Handheldkamera - Das Unsichtbare sichtbar machen

Eine neuartige tragbare Mikrowellenkamera hat ein Forscherteam der Missouri University of Science and Technology entwickelt. Die Handheldkamera kann, ähnlich wie Röntgengeräte, Einblick in das Innere von Menschen und Materialien geben und dabei Fehler oder Unregelmäßigkeiten feststellen. Dabei sind Anwendungen, wie die ungeliebten Body-Scanner an den Flughäfen, nur eine der Möglichkeiten, die Kamera einzusetzen. So könnte man mit ihr etwa auch Defekte in unterschiedlichen Materialien, wie sie beispielsweise beim Brücken- oder Flugzeugbau verwendet werden, aufspüren. In der Medizin wäre die Handheldkamera bei der Suche nach bestimmten Schäden, die Hautkrankheiten oder auch Krebs verursachen, hilfreich. In südlichen Ländern könnten die Mikrowellenaufnahmen auch geeignet sein, Termitenbefall an Häusern rechtzeitig aufzuspüren, bevor dieser zu größeren Schäden führt. Auch in Sicherheitsbereichen ließe sich mit der portablen Mikrowellenkamera für das Personal die Suche nach verborgenen Waffen erleichtern.

Die Kamera nimmt 30 Bilder pro Sekunde in unterschiedlichen Ebenen auf, die auf einem PC so umgewandelt werden, dass man sie auf einem Bildschirm in Echtzeit sehen kann. Da man die Bilder ja nicht an einem festen Standort aufnimmt, wird dafür ein Notebook verwendet, das mit Batterien, die mehrere Stunden durchhalten, betrieben wird.

Bisher gibt es die innovative Kamera nur als Prototyp und es ist notwendig, für den Scan die Objekte zwischen dem Signalsender und einem -empfänger durchzuleiten. Künftige Versionen sollen Sender und Empfänger zusammenführen, so dass in nicht weit entfernter Zukunft der Blick mit ihr ins Innere von Mensch oder Produkt auf einfache Weise möglich wird.

Das Team um Dr. Reza Zoughi hat die Kamera schon zum Patent angemeldet und 2011 für seine Forschung den Joseph F. Keithley Award erhalten. „In Zukunft planen wir die Entwicklung einer Breitbandkamera, die 3D-Bilder oder holografische Bilder in Real-Time produziert“, erklärt Dr. Reza Zoughi. (www.mst.edu)

Fotografische Anwendungen 03 / 2012

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