anführen könnten ! Die Auswahl ist ja gross - aber sind auch alle gut ?? Schöne Grüße Kurt van der Zander

von Kurt van der Zander
03. Juli 2013, 11:11:54 Uhr

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