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Kameras vermessen den Körper - In Sekundenschnelle liegen alle Maße vor

Es geht fix, ist präzise, und etwaige Problemzonen werden erst gar nicht angetastet: Wer auf den Leib geschneiderte Kleidung bevorzugt, braucht sich nur 90 Sekunden Zeit zu nehmen, in eine Messkabine zu schlüpfen - und schon ist der gesamte Körper vermessen. Die von der Gesellschaft zur Förderung angewandter Informatik (GFaI) in Berlin-Adlershof entwickelte Technik heißt BodyFit 3D und kommt im Gegensatz zu üblichen Körperscannern ohne Lasertechnik aus.

Wie sich der Kunde zu positionieren hat, damit sein Körper bestmöglich vermessen werden kann, wird automatisch angesagt. Kein Helfer ist für das Blitzverfahren nötig. „Die Kunden empfinden es als sehr angenehm, beim Maßnehmen weder berührt noch von einem Laser abgetastet zu werden, bei dem viele Menschen Angst vor Gesundheitsschäden haben“, sagt Projektleiter Niels Heuwold von der GFaI.

Eigentlich hat der Entwickler Geodäsie studiert - er kennt sich also mit dem Vermessen der Erdoberfläche aus. Die Idee, den menschlichen Körper so schnell und angenehm wie möglich zu vermessen, rührt daher, dass jeder Schneider unterschiedlich Maß nimmt, also ein objektives Verfahren gefunden werden sollte, das auch noch bezahlbar ist. Das spielt sich bei den Berlinern im Inneren einer acht qm großen Kabine ab: Zwei Kameras nehmen die Körpersilhouette aus jeweils vier Positionen auf. Weiße Lichtstreifen eines Beamers fluten dabei von Kopf bis Fuß über den gesamten Körper. Während der Vermessung muss sich der Kunde in Vierteldrehungen einmal um die eigene Achse drehen. Aus den so gewonnenen Informationen errechnet eine Software die exakten Körpermaße. „Zwar gibt es die elektronische Körpervermessung schon lange, doch entweder werden nur die Konturen zweidimensional erfasst oder es wird eine dreidimensionale Rundummessung per Laser durchgeführt“, sagt Heuwold.

Die Berliner haben nun beide Verfahren verbunden und auf das Wesentliche reduziert. „Wir verwenden keinen Laser, weil dabei eine riesige Datenmenge mit Millionen Messpunkten entsteht - obwohl nur etwa 90 Prozent davon benötigt werden“, sagt Heuwold. Außerdem würden zur Verarbeitung der vielen Messpunkte teure Rechner benötigt. BodyFit gewinnt seine 3D-Daten hingegen mithilfe eines handelsüblichen PC. Weiterer Vorteil: Personen, die vermessen werden, müssen nur eine halbe Sekunde während der Einzelmessung stillhalten. Bei einem Laser ist sekundenlange Regungslosigkeit erforderlich, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen.

Der Computer berechnet aus den Daten alle Informationen, die für eine Maßkonfektion benötigt werden: Hals-, Brust-, Taillen-, Hüft- und Gesäßumfang werden ebenso erfasst wie Schulterwinkel und -breite, Arm- und Beinlängen rechts und links. Mit diesen Daten könnten auch Orthopäden Haltungsschäden untersuchen. In anderthalb Minuten werden mehr als dreißig Maße genommen - machbar seien bis zu einhundert, so die Entwickler. Die Daten können ausgedruckt, auf einem Chip gespeichert oder gleich an die Schneiderei gemailt werden. (Quelle: www.Handelblatt.com)

http://www.gug.uni-hannover.de/index.php?option=com_content&task=view&id=94&Itemid=123
 

Fotografische Anwendungen 07 / 2009

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www.bodyfit3D.de