Ausgezeichnet: Die Gewinner der Sony World Photography Awards 2015 sind gekürt

Copyright Armin Appel, Deutschland, courtesy of SWPA 2015_02 Bildgalerie betrachten

Copyright Armin Appel, Deutschland, courtesy of SWPA 2015_02

Endlich ist es soweit die Sieger der achten Sony World Photography Awards, deren Bilder sich unter beachtlichen 183.737 Einsendungen durchgesetzt haben, stehen fest. Der amerikanische Fotograf John Moore erhält den „L’Iris d’Or“. Gleich drei deutsche Fotografen haben es ebenfalls aufs Siegertreppchen geschafft: Armin Appel ist neuer „Open Photographer of the Year“ und damit Gewinner des Offenen Wettbewerbs für Amateur-Fotografen, Bernhard Lang gewinnt die Profi-Kategorie „Reise“ und Peter Franck wird Zweiter in der Profi-Kategorie „Stillleben“. Der renommierte Künstler Elliott Erwitt wird mit dem Preis für „Herausragende Leistungen für die Fotografie“ geehrt. Ab Juli 2015 werden die Werke der Gewinner auch im Willy-Brandt-Haus im Herzen Berlins ausgestellt.

John Moores Fotoserie „Ebola Crisis Overwhelms Liberian Capital“ wurde aus allen Arbeiten der Sieger in den dreizehn Profi-Kategorien der Awards ausgewählt. Die schonungslose Serie offenbart eindringlich die menschliche Tragödie, die durch die Ebola-Epidemie in Afrika ausgelöst wurde. Moore, leitender Redaktionsfotograf und Sonderkorrespondent bei Getty Images, hat mit den jetzt prämierten Bildern schon früh das ganze Ausmaß der Epidemie in der liberianischen Hauptstadt Monrovia, dem Epizentrum der tödlichen Seuche, dokumentiert und dafür viel Anerkennung erhalten.

Moore lebt in New York und hat in mehr als 70 Ländern fotografiert. Er hat bereits die Robert Capa Gold Medaille erhalten, ist von Pictures of the Year International und der National Press Photographers Association zum „Fotografen des Jahres“ ernannt worden und wurde bereits viermal von World Press Photo ausgezeichnet.

Bei der feierlichen Galaveranstaltung in London erhielt Moore seine Auszeichnung und ein Preisgeld von 25.000 US-Dollar sowie eine digitale Fotoausrüstung von Sony.

Die Juroren Xingxin Guo (Xinhua News Agency Image Centre, China), Jocelyn Bain Hogg (Fotografin, UK) und Oliver Schmitt (Spiegel Online, Deutschland) würdigten die prämierte Serie in einem gemeinsamen Statement: „John Moores Bilder dieser Krise zeigen die ganze Brutalität, mit der dieser unsichtbare Feind die Menschen aus ihrem täglichen Leben reißt. Besondere Würdigung verdient jedoch Moores Haltung im Angesicht dieses Horrors. Seine Fotos sind intim und respektvoll und rühren uns mit ihrem Mut und ihrer journalistischen Integrität. Es verläuft eine sehr feine, schwer einzuhaltende Grenze zwischen Bildern, die eine solche Situation ausnutzen, und Bildern, die sie mitfühlend und verständnisvoll darstellen – wie es diesem Fotografen mit unfehlbarem Geschick gelungen ist. Gepaart mit einem Auge für eindrucksvolle Komposition und einer fesselnden visuellen Erzählweise wird so aus guter Dokumentarfotografie ein großartiges Werk.“

Die Sony World Photography Awards finden seit mittlerweile acht Jahren statt und sind der größte Fotowettbewerb der Welt. Jedes Jahr präsentieren sie die weltweit besten zeitgenössischen Fotos aus einem breiten Spektrum von Genres. Fotografen auf jedem Niveau können kostenlos teilnehmen. Der Wettbewerb hat in der Welt der Fotografie eine maßgebliche Stimme und zieht sowohl neue Talente als auch etablierte Fotografen an.

Die internationalen Jurys der Awards sind mit renommierten Branchenexperten besetzt, und der Wettbewerb verschafft nicht nur den Gewinnern sondern auch den Fotografen auf der Shortlist außergewöhnliche Präsenz, Glaubwürdigkeit und Anerkennung. 2015 gab es eine Rekordzahl von Einsendungen: Es gingen insgesamt 183.737 Fotos aus 171 Ländern ein. Das sind mehr Bilder als je zuvor.

