Bilddiebstahl - Wo sind überall meine Bilder?

© Blende, Celina Köfer, Schloss
© Blende, Celina Köfer, Schloss
Ein Leben ohne das Internet ist heute unvorstellbar – in diesem Zusammenhang ist es immer schön, wenn man vom Nachwuchs gefragt wird, wie man es denn früher gemacht hat, als es das Netz der Dinge noch nicht gab. An diese Zeit möchten wir uns einfach nicht zurückerinnern. Das Internet bietet so viele Vorteile auch wenn die Nebenwirkungen nicht ohne sind. Mit dazu gehört für uns der Bilderklau. Wir wollen niemanden an den Pranger stellen denn so mancher Bilddiebstahl geschieht sicherlich auch aus Unwissenheit. Gefördert wird diese auch durch die Tatsache, dass im Internet nahezu alles frei Verfügbar zur Nutzung zu sein scheint. Möchte man den Bilderdiebstahl für sich ausschließen, dann bedeutet dies, sich nicht nur von der vernetzten Welt mit seinen Fotos fernzuhalten sondern auch darauf zu achten, dass die eigenen Fotos nie den persönlichen Raum verlassen. Nimmt man aber beispielsweise an einem Fotowettbewerb teil, zu dem nur Aufsichtsvorlagen – also Papierbilder – eingereicht werden können, dann wird man diese Aufnahmen dennoch früher oder später im Netz sehen.

Wie ein Detektiv vorgehen

Jeder Fotobegeisterte, dessen Aufnahmen den persönlichen Raum verlassen, wird früher oder später das Netz nach seinen Bildern durchsuchen. Motivation dafür ist sicherlich auch, dass man dadurch in Erfahrung bringt, wie gut die Aufnahmen in der Netzgemeinde ankommen, erfüllt einen dies schließlich auch mit Stolz. Da das Internet nichts vergisst und die Suchoptionen unseres Erachtens sehr gut sind, kommt man beim richtigen Vorgehen jedem Bilderklau auf die Schliche, auch wenn er schon längere Zeit zurück liegt.

Google ist die am weitesten verbreitete Suchmaschine. Das Unternehmen unterstützt einen hilfreich bei der Detektivarbeit indem man ein Referenzbild hoch lädt und nach der gleichen Aufnahme suchen lässt. Einfach www.google.de/imghp eingeben und auf das Kamerasymbol gehen.

Google Bildersuche
Hier hat man nun zwei Optionen. Man gibt die URL mit dem Bildlink ein oder aber man lädt das Referenzbild als Datei hoch. Wir erachten letztgenanntes als die einfachere Variante. Kleiner Tipp: Große Aufnahmen sollte man herunterrechnen, das spart Zeit.

Google Bildersuche
Man kann dann noch Suchoptionen festlegen wie beispielsweise den Zeitraum mit „die letzten 24 Stunden“, „letztes Jahr“ oder „beliebige Zeit“. Geht man auf den Link „Optisch ähnliche Bilder“ dann kann die Suche noch weiter verfeinert werden. Hier hat man dann auch die Option links den Punkt „SafeSearch“ zu aktivieren. Damit lassen sich „unangemessene oder anstößige“ Bilder blockieren. Wir sehen darin bei der Bildersuche nicht unbedingt eine Sinnhaftigkeit.

Die Bildsuche kann nun weiter verfeinert werden indem die Aufnahme beschrieben wird. Hier kommen die uns allen bekannten Suchmechanismen wie Anführungszeichen, Sternchen, Plus oder beispielsweise Tildezeichen zum Tragen. Hat man eine bestimmte Homepage in Verdacht dann gibt man „site:“ und die URL ohne „http://“ und „www“ ein. Google bietet auch die „Erweiterte Suche“. Geht man beispielsweise auf „Gesicht“, dann können so Porträts leichter gefunden werden.

Google Bildersuche

Google Bildersuche

Dem Bilderklau entgegenwirken

Bilddiebstahl wird man nie verhindern können, man kann aber die Wahrscheinlichkeit herabsetzen. Dies gelingt sehr gut mit Wasserzeichen. Wir raten auch dazu, nicht zu große Bilder bereitzustellen. Aufnahmen mit 1.920 mal 1.080 Pixel eignen sich höchstens für 10 mal 15 cm Ausdrucke und sind damit absolut uninteressant für den Magazin- oder beispielsweise Posterdruck. Viele Kameras für ambitioniertere Fotografen bieten zudem die Möglichkeit zur Eingabe des Urhebernamens schon in den Voreinstellungen. Alternativ bieten auch Bildverwaltungsprogramme wie Lightroom eine entsprechende Möglichkeit. So sind dann zumindest alle Bilder mit dem eigenen Namen versehen. Da Metadaten, wie diese Angabe leicht verändert werden können, ist es bei ausreichender krimineller Energie des Bilderklauers kein sicherer Schutz, aber immerhin schon eine Maßnahme, die hilft, Gelegenheitsdiebe zu überführen.

Fotografische Anwendungen 11 / 2015

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3 Kommentare

Bilderklau in ganz großem Stil betreibt auch die Seite "wallpart.com" Die fremden Fotos werden dort sogar als Poster verkauft! Einen interessanten Artikel dazu gibt es hier: http://fotowalther.de/verkauf-von-fotos-durch-wallpart-verhindern/ Nahezu alle meiner Bilder (vor allem die aus der fotocommunity) finde ich dort wieder!

von Erik
18. November 2015, 12:54:46 Uhr

Mir wurden mittels API reihenweise auf "Panoramio" ausgestellte Fotos geklaut und in die Seite "Straßenkatalog.de" eingebunden. Lt. meinen Grundeinstellungen bei Panoramio ist jegliche Drittnutzung untersagt. Das schließt auch die Nutzung der Bilder mittels API aus. Da sich Google als Betreiber von Panoramio gänzlich uneinsichtig und wenig hilfsbereit zeigte, musste ich den Betreiber der Seite "Straßenkatalog.de" auf Unterlassung verklagen. Die Bilder sind jetzt von seiner Seite verschwunden, allerdings werde ich Panoramio keine weiteren Fotos mehr zur Verfügung stellen, da die Urheberrechte der Nutzer dort nicht ausreichend geschützt werden, obwohl die Grundeinstellungen dies vorsehen.

von F. Schilling
12. November 2015, 07:21:05 Uhr

Ich hatte gerade Bilderklauprobleme auf flickr! Da hat ein User etliche meiner Bilder etwas anders zugeschnitten und diese dann als seine eigenen gepostet. Er hat sogar auf sein Copyright an diesen Bildern hingewiesen. Dank Yahoo wurde das Thema dann aber schnell und unbürokratisch geklärt.

von Torsten Klose
11. November 2015, 10:42:26 Uhr

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