3. Lumix Festival für jungen Fotojournalismus - Die Gewinner stehen fest - Über 30.000 Gäste besuchen das Festival

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Patrick Slesiona, Preisverleihung

Am Sonnabend, 16. Juni, um 23 Uhr wurden bei der Abschlussfeier auf dem Expo-Gelände die Preisträger des 3. Lumix Festivals für jungen Fotojournalismus bekannt gegeben: Der Gewinner des diesjährigen Lumix Festivals ist der amerikanische Fotograf Peter van Agtmael mit seiner Reportage „Disco Night Sept. 11“. Diese Arbeit ist eine Aufzeichnung von Augenblicken aus der Zeit, in der Peter van Agtmael auf einem schmalen Pfad wanderte – zwischen seiner naiven Faszination, die er als Kind für den Krieg empfand, und der Brutalität, die er später als Kriegsfotograf im Irak und Afghanistan erlebte. Der 31-Jährige erhielt den mit 10.000 Euro dotierten FREELENS Award. Die Jury würdigte die intensive und sehr persönliche Auseinandersetzung des Fotografen mit dem Thema Krieg. Die Arbeit hat den Charakter eines Tagebuchs und unterstreicht den außergewöhnlichen Blick des Fotografen auf die Details, die von den meisten gar nicht erst wahrgenommen werden.

Die drei ehrenvollen Erwähnungen mit je 1.000 Euro gingen an Tomasz Lazar aus Polen (27) und seine Geschichte „Theater of Life“, Sebastian Liste aus Spanien (27) mit „Urban Quilombo“ und Bharat Choudhary aus Indien (33) und seine Geschichte „The Silence of ‚Others’“.

Aus rund 1.200 Bewerbungen waren die 60 Reportagen ausgewählt worden, die über 30.000 Besucher fünf Tage lang auf dem Expo-Gelände in Hannover betrachten und bewundern konnten. „Wir haben natürlich gehofft, dass wir die Besucherzahlen von 2010 toppen können, aber 30.000 Besucher sind einfach überwältigend“, sagt Rolf Nobel, Festivalleiter und Fotografie-Professor an der Hochschule Hannover.

Den zweiten Hauptpreis, den Lumix Multimedia Award, stiftete der Elektronikkonzern Panasonic. Diese Auszeichnung und somit das Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro hat die niederländische Fotografin Ilvy Njiokiktjien mit ihrer Produktion „Afrikaner Blood“ über eine Gruppe Südafrikaner, die immer noch an die Apartheid glauben, gewonnen. Mit dieser Arbeit setzte sich die 27-Jährige gegen 21 andere Multimedia-Produktionen durch, die für das 3. Lumix Festival aus rund 190 Bewerbungen ausgewählt worden waren.

Zum ersten Mal wurde im Rahmen des Lumix Festivals der Lammerhuber Photography Award verliehen, gestiftet von dem berühmten österreichischen Fotografen und Verleger Lois Lammerhuber. Den Preis, der mit 5.000 Euro dotiert ist, bekam der amerikanische Fotograf Christopher Capozziello (32) für seine ergreifende Reportage „The Distance Between Us“ über seinen Zwillingsbruder, der an einer infantilen Zerebralparese leidet. Mit dem Award wurde diejenige Reportage ausgezeichnet, die auf eindrucksvollste Weise eine Alltagsgeschichte erzählt. Der Lammerhuber Photography Award unterstreicht die Philosophie des Lumix Festivals, dass die Auseinandersetzung mit allen Facetten des Lebens die Aufgabe eines humanistisch ausgerichteten Fotojournalismus ist.

Den Publikumspreis der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung (HAZ), der mit 1.000 Euro dotiert ist, verkündete Uwe Janssen, stellvertretender Leiter des HAZ-Kulturressorts. In diesem Jahr würdigten die meisten Besucher die Arbeit des in Syrien getöteten französischen Fotografen Rémi Ochlik, die beim Lumix Festival posthum ausgestellt war. Nach der Preisvergabe wurden unter allen Teilnehmern drei LUMIX-Kameras verlost.

„Es ist phänomenal, dass auch das 3. Lumix Festival nur euphorische Begeisterung bei allen Gästen hervorruft – von Fotoliebhabern bis zu den weltberühmten Fotografen und Bildredakteuren der größten deutschen Zeitungen. Und obwohl das Festival von den Studierenden und Mitarbeitern der Hochschule Hannover organisiert wird, wird ihm stets eine hohe Professionalität und Qualität zugesprochen“, so Rolf Nobel. Gerd Ludwig, einer der Starfotografen von National Geographic, meint: „Es ist schade, dass man diese Menge an unglaublichen Geschichten nur an fünf Tagen sehen kann. Ich würde mir wünschen, dass diese Ausstellung auch an anderen Orten gezeigt werden kann.“

Eine sechsköpfige Jury entschied über die Vergabe des FREELENS Award und der drei ehrenvollen Erwähnungen: Thomas Hoepker (Magnum Photos), Ruth Eichhorn (GEO), Christian Pohlert (F.A.Z.), Peter Bitzer (laif), Søren Pagter (Danish School of Media and Journalism, Aarhus) und Bertram Solcher (FREELENS).

Michael Hauri (2470media), Wilfried Köpke (Journalist und Professor an der Hochschule Hannover), Uwe H. Martin (Spill The Beans!), Kai Voigtländer (Akademie für Publizistik, Hamburg) und Philipp Wolf (Panasonic & JDB) wählten die beste Arbeit für den Lumix Multimedia Award.

Fotonachrichten 06 / 2012

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