Anja Niedringhaus-Preis für mutigen Fotojournalismus - Freie Fotojournalistin Heidi Levine erste Gewinnerin

Heidi Levine/The National/Sipa Press
Die freie Fotojournalistin Heidi Levine ist die erste Gewinnerin des Anja Niedringhaus-Preis für mutigen Fotojournalismus. Die US-Amerikanerin wird von der Non-Proft-Organisation International Women’s Media Foundation (IWMF) ausgezeichnet. Der Preis soll den Mut und die Arbeit der 2014 in Afghanistan ums Leben gekommenen Pulitzer-Preisträgerin und AP-Fotografin Anja Niedringhaus würdigen.

„Wir sind stolz, den Mut von Fotojournalistinnen zu würdigen, die ihr Leben riskieren, um Konflikte und Kriege zu dokumentieren und Momente der Menschlichkeit festzuhalten”, sagt die IWMF-Exekutivdirektorin Elisa Lees Muñoz. „Die Bilder der Kandidatinnen für diesen Preis gewähren einen tiefen Einblick in einige der gefährlichsten Konflikte dieses Jahrzehnts. Ihre Arbeit hilft uns, die Welt besser zu verstehen, und motiviert uns zum Handeln.”

Heidi Levine/The National/Sipa Press
Die Preis-Jury aus bedeutenden Journalistinnen und Journalisten hat mit Unterstützung des Beratungsgremiums die in Jerusalem lebende Fotojournalistin Heidi Levine für ihre überwältigenden und wirkungsvollen Bilder zur Gewinnerin gekürt. „Ihr Mut und ihr Engagement für die Geschichte von Gaza sind unermüdlich. Sie dokumentieren tragische Ereignisse unter schrecklichen Umständen, und zeigen dabei tiefes Mitgefühl für die Menschen, denen sie begegnet”, schrieb die Jury in ihrer Begründung.

„Ich fühle mich geehrt, mit einem Preis ausgezeichnet zu werden, der das Andenken an Anja aufrechterhält”, sagt Levine. „Anja war eine Fotojournalistin und eine Frau, die ich bewundert und respektiert habe. Ich habe sie oft bei der Arbeit unter extremen Bedingungen um Rat gefragt. Wir hatten eine starke berufliche Verbundenheit und Vertrauen zueinander, eine Solidarität, die viele von uns so empfunden haben. Wir vermissen sie alle sehr.”

Heidi Levine/The National/Sipa Press
Die amerikanische Fotografin Heidi Levine hat Krisen- und Konfliktberichterstattung zu ihrer Lebensaufgabe gemacht hat. Sie berichtete über entscheidende Momente im Nahen Osten, unter anderem die Revolutionen in Ägypten, Syrien und Libyen, und das Schicksal irakischer Flüchtlinge in Jordanien, Syrien und Schweden. Eingebettet in das amerikanische Militär berichtete sie über im Irak stationierte US-Soldatinnen. Sie hat zudem in Afghanistan, Georgien, und Indien gearbeitet. Ihre Fotos sind, oft als Titelgeschichten, in führenden internationalen Medien abgedruckt worden.

Preisverleihung am 25. Juni in Berlin

Heidi Levine/The National/Sipa Press
Der Preis wird Levine in festlichem Rahmen am 25. Juni 2015 in Berlin verliehen. Er ist mit 20.000 US-Dollar dotiert – dank Unterstützung der Howard G. Buffett Foundation. Der Preis soll jährlich an eine Fotojournalistin vergeben werden, deren Arbeit den Mut und die Hingabe von Anja Niedringhaus widerspiegelt.

Zwei weitere Fotojournalistinnen wurden von der Jury lobend erwähnt: Fotografin Anastasia Vlasova für ihren „herausragenden Mut und ihre riskante Berichterstattung“ über den anhaltenden Konflikt in der Ost-Ukraine; und AP-Fotografin Rebecca Blackwell für ihre Berichterstattung aus der Zentralafrikanischen Republik, „mit der sie unglaublichen Mut unter schwierigen Umständen bewiesen hat“.

Über Anja Niedringhaus

Heidi Levine/The National/Sipa Press
Die mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnete AP-Fotografin Anja Niedringhaus (1965-2014) hat ihr Leben der Dokumentation von Konflikten und deren Auswirkung auf Menschen in Krisengebieten gewidmet. Ihre fotojournalistische Karriere begann 1990 bei der European Pressphoto Agency (EPA). Einer ihrer ersten Einsätze führte sie zur Berichterstattung in den Balkankrieg, wo Journalisten regelmäßig von bosnisch-serbischen Einsatzkräften angegriffen wurden. Ab 2002 arbeitete Niedringhaus als Fotografin für die Nachrichtenagentur AP. Sie berichtete hauptsächlich aus Kriegs- und Krisengebieten im Nahen Osten, Afghanistan und Pakistan. Für ihr Mitgefühl und ihr Bemühen, vergessene Schicksale mit ihrer Kamera einzufangen, wurde sie von der IWMF 2005 mit dem Preis für mutigen Journalismus (Courage in Journalism Award) ausgezeichnet. Niedringhaus kam am 4. April 2014 in Afghanistan ums Leben.

Über die IWMF

Heidi Levine/The National/Sipa Press
Die International Women’s Media Foundation (IWMF) setzt sich seit 25 Jahren weltweit für Journalistinnen ein. Denn ohne die gleichberechtigte Stimme von Frauen können Medien nicht frei und repräsentativ sein. Unsere Arbeit würdigt den Mut von Journalistinnen, die trotz Bedrohungen, Einschüchterung und politischer Verfolgung über globale Themen berichten. Unsere Programme und Projektmittel unterstützen Journalistinnen dabei, in Führungsposition aufzusteigen – durch Weiterbildungen, persönliche Betreuung und Vernetzungsangebote.

Änderungen vorbehalten. (www.iwmf.org)

Fotonachrichten 03 / 2015

9 Bewerten  |  Drucken  |  Weiterempfehlen
Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare zu diesem Artikel abgegeben.

Artikel kommentieren
* Diese Felder müssen ausgefüllt werden