Passbilder vom Schweinchen

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Ob für Pässe oder Führerschein, für Bewerbungen oder für Monatsfahrkarten – für schier unendlich viele Zwecke benötigen Menschen Passbilder. Aber wozu brauchen Schweine Passbilder? Weil Dennis Buchmann möchte, dass man auf anonymes Massenfleisch verzichtet und bei ihm Fleisch von glücklichen Schweinen kauft, und die soll man auch sehen können. Eine tolle Idee, wie wir meinen, denn so hat jeder von uns auch mehr Achtung vor dem, was er isst.

Dennis Buchmann ist der Gründer der Internetseite www.meinekleinefarm.org, über die Wurstwaren von Bioschweinen verkauft werden. Jedes Schwein aus dem Betrieb wird für die Internetseite unter dem Motto „Wir geben Fleisch ein Gesicht“ fotografiert. Einmal als Passbild, aber dann auch noch für die Galerie auf der Internetseite. Dort kann man das Schwein, das jeweils eine Nummer hat, in seinem glücklichen Leben dabei zusehen, wie es sich im Schlamm suhlt, über die Wiesen marschiert oder mit seinen Artgenossen am Futtertrog frisst. Auf den Gläsern der Leberwurst, Sülze oder Mett ist dann ein Foto des Schweines, aus dem die Wurst gemacht wurde. Der Idee von Buchmann, der Student ist, liegt ein Uni-Projekt, das ein politisches Anliegen realisieren sollte, zugrunde. Neben dem Anliegen, der Massentierhaltung entgegen zu wirken, möchte der Initiator damit einen verminderten Fleischverzehr vorantreiben. Wer die Tiere kennt, die er isst, wird sich auch bewusster sein, dass für seinen Genuss die Schweine geschlachtet werden. Ihr Leben verbringen die Schweine bei Bauer Bernd; Dennis Buchmann ist nur für die Vermarktung zuständig. Geschlachtet wird, wenn das Tier wurstglasweise verkauft ist.

Ob die individualisierte Wurst auf Dauer Anhänger finden wird, sei noch dahingestellt – nicht jeder möchte das, was als Fleisch auf den Tisch kommt, vorher gekannt haben.

Fotografische Anwendungen 05 / 2012

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