„Open Photographer of the Year” – Armin Appel

Der deutsche Amateurfotograf Armin Appel wurde für sein Foto „Douce enfance – Schulhof“ zum Gesamtgewinner im Offenen Wettbewerb und damit zum „Open Photographer of the Year“ gekürt und kann sich nun schon zum dritten Mal in kurzer Zeit freuen. Denn neben dem Kategorie-Gewinn „Architektur“, den die Jury schon am 31. März bekanntgegeben hat, konnte er mit seinem Foto auch schon die Jury des German National Award begeistern und hier den ersten Platz erringen. Für den Gewinn im Offenen Wettbewerb erhielt er nun ein Preisgeld von 5.000 US-Dollar. Sein Foto – ausgewählt aus fast 80.000 Beiträgen für diesen Wettbewerb – entstand auf einem Motorschirmflug und zeigt eine beeindruckende Luftaufnahme eines Schulhofs seiner Heimatstadt Biberach an der Riss.

„Dass ausgerechnet ich ‚Open Photographer of the Year‘ geworden bin, hat mich völlig überrascht und ist mir absolut unbegreiflich“, sagt Armin Appel überglücklich. Seit 2011 beschäftigt er sich ernsthaft mit der Fotografie. Seit 2013 nimmt er gezielt an Wettbewerben teil. Eine mögliche Erklärung für seinen Triumph: „Natürlich schaue ich mir viele Bilder erfolgreicher Fotografen sehr genau an. Ich finde, meine Bilder sind einfach anders, sie passen nicht so wirklich in den allgemeinen Trend.“ Seine Motivation, zukünftig noch mehr zu fotografieren, ist durch den Gewinn des Offenen Wettbewerbs selbstverständlich gestiegen. „Ich weiß heute noch nicht wie weit der Titel Auswirkung auf meine Zukunft haben wird, aber ich sehe es als eine neue, interessante Herausforderung. Ich habe beschlossen, mich nun definitiv noch mehr der Fotografie zuzuwenden.“

Das Bild setzte sich gegen die Arbeiten der neun anderen Gewinner in den offenen Kategorien durch, die von einer Expertenjury der World Photography Organisation ausgewählt wurden, der Sam Barzilay, Kreativdirektor von United Photo Industries (USA), vorstand.

„Travel Photographer of the Year” – Bernhard Lang

Bei der Gala wurden auch die Gewinner sowie die zweit- und drittplatzierten Fotografen in den Profi-Kategorien bekanntgegeben. Hier konnte der deutsche Fotograf Bernhard Lang den Sieg in der Kategorie „Reise“ für sich verbuchen.

Bernhard Lang, ein freischaffender Fotograf, der in München lebt und arbeitet, wurde für seine Fotoserie „Aerial Views Adria“ ausgezeichnet, die als einer der Favoriten aus den mehr als 87.000 Beiträgen für den Profi-Wettbewerb ausgewählt wurde. Die Serie umfasst Luftaufnahmen von der Adriaküste zwischen Ravenna und Rimini. Die Bilder zeigen die Tausende von Sonnenanbetern, die im goldenen Sand faulenzen, geschützt von mächtigen Sonnenschirmen. Lang arbeitet bereits seit 2010 an diesem Projekt.

Seinen Sieg kommentierte Bernhard Lang so: „Einen ersten Preis bei den Sony World Photography Awards, dem weltgrößten Fotowettbewerb, zu gewinnen, ist eine unbeschreiblich große Ehre und Freude für mich!”

Ein weiterer deutscher Fotograf, Peter Franck, kam in der Profi-Kategorie „Stillleben“ auf den zweiten Platz. Mit seiner Serie „Review“ greift er historische Motive aus der Stillleben-Malerei auf, wie etwa die Blumenvase, und versucht, heutige Alltagsgegenstände auf die gleiche Weise darzustellen. Franck hat sich bei den Sony World Photography Awards bereits mehrfach hervorgetan: Er zählte 2010 und 2012 zu den Gewinnern und war 2009, 2010, 2011 und 2012 in der Shortlist vertreten. Auch in diesem Jahr erreichte er in einer weiteren Profi-Kategorie „Reise“ die Shortlist.

