Kaufberatung Fotorucksack - Welcher darf es denn sein?

Fotorucksack Tamrac, Hama, Lowepro, Vanguard, Manfrotto
Dass die Kameraausrüstung in eine Fototasche beziehungsweise einen Fotorucksack gehört, ist nichts Neues. Kamera und Co. haben schlichtweg nichts in einer Tasche mit Alltagsgegenständen – vom Puderdöschen bis hin zur Getränkeflasche – zu suchen, außer man möchte die Wirtschaft ankurbeln, weil beispielsweise die Kamera dadurch beispielsweise einen Defekt erlitten hat. Das Sortiment an Fototaschen und -rucksäcken ist mehr als umfangreich. Das ist auch gut so, denn mit einer einzigen Tasche beziehungsweise einem einzigen Rucksack kommt man als Fotograf schlichtweg nicht aus. Die Erfahrung zeigt, dass man wenigstens über drei Fototaschen/-rucksäcke unterschiedlicher Größe verfügen sollte.

Vor dem Kauf muss man sich zwischen Fototasche und Fotorucksack entscheiden – hier spielt sicherlich auch die eigene Vorliebe eine ebenso entscheidende Rolle wie der Einsatzzweck. Bergwanderer beispielsweise werden Fotorucksäcken den Vorzug geben, denn sie brauchen Armfreiheit bei ihren Touren. Aber auch ab einem gewissen Umfang der Fotoausrüstung, der natürlich mit entsprechender Gewichtszunahme verbunden ist, bietet sich der Fotorucksack an. Hier verteilt sich die Last – außer man wählt die Sling-Variante mit nur einem diagonal von der Schulter zur gegenüberliegenden Hüfte verlaufenden Tragegurt – auf zwei Schultern – bei der Fototasche nur auf eine. Da kann man bei einer Kameraausrüstung von 10, 15 und mehr Kilo schon schnell in Schieflage geraten.

Unsere erste Empfehlung vor dem Kauf lautet, sich zu notieren, was im Fotorucksack nach Möglichkeit alles Platz finden soll. Mit dieser Aufstellung kann man zum Fotohändler gehen, der über ein breites Warenangebot verfügt. Der große Vorteil ist, dass man hier auch gleich den Tragekomfort testen kann. Optimal ist hier natürlich, wenn dies nicht im leeren Zustand des Fotorucksacks erfolgt. Hat man keinen Fotohändler in seiner Nähe, so helfen die Hersteller weiter. Die meisten bieten auf ihren Homepages eine sogenannte Taschenmatrix an, in die man die Produkte einträgt, die verstaut werden sollen.

Kommen wir zurück zum Tragekomfort, der natürlich essenziell ist. Diesen kann man am besten testen, wenn der Fotorucksack gepackt ist, denn dann weiß man, ob die Schultergurte auch ausreichend für ein Gewicht von beispielsweise 15 Kilo gepolstert sind. Wichtig – und deshalb gibt es auch so ein großes Angebot – ist, dass Fotorucksack und der eigene Rücken eine harmonische Einheit bilden. Kleinere Personen sollten beispielsweise darauf achten, dass der Fotorucksack nicht zu lang ist, denn dann liegt er über dem Hintern, und das ist nicht angenehm. Große Menschen hingegen sollten lieber eine Nummer größer wählen – das ist meist angenehmer zu tragen und sieht auch nicht so komisch aus. Sofern das ausgesuchte Modell über einen Brustgurt verfügt, so sollte dieser nach Möglichkeit Höhenverstellbar sein. Wichtig ist sowieso ein flexibles Tragesystem, denn mal hat man nur ein T-Shirt an und dann eine dicke Winterjacke. Sehr praktisch, gerade für Menschen, die schneller schwitzen in jedem Fall ein Muss, sind Lüftungskanäle.

Kommen wir nun zum Material – dieses sollte in jedem Fall robust sein, mit einer wasserabweisenden und abriebfreien Beschaffenheit. Die Reißverschlüsse sollten so gefertigt sein, dass kein Wasser bei stärkeren Regen ins Innere des Rucksacks gelangen kann. Zudem sollten sie so ausgestattet und nahe am Rücken sein, dass man Langfingern das Leben erschwert. Nützlich ist auch, wenn die Reisverschlüsse die Option bieten, kleine Schlösser einzusetzen. Es gibt auch spezielle Hüllen, die vor Diebstahl schützen. Wermutstropfen ist natürlich, dass man bei allem Schutz selbst auch nicht schnell auf sein Equipment zugreifen kann. Als sehr nützlich erweisen sich separate Regenhüllen, die bei Starkregen den Rucksack und das Innere schützen. Ratsam ist zudem, wenn der Rucksackboden aus einem speziellen Material besteht, das sowohl Feuchtigkeit als auch Schmutz gegenüber gut standhält beziehungsweise sich leicht reinigen lässt. Dann es auch nicht schlimm, wenn man den Rucksack mal auf einem feuchten und schmutzigen Untergrund abstellt.

Das Augenmerk beim Fotorucksackkauf sollte natürlich auch auf das Innenleben gerichtet sein. Wie viele Fächer bietet der Fotorucksack, sind diese verstellbar und, noch viel wichtiger, sind diese gut gepolstert? Wie sieht es zudem mit weiteren Fächern aus für Speicherkarten, Ladegerät oder Filter. Als sehr praktisch erachten wir auch Taschen am Fotorucksack, die von außen zugänglich sind und eine Vorrichtung für die Getränkeflasche. Beim Kauf sollte man zudem auch darauf achten, ob und wie sich das Stativ am Rucksack befestigen lässt.

Es gibt auch Fotorucksackmodelle, die mit einer Trolleyfunktion ausgestattet sind, also über Räder verfügen. Inwieweit das etwas für einen ist, muss jeder selbst entscheiden. In jedem Fall wird der Rucksack dadurch schwerer. Das Leergewicht – es sollte nicht zu hoch sein – sollte man beim Kauf in jedem Fall im Blick haben.

Und nun noch ein letzter Tipp: Qualität, und die zahlt sich aus, hat ihren Preis. Man sollte also nicht am falschen Ende sparen.

Ist man bereits seit einigen Jahren im Besitz eines Fotorucksacks, so sollte man diesen immer wieder hinsichtlich seiner Beschaffenheit und in Bezug auf den Tragekomfort kontrollieren.

Fotografische Anwendungen 05 / 2015

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