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Infrarotkameras liefern wichtige Erkenntnisse für die Sicherheit
Tunnelblick für den Artenschutz

Jedes Jahr gibt es zahlreiche Wildunfälle. Beim Queren von Verkehrswegen kommt es laufend zu Karambolagen, bei denen nicht nur immer wieder Tiere verletzt oder getötet werden, sondern oftmals auch Menschen. Zwar meiden Wildtiere, soweit es geht, viel befahrene Straßen, oft haben sie aber keine andere Möglichkeit, um trotzdem in andere Reviere zu wechseln. Eine Chance für sie bietet sich durch Kanalsysteme, die von vielen Tieren zur Überquerung genutzt werden.

Forscher der Universität von Maryland wollen nun für ihre Untersuchungen Fotografien dazu verwenden, um Rohrsysteme zu entwerfen, die Tiere dazu bringen, sie für den Seitenwechsel zu nutzen und damit die Sicherheit auf den Straßen zu vergrößern. Denn nach Meinung der Forscher gehört die Zersplitterung des Lebensraumes durch Straßen zu den bedeutendsten Zerstörungen der Tierwelt.

Um heraus zu bekommen, wie die Tiere sich verhalten, haben die Uni-Forscher in Rohrsystemen des amerikanischen Bundesstaates Maryland allein 57 verschiedene Tierarten mit Infrarotkameras aufnehmen können. Die Bilder brachten erstaunliche Erkenntnisse zu Tage. In den großen Rohren unter den Straßen konnten die Forscher mit ihren Kameras keineswegs nur Kleingetier, wie Ratten und Mäuse, ablichten, sondern ebenso kamen ihnen Waschbären, Hirsche, Gänse, Murmeltiere und Füchse vor die Linse. Wobei manche Tierarten, die Rohre nicht nur als Verbindungswege nutzen, sondern dort auch nisten oder Nahrung suchen. Eine Erkenntnis, die außerdem aus den Infrarotaufnahmen gezogen werden konnte, war, dass erstaunlicherweise in den verschiedenartigen Rohrsystemen, die das Wasser unter den Straßen ableiten, auch unterschiedliche Tierarten zu finden sind. Während Rehe kein Kopfsteinpflaster mögen, halten sich Eichhörnchen von bogenförmigen Kanälen fern.

Dank der Erkenntnisse der Forscher, denen durch die Katalogisierung der Bilder mit den Tierarten ein Bezug zu den Kanalsystemen gelang, können die Abflussrohre bei künftiger Planung als Lebensretter dienen. Denn die Ergebnisse könnten Einfluss darauf haben, wie die Rohrverlegungen unter den Straßen zu konzipieren sind, damit sie von den Wildtieren akzeptiert werden.

Fotografische Anwendungen 01 / 2012

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Tunneltier

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