Fotos einmal anders - die unendlichen Weiten des Möglichen

© pixabay.com, PublicDomainPictures (CC0-Lizenz)
Die eigenen Urlaubsfotos im Großformat ausdrucken: Das muss heute längst nicht mehr auf Papier geschehen, sondern geht auch auf Leinwand, Metall oder sogar halbtransparent auf Glas.
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Fotos verschwunden im Nirwana und verschollen für die Ewigkeit – zählen Ihre auch dazu? Das wäre echt schade, denn damit würden sie ein nicht beachtetes Dasein auf Speicherkarten sowie Festplatten fristeten. Der Trend geht ganz klar dahin, mit und in seinen Fotos zu leben. Zu verdanken haben wir dies den grenzenlosen Möglichkeiten, Fotografien sichtbar zu machen. Textildruck, Geschenkpapier, Poster, Keramik oder das Fotobuch sind nur einige der Alternativen, die heutzutage zur Verfügung stehen. Folgende Liste beleuchtet einzelne kreative Druckmöglichkeiten ein wenig genauer.

1. Foto-T-Shirts

„Bitte was?“ werden jetzt viele sagen „das ist doch ein uralter Hut und oberpeinlich noch dazu“. Nicht ganz zu Unrecht: T-Shirts mit Foto-Aufdruck gibt es seit Jahren und werden oft genug bei Aktionen, wie dem Junggesellenabschied, verwendet. Aber wo früher meist das Motiv einfach langweilig quadratisch auf die Brustpartie der Shirts gedruckt wurde, ist heute Voll-Style angesagt: Moderne Foto-T-Shirts ziehen das Motiv über jeden einzelnen Quadratzentimeter Stoff – vorne und hinten. Damit eignen sie sich zwar nicht mehr besonders gut, um darauf einzelne Portraits darzustellen, weil diese durch die Körperformen dann verzerrt werden. Aber wer gerne abstrakt fotografiert, vielleicht mit Bildbearbeitung aus einem eigentlich unspektakulären Bild ein echtes Kunstwerk macht, der kann so seinem Werk auf Stoff eine ganz neue Richtung geben.

2. Foto-Geschenkpapier

Die Zeiten von Streifen, Sternchen und Tannenbäumen auf Geschenkpapier sind für alle vorbei, die mit entsprechenden Fotos aufwarten können: Mit Foto-Geschenkpapier bekommt diese heute meist so achtlos aufgerissene und blitzschnell entsorgte Einwickelmethode den Glanz zurück, den sie in früheren Jahrhunderten von Beginn der industriellen Massenfertigung hatte – nämlich als Mittel der Wahl von Schönen und Reichen. Einen ähnlichen Weg gehen übrigens auch Foto-Geschenkkartons.

3. Poster – Sondermaterialen

Fotos einfach nur ins Web hochladen und nach ein paar Tagen eine Transportrolle aus Pappe vom Paketdienst überreicht bekommen? Das war gestern. Heute übertreffen sich die Anbieter gegenseitig in der Auswahl von Sondermaterialien. Da kann das bearbeitete Landschaftsfoto ganz klassisch aus Stoff mit Keilrahmen gedruckt, oder das Unterwasserfoto vom letzten Urlaub halbtransparent auf Plexiglas oder echtes Glas übertragen werden und so zum durchsichtigen Stimmungsmacher an der Wand werden. Ebenfalls heute eine Möglichkeit: Der Druck auf Blech, Aluminium oder auch riesige Planen. Interessant auch für Kreative: Wer möchte, kann sich heute auch selbst eine Fantasie-Nationalflagge designen und sich diese drucken lassen.

4. Fototasse

Auch die Fototasse ist keine ganz neue Erfindung. Aber auch bei ihr hat die Digitalisierung breitgefächerten Einzug erhalten: Heute geht es wie schon beim T-Shirt nicht mehr nur darum, einfach das Motiv auf die Tasse zu bringen. Vielmehr können auch hier die Kaffeebecher viel großflächiger bedruckt werden. Andere Firmen bieten zudem auch die Möglichkeit, die Fotos beim Hochladen noch gesondert mit Bildereffekten zu bearbeiten – ein Plus für alle, die nicht Photoshop oder GIMP ihr Eigen nennen und solche Arbeiten selbst übernehmen.

5. Fototapete

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Mit frei gestaltbaren Fototapeten lassen sich auch Urlaubserinnerungen in XXL an die Wand bringen – die Montage ist aber immer noch schwer und sollte vom Profi ausgeführt werden.
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Wer hatte sie nicht im Jugendzimmer? Die Wand, die von einer Fototapete bedeckt wurde und vor der man von den darauf gezeigten tropischen Stränden, Urwäldern oder nächtlichen Skylines träumen konnte. Damals lag die Motivwahl auf Seiten der Hersteller und war dementsprechend eingeschränkt. Dank der immer höher werdenden Auflösungen eignen sich heute aber selbst die Fotos so mancher Consumer-Class-Kameras und selbst von Smartphones dazu, auf Maße jenseits der 3×2 Meter gebracht und gedruckt zu werden. Freilich erfordert das Anbringen immer noch meisterhafte Fähigkeiten in Sachen Tapezieren. Aus diesem Grund und weil Fototapeten aus eigenen Mustern häufig dreistellige Summen kosten, sollte das Anbringen an der Wand lieber dem Profi überlassen werden.

6. XXL-Vinyl

Früher vor allem aus Autotuning-Filmen á la „The fast and the furious“ bekannt, waren Auto-Vinyls bislang vor allem abstrakt anmutende Muster, die meist in der örtlichen Tankstelle Staub ansetzten und auf Fünftbesitzer-Wagen zum Einsatz kamen. Heute lautet das Zauberwort allerdings Folieren. Und das ermöglicht es, ein ganzes Auto mit speziellen Folien zu überziehen. Meist sind diese natürlich einfarbig – Taxis werden so hierzulande gerne mit der typischen Taxen-Farbe „Hellelfenbein“ überzogen, weil sich der Wagen dann später besser verkaufen lässt. Aber wie bei der Fototapete können die Folien heute auch mit beliebigen Fotos bedruckt und dann auf dem Auto angebracht werden – ob nun über den ganzen Wagen oder nur einzelne Teile bleibt dem Geschmack des Besitzers überlassen. Am falschen Ende sollte man übrigens nicht sparen und das Folieren dem Fachmann überlassen.

7. Foto-Bettwäsche

Einkuscheln in Blanko-Wäsche muss sich heute niemand mehr. Zu den heutigen Möglichkeiten des Drucks gehört es auch, ganze Kissen- und Deckenbezüge mit den eigenen Fotos verzieren zu können. Durch moderne Druckverfahren ist das auch als Einzelkauf durchaus günstig – früher hätten Interessenten für einen so exklusiven Druck noch vierstellige Beträge zahlen müssen. Natürlich wirken die Fotos auf langen Gegenständen wie einer Decke nur dann richtig gut, wenn sie ebenfalls im Hochformat geschossen wurden.

Fazit

Wer sich oder seinen Lieben heute ein Foto zum Geschenk machen möchte, der muss längst nicht mehr nur auf das Motiv an sich zurückgreifen: Bettwäsche, Tassen, und Co. machen aus dem Bild ein alltagstaugliches Geschenk. Und besondere Materialien wie Glas und Metall noch aus dem klischeehaftesten Strandfoto eine besondere Erinnerung.

Fotografische Anwendungen 04 / 2016

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