Haltbarkeit von Fotografien - Papierbilder gelten als am beständigsten

Haltbarkeit von Fotografien
Jedes Medium, sei es Papier, Negativ, Dia, Glasplatte, aber auch Speichermedien unterliegen einem Alterungsprozess. Dies hat zur Folge, dass Fotografien entsprechend der Materialien, auf denen sie sich befinden, nur eine gewisse Lebensdauer haben. Diese kann bei weit über 100 Jahren liegen – das hängt jedoch vom Material sowie der Art und Weise der Aufbewahrung ab. Allgemeingültigkeiten über die Lebensdauer der einzelnen Materialien kann es dementsprechend nicht geben, zu groß sind die möglichen Variablen, wie Temperatur, Feuchtigkeit, Staub, aber auch die eigenen Fehler, die oftmals unbeabsichtigt begangen werden. Papierbilder gelten nach wie vor als am beständigsten – vor kurzem hatte einer der Gründungsväter des Internets, Vint Cerf, geäußert, dass er in der Bildausgabe auf Papier derzeit den einzig gangbaren Weg sieht, sich vor dem Verlust seiner Aufnahmen zu schützen. Wir fühlen uns endlich bestätigt, propagieren wir dies doch immer wieder in regelmäßigen Abständen. Geben Sie die Bilder, die Ihnen am Herzen liegen, auf Papier aus – entweder auf Einzelprints oder in Form der so beliebten selbstgestalteten Fotobücher. Geizen Sie nicht mit dem Format, denn großformatige Papierbilder können zu einem späteren Zeitpunkt durch Scanprozesse auch wieder der digitalen Welt zugeführt werden.

Zyniker sehen angesichts der aktuellen Bilderflut einen Segen darin, dass nur die wenigsten heutigen Fotografien überleben werden. Wir können uns dem nicht anschließen, denn jede einzelne Fotografie, aber auch jedes Video ist ein wichtiges Kulturgut, das überliefert gehört. Aus diesem Grund appellieren wir an jeden, mit seinen Bild- und Videodatenschätzen sorgsam umzugehen und sie für sich, aber auch für die Nachwelt zu bewahren.

Digitale Speichermedien

Digitale Speichermedien
Digitalen Speichermedien wird eine recht kurze Haltbarkeit nachgesagt. Gründe dafür sind, dass sie durch Gebrauch altern können und dass ihre Lebenszeit durch neue Innovationen begrenzt ist. Heute können sich nur die älteren Jahrgänge noch an die 5.25 Zoll Diskette erinnern, die ab 1976 das erste Massenspeicherprodukt war. Ab 1990 kam die CD-ROM auf, die, sofern man jetzt noch in dem Besitz eines Rechners mit solch einem Laufwerk ist, nach wie vor als Speichermedium eingesetzt wird. Ihre Lebensdauer liegt bei 3 bis 20 Jahren. 1994 wurde die 5.25 Zoll Diskette von der ZIP-Diskette abgelöst, von der inzwischen heute niemand mehr spricht. Dafür aber seit dem Jahr 2000 bis heute von den sogenannten USB-Sticks und den SD-Karten, die jeder Foto- und Videobegeisterte kennt. Nicht Unerwähnt bleiben sollten externe Festplatten, über die eine Vielzahl der Anwender verfügen, auch deshalb, um darauf digitale Bilddatenschätze und/oder Videos zu sichern. Wie lange deren Haltbarkeit ist, darüber gehen die Meinungen auseinander – hier kommt wieder die Variable ins Spiel. In der Regel darf von sechs Jahren ausgegangen werden – keine lange Zeitdauer im Vergleich zu Papierbildern, Negativen und Dias, die je nach der Art der Aufbewahrung weit über 200 Jahre unbeschadet überstehen können.

Der Rückblick zeigt, dass durch technische Innovationen Speichermedien durch neue abgelöst werden – hinzukommt, dass Speichermedien einem Alterungsprozess unterliegen, der das Einlesen der Daten unmöglich machen kann. Nach einer gewissen Übergangszeit verschwinden die Geräte vom Markt, mit denen ältere Speichermedien eingelesen werden können. Für den Konsumenten bedeutet dies, Daten – und hier nicht nur die Bild- und Videodaten – immer wieder auf zeitgemäße, neue Speichermedien zu übertragen. Aktuell scheint die Cloud eine gute Alternative zu den diversen Speichermedien zu sein. Doch auch hier ist man vor Verlust nicht sicher, denn wenn beispielsweise der Anbieter seinen Dienst einstellt, dann sind die Daten nicht mehr verfügbar. Die größte Sicherheit, wenn man auf digitale Speichermedien setzt, liegt dann vor, wenn auf unterschiedliche digitale Speicherlösungen gesetzt wird, die sich an unterschiedlichen Orten befinden.

