Im menschlichen Auge registrieren bestimmte Sehzellen, sogenannte Zapfen, die Farben. Für jede der Farben Rot, Grün und Blau gibt es einen Zapfentyp. Bei Digitalkameras ist das mit speziellen Sensorelementen für diese drei Farben ganz ähnlich. Die britischen Forscher um Harvey zerlegen ein Bild nun nicht in drei Farben, sondern über eine spezielle Optik in 32 Farbbereiche. Diese 32 Farben projiziert das Gerät auf nebeneinanderliegende Bereiche eines Lichtdetektors. Im Computer können die Forscher die 32 Farbaufnahmen nun wieder zu einem Abbild der Realität zusammensetzen - wie es das Auge sieht. Interessanter ist es, die Kontraste zwischen den verschiedenfarbenen Aufnahmen zu erhöhen. Durch diese Falschfarbendarstellung können feinste Farbunterschiede im Originalbild deutlich herausgearbeitet werden.
Ursprünglich haben die Forscher das Kamerasystem für militärische Anwendungen entwickelt. Im Laubwald getarnte Objekte könnten mit dem System ebenso ausfindig gemacht werden wie Minen auf dem Boden. Die hohe Farbempfindlichkeit des Geräts kann aber auch Medizinern helfen, beispielsweise auf dem Augenhintergrund Blutgefäße auseinanderzuhalten. Im Falschfarbenbild können sie den Sauerstoffgehalt des Blutes an den Farbunterschieden erkennen und damit Augenerkrankungen diagnostizieren. (Quelle: www.wissenschaft.de)
Fotografische Gebiete 09 / 2009