Die siegreichen Arbeiten des Profi-Wettbewerbs kommen aus allen Teilen der Welt, decken ein breites Themenspektrum ab und zeigen das Beste, was die zeitgenössische Fotografie im jeweiligen Genre zu bieten hat.

Herausragende Leistungen für die Fotografie – Elliott Erwitt

Der renommierte Magnum-Fotograf Elliott Erwitt wurde bei den Awards mit dem Preis für „Herausragende Leistungen für die Fotografie“ geehrt. Erwitt genießt weltweit Anerkennung für seine natürlichen, oftmals ironischen Schwarzweißaufnahmen von Szenen aus dem Alltagsleben. Er ist ein meisterhafter und dabei bescheiden auftretender Fotograf, dessen kommerzielle und persönliche Arbeiten eine hintergründige und humorvolle visuelle Brillanz ausstrahlen.

Eine Schau mit den bekanntesten Werken sowie seltener gezeigten Arbeiten aus der sechzigjährigen Karriere von Elliott Erwitt wird im Rahmen der Ausstellung zu den Sony World Photography Awards im Somerset House in London zu sehen sein.

Frühere Empfänger des Preises für „Herausragende Leistungen für die Fotografie“ waren Mary Ellen Mark, William Eggleston, Eve Arnold, Bruce Davidson, Marc Riboud, William Klein und Phil Stern.

„Youth Photographer of the Year” – Yong Lin Tan, Malaysia

Der 19-jährige Student Yong Lin Tan aus Malaysia sicherte sich den Titel „Youth Photographer of the Year“. Der Jugendwettbewerb steht Fotografen bis zum Alter von 19 Jahren offen. Die Bewertung erfolgt anhand von Einzelbildern. Das prämierte atmosphärische Bild entstand in einer Gasse hinter dem Haus der Großmutter des jungen Fotografen in Kedah, Malaysia. Für den Jugendwettbewerb sind in diesem Jahr insgesamt 6.675 Beiträge eingegangen.

„Student Photographer of the Year” – Svetlana Blagodavera

Die russische Fotografin Svetlana Blagodareva, Studentin an der Staatlichen Polytechnischen Universität Sankt Petersburg, setzte sich gegen neun andere Studenten aus aller Welt durch, die die Shortlist erreicht hatten, und kann sich nun über den Titel „Student Photographer of the Year“ freuen. Sie erhielt Foto-Equipment im Wert von 35.000 Euro für ihre Universität. Das „Student Focus“- Programm der Sony World Photography Awards ist eines der weltweit größten internationalen Programme für Fotostudenten und arbeitet mit 230 Institutionen in sechs Kontinenten zusammen.

Ausstellungen in London und Berlin

Die Arbeiten aller Gewinner sowie der Fotografen auf der Shortlist werden vom 24. April bis 10. Mai im Somerset House in London zu sehen sein, zusammen mit einer kuratierten Ausstellung mit Werken von Elliott Erwitt, dem diesjährigen Empfänger des Preises für „Herausragende Leistungen für die Fotografie“. Zeitgleich läuft im Somerset House die Gastausstellung „#FutureofCities“: ein sozialdokumentarisches Fotoprojekt, das von den Global Imaging Ambassors von Sony und Panos Pictures präsentiert wird und die Massenabwanderung der globalen Bevölkerung in die großen Städte untersucht. Außerdem werden die Ausstellungsbesucher dieses Jahr erstmals die Möglichkeit haben, Drucke der gezeigten Fotos zu erwerben, die von theprintspace angefertigt wurden.

Begleitend zu der Ausstellung ist auch in diesem Jahr wieder ein Fotoband mit den siegreichen und vorausgewählten Bildern erhältlich. Der Band kann im Internet unter www.worldphoto.org erworben werden.

Zum ersten Mal seit 2010 werden die diesjährigen Arbeiten der Fotografen auch wieder in Berlin Station machen. Die Ausstellung „Sony World Photography Awards 2015“ mit allen Fotos der Gewinner und Shortlist-Platzierten sowie den Werken von Elliott Erwitt wird von Juli bis September 2015 im Willy-Brandt-Haus in Berlin-Kreuzberg gastieren. Weitere Informationen finden Sie ab Ende April auch unter www.fkwbh.de.

Änderungen vorbehalten.

Fotonachrichten 04 / 2015

8 Bewerten  |  Drucken  |  Weiterempfehlen
Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare zu diesem Artikel abgegeben.

Artikel kommentieren
* Diese Felder müssen ausgefüllt werden