Bundesfestival Video - Filmemacher zwischen 4 und 94 Jahren

Beim ‚Bundesfestival Video‘ starten im Juni Teilnehmer aller Generationen, Lust aufs Geschichtenerzählen beflügelt junge und ältere Filmemacher zu frischen und einzigartigen Produktionen.

Kreativität und das Filmemachen kennen keine Altersgrenzen. Der beste Beleg: Zum ‚Bundesfestival Video‘, das vom 21. bis 23. Juni in Halle/Saale stattfindet, wurden medienbegeisterte Filmemacher zwischen vier und 94 Jahren nominiert. Der jüngste Darsteller in einem der Filme ist sogar erst zwei – der älteste – 103 Jahre alt.

Das ‚Bundesfestival Video‘ ist der jährliche Höhepunkt der beiden Wettbewerbe ‚Deutscher Jugendvideopreis‘ und ‚Video der Generationen‘. Für das Finale in Halle/S. wurden die besten 36 Produktionen nominiert, die die Fachjurys aus fast 700 Einreichungen ausgewählt haben. Die Gesamtzahl der Teilnehmer erreicht ebenfalls wieder Spitzenniveau: Knapp 6.200 Mitglieder zählen die verschiedenen Filmteams, die bei den diesjährigen Wettbewerben ihre Produktionen vorgelegt hatten.

„Wenn man einen herausragenden Trend dieses Jahrgangs beschreiben sollte, ist es die Tatsache, dass bei jeder Altersgruppe die Lust am Selbstdrehen, am Geschichtenerzählen und Inszenieren Ausdruck einer enormen Kreativität ist. Die Filmemacher gehen sehr respektvoll mit dem Medium um, im Wissen um dessen reiche Gestaltungsmöglichkeiten. Sie nutzen die technischen und ästhetischen Facetten, um über ihre eigene Sichtweisen, Anliegen und Wünsche in einer kraftvollen und meist unkonventionellen Bildsprache zu erzählen“, bilanziert Christian Exner, Leiter des Bundesfestival Video, die Sichtung und Bewertung aller Einreichungen.

Bei den jüngsten Filmemachern setzt sich der Trend von Animationsfilmen fort. Dieses Genre ermöglicht einen relativ leichten Einstieg in die kreative Medienarbeit, weil mit wenig Equipment schnell Erfolge sichtbar werden. Jugendliche nehmen sich in den Produktionen dieses Jahrgangs häufig ernsten Themen wie Krankheit und Trauer oder Ausgrenzung und Gewalt an. Die Intention dieser Jugendlichen, so Exner, liege darin, den Zuschauern etwas zu bedenken zu geben, auf soziale und allgemein gesellschaftliche Probleme hinzuweisen. „Eine resignative Grundstimmung ist daraus aber nicht ablesbar – im Gegenteil: Die Filme zeigen Perspektiven auf, wie Kinder und Jugendliche künftig leben wollen.“

Daneben kehren klassische Themen dieser Altersgruppe auch 2013 wieder: Erste Liebe, Konflikte mit der Familie, Gerechtigkeit und die Suche nach Grenzerfahrungen sind seit jeher grundlegender Bestandteil der Jugendkultur – und damit auch des Filmemachens.

An Filmemacher ab 50 Jahre sowie an generationenübergreifende Projekte und Jugendliche, die sich filmisch mit dem Leben älterer Menschen befassen, richtet sich der Wettbewerb ‚Video der Generationen‘. Er belegt in diesem Jahr eindrucksvoll, dass die Begeisterung für Medien und der aktive Umgang damit bis ins hohe Alter anhalten. „Die Filme sind von Neugier, Empathie und Sensibilität geprägt. Gesellschaftskritik ist ein wichtiges Themenfeld, und die vermeintlich kleinen, persönlichen Geschichten zeichnen ein positives, Hoffnung machendes Weltbild“, so Jan Schmolling, stellvertretender Leiter des KJF.

In den zurückliegenden Jahren zählten Zeitzeugen-Porträts über die Zeit des Nationalsozialismus zu häufigen Sujets der Filme. Diese Form der thematischen Bearbeitung setzt sich auch in diesem Jahr fort – Zeitzeugen werden aber auch im Zusammenhang späterer Zeitepochen (z. B. deutsch-deutsche Teilung) vorgestellt.

Alle 700 vorgelegten Filme verbindet eine nochmals gestiegene technische Qualität. Größte Herausforderung in der Realisierung der Filme bleibt die Tongestaltung. Bildqualität, der Einsatz von Licht oder Postproduktion sind – dank relativ günstiger und leistungsfähiger Hard- und Software – von professionellen Produktionen oft kaum noch unterscheidbar.

Christian Exner: „Ich verspreche sicher nicht zu viel, wenn ich für das ‚Bundesfestival Video‘ in Halle ein wahres ‚Feuerwerk des frischen Films‘ vorhersage. Die Festivaltage werden wieder eine inspirierende Palette an deutschen Nachwuchsfilmen und generationenübergreifenden Projekten bieten – ein Besuch im Thalia-Theater Halle lohnt sich an diesem Wochenende in jedem Fall.“

In diesem Jahr sind das Hallische Institut für Medien an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg e. V., das Ministerium für Wissenschaft und Wirtschaft des Landes Sachsen-Anhalt, die Medienanstalt Sachsen-Anhalt sowie die Stadt Halle Partner des ‚Bundesfestival Video‘ und unterstützen die Veranstaltung inhaltlich, organisatorisch bzw. finanziell.

Weitere Informationen: Infos: www.kjf.de, www.jugendvideopreis.de, www.video-der-generationen.de

Fotonachrichten 05 / 2013

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