Dias und Negative

Dias und Negative
Dias und Negative unterliegen natürlich auch einem Alterungsprozess. Im Gegensatz zu Papierbildern, die meist sorgfältig aufbewahrt werden, lagern Dias und Negative aus Platzgründen meist in Kellern oder auf Dachböden, also in unbeheizten Räumen, wo sie stark wechselnden Temperaturen, bisweilen extremer Feuchtigkeit und Schmutz ausgesetzt sind. Manche lagern diese Schätze auch unter dem Bett – keine gute Idee, denn nicht nur das Staubaufkommen ist immens, sondern auch die Feuchtigkeit durch nächtliche menschliche Ausdünstungen.

Der Umgang mit Dias ist meist sorgsamer, während Negative noch nicht einmal in speziellen Hüllen aufbewahrt werden, was ihrer Lebensdauer nicht gerade zuträglich ist. Dias und Negative, möchte man eine lange Lebensdauer erhalten, sollten in speziellen Kästen und Hüllen aufbewahrt werden. Letztgenannte sind beispielsweise frei von Säuren – anders verhält es sich, wenn man die Negative beispielsweise in Briefumschläge packt, die sie mit ihren Partikeln auch noch zerkratzen können. Temperaturschwankungen haben zur Folge, das Dias und Negative schneller altern. Das wirkt sich nicht nur auf die Beschichtung aus, sondern auch auf das Material, das durch die Schwankungen schneller porös wird. Temperaturschwankungen gilt es dementsprechend, ebenso zu verhindern wie extreme Temperaturspitzen wie im Sommer von beispielsweise über 30 Grad. Nicht umsonst archivieren Museen sensibles Material in klimatisierten Räumen. Die wenigsten unter uns haben diese Möglichkeiten. Einige kommen auf die Idee, Negative und Dias im Kühlschrank zu lagern – dies macht bitte nur dann Sinn, wenn die Luftfeuchtigkeit entsprechend niedrig gehalten wird und man nur sehr selten auf sie zurückgreifen muss.

Optimal sind kühle Räume mit etwa 10 bis 15 Grad und mit einer geringen Luftfeuchtigkeit, die so um 25 Prozent liegen sollte. Werte darunter sollen die Gelatine brüchig werden lassen. Wichtig ist zudem, für eine ausreichende Belüftung zu sorgen, denn durch Feuchtigkeit kann sich auf dem Filmmaterial Schimmel bilden. Gerade Dias in Glasrahmen neigen bei einem Wechsel der Temperaturen zur Bildung von Kondenswasser, wodurch die Schimmelbildung gefördert wird. Es ist also nicht zwangsläufig ein Hochwasser notwendig, um seiner Erlebnisse beraubt zu werden.

Dias und Negative gilt es, zudem vor Licht zu schützen – dies ist auch mit der Grund dafür, warum wir immer wieder darauf hinweisen, lieber einmal richtig zu digitalisieren und nicht zu oft für den jeweiligen Anlass immer erneut zu scannen. Natürlich zerfallen die Farbstoffe von Dias und Negativen auch in der Dunkelheit – aber wesentlich langsamer. Manchem Filmmaterial wird eine Lagerfähigkeit von über 200 Jahren nachgesagt – dies hat man in Labortest ermittelt. Bei richtiger Lagerung können Dias und Negative also 200 Jahre und mehr überstehen – das schafft kein digitales Speichermedium. Natürlich kann es bei so einer Zeitdauer zu einem Dichteverlust – der dann für die Farbstichigkeit verantwortlich ist – kommen.

Papierbilder

Papierbilder
Papierbilder gelten gerade in unserer digitalen Welt als das sicherste Speichermedium. Die Drucktechnik ist inzwischen so weit fortgeschritten, dass Farbveränderungen – wie wir sie bei Papierbildern aus den 1970-ern Jahren oftmals antreffen – der Vergangenheit angehören. Heutige Papierprints können viele hundert Jahre alt werden. Ob dem so ist, ist natürlich abhängig vom verwendeten Material, vom Druckverfahren und welchen äußeren Einflüssen, wie Licht, Temperaturunterschieden und Feuchtigkeit, es ausgesetzt wird. Fotografien beispielsweise an der Wand unterliegen dem permanenten Lichteinfluss. Ihre Haltbarkeit ist dementsprechend begrenzt – kann jedoch je nach verwendetem Material dennoch bei über 100 Jahre liegen. Ihre Haltbarkeit lässt sich verlängern, wenn die Fotografien durch den Einsatz vom Museumsglas vor Licht geschützt werden. Fotografien in Alben und natürlich Fotobüchern haben bei richtiger Aufbewahrung grundsätzlich eine lange Lebensdauer. Wie lang diese beispielsweise bei Fotoalben ist, hängt natürlich auch davon ab, mit welchem Klebematerial sie auf den einzelnen Seiten befestigt wurden. Hier kann der Tipp nur lauten, nur Klebematerial zu nutzen, das für Fotografien geeignet ist.

Fotografische Anwendungen 04 / 2015

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