Fotografie - Individuelle Postkarten mit Aha-Effekt

© Petra Vogt
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Wenn einer eine Reise tut, dann kann er nicht nur was erzählen, sondern verschickt meistens auch Postkarten. Die wiederum erzählen noch viel mehr, wenn darauf nicht nur die Standardmotive des jeweiligen Urlaubsortes zu sehen sind, sondern die eigenen Aufnahmen. Einige Fotoservices machen die individuellen Grüße mittlerweile für Nutzer von Smartphones und Tablets möglich. Als Nebeneffekt mitgeliefert wird der „Aha“-Effekt beim Empfänger. Da viele die individuellen Postkarten noch nicht kennen, ist der typische Kommentar: „Mensch, wie hast Du das denn gemacht, dass Ihr selbst auf der Postkarte drauf seid?“

Einfache Erstellung

Dabei geht es ganz einfach: Vom Grundprinzip her funktioniert die individuelle Postkarte bei den meisten Anbietern ähnlich. Zunächst muss man sich eine entsprechende App aufs Mobilgerät herunterladen – am besten noch zu Hause oder im kostenlosen Hotel-WLAN. Bei einigen, wie Pixum, gibt es eine dedizierte Postkarten-Version, bei anderen wie CEWE ist die Postkarten-Erstellung auch in der allgemeinen Fotowelt-App enthalten. Mit der Suche nach „Postkarte“ im App-Store wird man auf jeden Fall fündig.

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Nach der Installation kann man schon loslegen mit der Postkarten-Erstellung: Wer mag, kann direkt mit dem Mobilgerät ein Foto aufnehmen. Alternativ sind auch bereits fotografierte Bilder verfügbar. Wer die Aufnahmen seiner Kamera verwenden möchte, muss sie zunächst aufs Mobilgerät übertragen. Das geht bei modernen Kameras per WLAN. Bei Geräten ohne Drahtlos-Verbindung hilft ein Kartenleser. Für Apple-Geräte muss es eine spezielle Variante mit entsprechendem Konnektor sein. Für Android-Tablets wird in der Regel ein OTG-Kabel benötigt. Besonders bequem haben es alle mit einem Tablet mit Kartenlese-Slot.

Sind die Bilder aufs Mobilgerät übertragen, können sie auf der Postkarte angeordnet werden. War der Prozess bis hierhin bei den meisten Anbietern noch sehr ähnlich, beginnen nun die Unterschiede: Einige Fotoservices setzen auf ein schlichtes Layout mit einem einzigen großen Bild, andere, wie CEWE, bieten die von der Fotobucherstellung bekannten Layoutschablonen auch für Postkarten an. Bei wenigen gibt es sogar zusätzlich noch Gestaltungsmöglichkeiten wie etwa farbige Rahmen. Wer auf einen Anbieter setzt, der nur ein einziges Bild ermöglicht oder noch weitergehende Gestaltungsfreiheit haben möchte, kann auch eine weitere App wie Photo2Collage (siehe unsere Besprechung unter http://www.prophoto-online.de/iphone-ipad-apps/Foto-App-iPhone-iPad-Photo2Collage-10006306) für die Gestaltung einsetzen. Das fertige Bild muss daraus ins Fotoarchiv gespeichert werden und kann dann in die Postkarten-App übernommen werden.

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Auch in den Gestaltungsmöglichkeiten der Rückseiten unterscheiden sich die Anbieter deutlich: Bei einigen ist es sogar möglich, eine individuelle Briefmarke mit eigenem Foto drucken zu lassen oder in einem speziellen Feld mit dem Finger individuell zu unterschreiben. Das sorgt für einen weiteren unerwarteten Hingucker.

Alles in allem macht es viel Spaß, einen ganz individuellen Urlaubsgruß zu entwerfen. Praktischerweise wird die Gestaltung bei den meisten Apps für die zukünftige Verwendung abgespeichert, so dass man sehr leicht Varianten für weitere Empfänger kreieren kann. Manche haben so viel Spaß mit den individuellen Karten, dass selbst Bekannte eine Karte erhalten, an die sie sonst nie eine verschicken.

Bestellung und Upload: Zusatzkosten vermeiden

Sind alle Karten fertig gestaltet, legt man sie in den Warenkorb und durchläuft anschließend einen typischen Online-Shopping-Prozess. Die Zahlungsmöglichkeiten variieren je nach Anbieter. Häufig wird Paypal angeboten. Anschließend lädt die App die Aufnahmen zum Anbieter hoch. Da dabei unter Umständen relativ umfangreiche Bilddaten übertragen werden müssen, startet man den Kauf- und Upload-Prozess daher am besten in einem Hotel-WLAN, damit keine teuren Datenübertragungskosten anfallen. Außerdem geht es dann meist schneller. Bei langsamen Netzen und von der Kamera heruntergeladenen Bildern muss man unter Umständen dennoch Geduld mitbringen. Immerhin bieten einige Fotoservices bei abgebrochener Verbindung direkt in der App einen neuen Übertragungsversuch an. Das ist bequem und hilfreich. Funktioniert der Upload trotzdem nicht, wird übrigens in der Regel kein Geld abgebucht, sondern eine eventuelle Paypal-Autorisierung automatisch storniert. Man kann den Postkarten-Spaß also gefahrlos ausprobieren.

Die Lieben zu Hause erhalten in der Regel nach 2 bis 3 Tagen schon die Karte. Da meist in Deutschland gedruckt und versandt wird, geht das oft sogar schneller als wenn Standard-Postkarten aus dem Urlaubsland verschickt werden. In der Ausführung der zugesandten Karten unterscheiden sich die Fotoservices ebenfalls. Manche versehen die individuellen Grüße wie bei den typischen Standard-Postkarten mit einer glänzenden Schutzschicht. So sehen sie auf den ersten Blick aus wie die vor Ort gekaufte Variante. Der Aha-Effekt folgt dann aber umgehend.

Fotografische Anwendungen 02 / 2015

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