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Fotografische Technik speziell für Blinde

Software, die Blinden ermöglicht, Porträtfotografien zu erfassen und eine Minikamera, mit der sie ihre Umgebung erkunden können – diese beiden innovativen Erfindungen aus dem Foto- und Imagingbereich sollen das Leben der nicht Sehenden erleichtern.

Eine Fingerkamera für Blinde haben Wissenschaftler der Universität Pittsburgh entwickelt, die mit einer Bilderkennungssoftware die Interaktion mit der Umgebung einfacher machen soll. Sehbehinderte oder Blinde montieren die winzige Kamera an den Zeigefinger und können sich so direkt zu gewünschten Objekten dirigieren lassen. Das System, das wahlweise mit einer visuellen oder einer Laserkamera funktioniert, sucht die Umgebung ab und gibt seinem Träger über Vibrationen ein Feedback. Die Software, mit der die von der Kamera gelieferten Bilder ausgewertet werden, kann auf unterschiedliche Hindernisse aufmerksam machen und den Blinden so auch um Objekte herumlotsen. Außerdem kann der Sehbehinderte oder Blinde angeleitet werden, Bedienelemente, wie zum Beispiel Schalter, zu erfassen und korrekt zu bedienen.

Porträtbilder haben eine wichtige Aufgabe in unserem Sozialleben, wie zum Beispiel bei den Social Networks, die auch Blinde und Sehbehinderte gern nutzen. Auf einer Entwicklerkonferenz im kalifornischen Palo Alto haben jetzt Forscher der Arizona State University eine Software vorgestellt, mit deren Hilfe Porträtfotografien in Zukunft auch von Blinden „gelesen“ werden können. So wie mit der Blindenschrift können bei Porträts Umrisse und spezielle Charakteristika, wenn sie von Fotos auf tastbare Drucke umgewandelt wurden, erkannt werden. Die Software wandelt Gesichtsfotos automatisch in spezialdruckfähige Bilder um. Dabei versucht die Software, die wichtigsten Gesichtsmerkmale gut wieder zu geben, ohne zu viele Details darzustellen, die den Tastsinn verwirren könnten. Etwa eine Minute benötigt die Software, um das Foto in eine Vorlage zu verwandeln, die auf einem speziellen Drucker, der Papier mit Tiefenwirkung bedruckt, ausgegeben werden kann.

Fotografische Anwendungen 03 / 2011

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