Canon Profifoto Förderpreis 11/2 - Visionen werden Wirklichkeit

Die zweite Runde des diesjährigen Canon-ProfiFoto-Förderpreises ist entschieden. Die fünf Kandidaten sind Jennifer Endom, Annegret Hulsch, Julien Pebrel, Nina Weymann-Schulz sowie das Viererteam Oliver Kaye, Nicolas Droessel, Diar Nedamaldeen und Markus Brönner.

Der zweimal im Jahr ausgeschriebene Canon Profifoto Förderpreis – kurz CPFP – unterstützt Nachwuchsfotografen bei der Umsetzung ihrer Visionen. Mit einer Bildidee und Arbeitsproben können sich Fotografinnen und Fotografen unter 30 beim CPFP bewerben. Die fünf, durch eine Jury ermittelten Gewinner, erhalten Sachpreise von insgesamt 10.000 Euro, um damit ihre Bilder im Kopf Realität werden zu lassen.

Bei der Wettbewerbsrunde 11/2 kamen fast 200 Nachwuchstalente dem Aufruf nach. Auch wenn der überwiegende Teil der Bewerber aus Deutschland, Österreich und der Schweiz kam, beteiligten sich auch Fotografen aus der USA, Frankreich, Portugal und der Türkei sowie aus Lettland und sogar der Mongolei an dem Wettbewerb. Auffällig war der hohe Anteil von mehr als 50 Prozent an studentischen Arbeiten. Die meisten Einsendungen kamen von Studenten der FH Hannover und der FH Dortmund. Und so ist es auch nicht verwunderlich das der ein oder andere Gewinner eben aus einer dieser Ausbildungsstätten stammt. Wie beispielsweise Annegret Hultsch, die ihre Diplomarbeit „Microbus Deluxe“ einreichte, und mit dem Förderpreis diese Serie ausbauen möchte. Die Fotografin verbindet mit Hilfe von CGI die Ästhetik der unberührten Landschaft und perfektes Industriedesign, die zugleich aber auch in Kontrast zueinander stehen.

Im Allgemeinen beeindruckte die Jury, die sich aus Regina Plaar (Laif), Gunnar Wagner (Avenso/Lumas) Gregor Herrmanns (Canon), Frank Dürrach (Fotoakademie Köln) und Thomas Gerwers (ProfiFoto) zusammensetzte, das hohe handwerkliche wie kreative Niveau der eingereichten Arbeiten. Wie das der Reportage von Julien Pebrel über die bisher nicht anerkannte Republik Nagorno-Karabagh im Kaukasus. Pebrel dokumentiert in erster Linie Einzelschicksale der Einwohner des krisengeschüttelten Landes. Mit dem Förderpreis will der französische Fotojournalist das Land von seiner militärischen, politischen, ökonomischen und bildungspolitischen Seite zeigen.

Jennifer Endom kehrte zum Ende ihres Studiums an der FH Bielefeld zur Portätfotografie zurück. „Ich verspüre den Drang zu einer neuen Wertigkeit des Portraits, das sowohl Schönheit, als auch Makel und Fehler zulässt und sich einem Dialog freigibt“, so Endom. Herausgelöst aus sozialen Zusammenhängen, frei von Raum und Zeit, portraitiert sie Modelle in einer entschleunigten Situation und zeigt die männlichen Personen als Träger von spezifischen Merkmalen.

„Chinatown vertical“ lautet der Arbeitstitel von Nina Weymann-Schulzes Bilderserie. Die Studentin der FH Hannover versucht mit Hilfe ihrer Panoramakamera das Wesen Chinas bildlich zu umschreiben. Dabei begibt sie sich aber nicht direkt in das asiatische Reich der Mitte, sondern sie fotografiert ihre vertikalen Motive in westlichen Chinatowns.

Außerdem mit dem CPFP 11/2 ausgezeichnet wurde das Jungfotografenquartett Oliver Kaye, Nicolas Droessel, Diar Nedamaldeen und Markus Brönner. Die Jury war sich einig, dass diese handwerklich sowie konzeptionell starke Teamarbeit unbedingt fortgesetzt werden soll. Die vier Studenten der FH München wollen den Förderpreis dazu nutzen, ihre Bilderserie fortzusetzen, die den Betrachter in eine hyperrealistische Momentaufnahme entführen soll. Der ernorme Detailreichtum der Aufnahme lädt den Betrachter zu einem entdeckenden Sehen ein. „Unser Ziel ist, dass sich der Betrachter in dem Bild zu verlieren beginnt, sich auf die Suche macht und immer wieder überrascht wird“, so Oliver Kaye.

Alle ausgezeichneten Arbeiten werden nach ihrer Fertigstellung in ProfiFoto publiziert. Die seit 2006 gekürten Siegerprojekte sind unter www.profifoto.de zu sehen. Außerdem sind die Gewinnerarbeiten der Wettbewerbe 07/1 bis 10/2 bei Blurb in Buchform erschienen und können als kostenloses App für das iPhone geladen werden. Die Ausschreibung zum Wettbewerb 12/1 erfolgt in Kürze.

Fotonachrichten 08 / 2011

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