Dr.-Erich-Salomon-Preis der DGPh geht an Gerd Ludwig und wird im Rahmen der photokina 2014 in Köln überreicht

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Gerd Ludwig. © Anthony Friedkin

Der in den USA lebende deutsche Fotograf Gerd Ludwig wird den Dr.-Erich-Salomon-Preis der Deutschen Gesellschaft für Photographie (DGPh) am 20. September 2014 um 18:30 Uhr im Rahmen der photokina entgegennehmen. Die Leica Camera AG präsentiert dort in Halle 1 auch Arbeiten aus Ludwigs umfangreichem Werk. Die Laudatio wird Peter-Matthias Geade, Gruner + Jahr, Hamburg, halten.

Der seit 1971 alljährlich für „vorbildliche Anwendung der Photographie in der Publizistik“ vergebene Preis erinnert an Dr. Erich Salomon, den großen Fotografen der Weimarer Republik, dem der moderne Bildjournalismus starke Anregungen verdankt.

Mit Gerd Ludwig ehrt die DGPh einen der weltweit anerkanntesten Fotojournalisten, der in diesem Metier zu den wenigen Deutschen mit Weltgeltung zählt. Im Mittelpunkt seiner Fotografie stehen Umweltthemen und die Veränderungen in den Republiken der ehemaligen Sowjetunion. Besonders seine engagierte Berichterstattung über die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl gilt als Meilenstein in der Geschichte des modernen Fotojournalismus. In der klassischen Tradition welterzählender Fotografie steht bei seinen Arbeiten immer das Schicksal des Menschen im Vordergrund. Er will mit seinen Fotos gleichermaßen die Seele berühren und den Horizont erweitern.

Gerd Ludwig wurde 1947 in Alsfeld, Hessen geboren. Nach dem Abitur studierte er zunächst Germanistik, Sport und Politikwissenschaft in Marburg. 1968 brach er sein Studium ab und tourte ein Jahr durch die USA und Skandinavien. Die Reise finanzierte er mit Gelegenheitsjobs als Maurer, Seemann und Tellerwäscher. Nach seiner Rückkehr begann er an der Folkwangschule Essen ein Studium der Fotografie bei Prof. Otto Steinert, das er als graduierter Foto-Designer abschloss.

1974 gründete Ludwig zusammen mit André Gelpke und Rudi Meisel VISUM, die erste deutsche Fotografenagentur, die nach dem Vorbild von MAGNUM das individuelle fotografische Werk betont. In der Folge arbeitete er weltweit, unter anderem im Auftrag von Spiegel, Stern, Geo, Zeit-Magazin, Merian und Art.

1984 zieht Ludwig nach New York, fotografiert 1989 erstmals für National Geographic Magazine. Seither gehört er dort mit dem Arbeitsschwerpunkt in Europa und der ehemaligen UdSSR zur Stammmannschaft.

Heute lebt Gerd Ludwig in Los Angeles und hat inzwischen auch die amerikanische Staatsangehörigkeit. Er fotografiert immer noch vorwiegend für National Geographic, aber gelegentlich auch für andere renommierte Zeitschriften und Buchprojekte sowie für Werbeagenturen. Außerdem lehrt er an Universitäten und gibt weltweit Workshops. Seine Fotos werden international in Galerien und Museen ausgestellt.

Änderungen vorbehalten.

Fotonachrichten 08 / 2014

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