Revolog Films - Wenn Filme baden gehen und Bilder mit Wow-Effekten liefern

Erst kürzlich hatten wir die Analogfotografie thematisiert, die alles andere als ein Auslaufmodell ist. Wie es der Zufall so will, sind wir auf die Firma Revolog Films aufmerksam geworden, die durch speziell behandeltes Filmmaterial mit organischen und/oder anorganischen Substanzen auf sich aufmerksam macht. Das Ergebnis ist ein ganz besonderer sehenswerter Bilderlook. Wir haben nachgefragt, denn eigentlich liegt es im digitalen Zeitalter mit seinen Apps und Co. alles andere als auf der Hand, sich dem analogen Filmmaterial und seiner speziellen Behandlung zuzuwenden.

links: 460nm | rechts: 600nm
Die Unternehmensgrüner von Revolog Films, Hanna Pribitzer und Michael Krebs, haben gemeinsam das Kolleg für Photographie an „der Graphischen“ in Wien besucht. Um die Ausbildung erfolgreich abzuschließen, ist es dort notwendig, ein fotografisches Diplomprojekt umzusetzen. Michael Krebs hatte schon länger die Idee, mit Filmmaterial zu bearbeiten und da Hanna Pribitzer immer schon viel analog fotografiert hat, lag eine Zusammenarbeit auf der Hand. Die mehr als einjährige Vorbereitungszeit gab den beiden viel Raum, um verschiedene Film-Bearbeitungsmethoden auszuprobieren und auch immer wieder zu verwerfen. Vieles funktionierte nur für einzelne Filme, ließ sich aber nicht für den Verkauf umsetzen. Beiden war von Anfang an wichtig, dass ihre behandelten Filme von Laien benutzt werden können und eine Entwicklung in jedem Fotolabor möglich sein muss, ohne dabei die sensible Entwicklungschemie der Labors zu gefährden.

links: kolor | rechts: lazer
Für Hanna Pribitzer und Michael Krebs liegt der Reiz der Analogfotografie, und erst recht bei ihren Filmen im Speziellen, in der gewissen Unvorhersehbarkeit. Anders als in der digitalen Fotografie, wo ein sofortiges Überprüfen am Display möglich ist, bleibt bei analoger Fotografie viel dem Zufall überlassen. Bei ihren Filmen weiß man im Vorhinein zwar welchen Effekt man bekommt, aber nicht, wie er ganz genau aussehen wird. Vor allem bei den Strukturfilmen kann man im Vorfeld nie genau wissen, wo der Effekt auftritt. Bei ihren Farbeffektfilmen verhält es sich ähnlich wie bei gecrosst entwickelten Diafilmen, je nachdem welche Weißabgleichseinstellungen der Scanner des Fotolabors verwendet kann nie genau vorhergesagt werden, wie das Ergebnis tatsächlich aussehen wird. „Für unsere Anwender“, so Hanna Pribitzer, „liegt genau darin der Spaß. Viele unserer Kunden sind so jung, dass sie bereits im digitalen Zeitalter sozialisiert worden sind und die analoge Fotografie eine spannende Alternative bietet. Durch die Grenzen, die einem die Filmfotografie setzt, bekommt man einen gänzlich anderen Zugang zur Fotografie. Man achtet generell mehr darauf, was und wie man fotografiert, da man nur eine begrenzte Anzahl an Fotos zur Verfügung hat und man sich auch durchaus den Kosten pro Foto bewusst ist.“

links: tesla1 | rechts: tesla2
Die Zielgruppe der Revolog Filme ist sehr breit gefächert. Unter den Kunden finden sich Profifotografen, vornehmlich aus dem Bereich der Modefotografie (es sind immer wieder Modefotostrecken publiziert worden, die mit den Revolog Filme aufgenommen wurden), genauso wie experimentelle KünstlerInnen wie Brigette Bloom, als auch junge Menschen die zum Beispiel über die Lomographie zu den Filmen beziehungsweise zur analoger Fotografie im Generellen gefunden haben.

links: volvox | mitte+rechts: texture
Hanna Pribitzer und Michael Krebs sind selbst begeisterte Fotografen und üben diesen Beruf, neben ihren Tätigkeit mit Revolog, ebenfalls aus. Aufgrund des schnellen Workflows, der heutzutage üblich ist, arbeiten die beiden allerdings in der Auftragsfotografie zumeist digital. Privat fotografiert Hanna Pribitzer zu 90 Prozent analog und gehört wahrscheinlich mit zu ihren besten Kundinnen, „da mir selbst nach über sechs Jahren fotografieren mit unseren Filmen die Freude daran noch lange nicht verloren gegangen ist.“

links: rasp | rechts: plexus
Einen Stillstand gibt es bei Revolog Films nicht. Hanna Pribitzer und Michael Krebs arbeiten laufend daran, ihr Sortiment an Filmen zu vergrößern. Anfang September haben sie ihren neuesten Film, Plexus, vorgestellt. Pläne für die Zukunft gibt es genug, einer davon wird die Umsetzung der Effekte auf Mittelformatfilme sein. Bis es soweit ist, wird noch ein wenig Zeit vergehen, aber es schadet bestimmt nicht, sich für den Newsletter zu registrieren, um immer am Laufenden zu bleiben: http://revolog.us6.list-manage2.com/subscribe?u=cf1fe6fa794d2c0f59bc9aa3b&id=f511c78c2f.

Fotografische Anwendungen 10 / 2015

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