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Kameras für die Brandbekämpfung

Zu den Katastrophen, die im vergangenen Jahr über Wochen die Schlagzeilen der Medien beherrschten, gehörten Waldbrände, wie sie in Anzahl und Ausmaß in den letzten Jahren immer mehr zugenommen haben. Kilometerweite Flächen von Wald-, Wohn- und Weideflächen wurden in Russland, Australien und Kalifornien verwüstet. Auch in Deutschland gehört zum Beispiel Brandenburg zu den stark gefährdeten Gebieten.

Wegen der großen Flächen, aber auch wegen der oftmals schwer zugänglichen Gebiete, in denen gerade die großen Waldbrände wüten, ist eine effektive Bekämpfung des Feuers häufig nur aus der Luft möglich. Ein schon lange erprobtes Hilfsmittel sind bei der Brandbekämpfung Infrarotkameras. Diese Kameras messen die Wärmestrahlung, liefern hochaufgelöste Bilder und können Brandherde lokalisieren, deren Entdeckung zu einem frühen Zeitpunkt verhindern kann, dass es zu einer weitläufigen Ausbreitung des Feuers kommt. Die IR-Kameras eignen sich deshalb besonders zum Erkennen der Brandherde, da Feuer im Infrarotbereich am stärksten strahlt.

Sogenannte Thermografiekameras werden auch zur Erkennung von Brandnestern in Müllverbrennungsanlagen eingesetzt, die sich als wirkungsvolle Präventionsmaßnahme vor allen auch in geschlossenen Lagern durchgesetzt haben. Ein automatisch arbeitendes Brandfrüherkennungssystem auf Basis der Infrarot-Thermografie soll warme Stellen auf der Abfalloberfläche erkennen, die auf Glimmnester schließen lassen und frühzeitig kritische Temperaturen melden. Die Messungen des Brandfrüherkennungssystems mit der Thermografiekamera funktionieren auch über größere Entfernungen kontinuierlich und berührungslos. Bei der thermografischen Brandfrüherkennung kommt es darauf an, kleinste überhitzte Objekte, sogenannte „Hot Spots“, frühzeitig und sicher zu erkennen und deren Temperatur korrekt zu bestimmen. Die übliche Falschfarbendarstellung eines Thermografiebildes entspricht nicht der gewohnten Ansicht eines Videobildes, eine Orientierung ist jedoch gleichermaßen gut möglich. Voraussetzung ist allerdings eine gute Temperaturauflösung der eingesetzten Thermografiekamera.

Auch bei der Feuerwehr in Deutschland hat sich der Einsatz von Wärmebildkameras weitgehend durchgesetzt und man will bei der Brandbekämpfung kaum mehr darauf verzichten. Vor allem bei der Suche nach Glimmnestern in Hohlräumen haben sich Wärmebildkameras bestens bewährt.

Mit einer Wärmebildkamera kann man die Hitzestrahlung in den einzelnen Räumen sehr gut sehen. Man sucht sich dazu einen Referenzpunkt, z.B. die Fläche über dem Türrahmen aus. Ein Feuerwehrmann kann nun beobachten, ob die Hitzeausbreitung in einem Bereich sich verbessert oder verschlechtert. Ebenso können Feuerwehrleute mit der Wärmebildkamera die Wirkung des Wasserstrahles beobachten und besser steuern. Wenn sich heiße Flächen, die auf dem Bildschirm hell dargestellt werden, in dunkle Schatten verändern, hat der Wasserstrahl den beabsichtigten Kühleffekt erzielt. Falls sich diese Flächen nicht verdunkeln, war die Wassermenge zu gering oder der Wasserstrahl hat den Brandherd nicht getroffen. Selbstverständlich sind die Kameras auch wichtiges Hilfsmittel, um Personen an Brandorten aufzufinden. Das Prinzip der Kameras beruht darauf, dass je wärmer ein Gegenstand oder Lebewesen ist, umso heller in der Aufnahme dargestellt wird. So können Personen durch die abstrahlende Körperwärme auch in verrauchten Räumen aufgefunden werden. Ebenso von großer Wichtigkeit sind diese Kameras um Menschen unter Eisflächen zu orten, wo sie sonst nicht zu sehen wären.Wie in vielen Bereichen der Rettungsdienste ist die Fortentwicklung von Kameratechniken und Software wesentlich, um Fortschritte in der Erkennung und Bekämpfung von Brandgefahren voranzutreiben.

Fotografische Anwendungen 03 / 2011

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