Fotografie so jung wie nie - Nachwuchs imponiert mit Erfindungen und als Bildermacher

Preisverleihung Bundessieger Korbinian Urban Bundeskanzler Prof.Dr. Johanna Wanka

Im Wettbewerb „Jugend forscht“ überzeugte der 18-jährige Korbinian Urban vom Gabriel-von-Seil-Gymnasium die Jury mit der Entwicklung einer Flächenlichtschranke für die Kurzzeitfotografie. Ob es darum geht, den Moment, wo eine Glasplatte zerspringt, einzufangen oder einen fallenden Wassertropfen – mit Korbinian Urbans Flächenlichtschranke lassen sich diese Augenblicke exakt im Bild festhalten. Seine neuartige Lichtschranke sendet über eine bestimmte Fläche Licht aus. Wenn ein Objekt durch die Lichtschranke fällt, wird ein Blitzlicht aktiviert und das Bild wird mit einer fünfzigtausendstel Sekunde belichtet. Das Besondere an der Lichtschranke ist, dass sie verzögert ausgelöst werden kann, wenn zum Beispiel das Objekt schon einige Zentimeter hinter der Schranke ist. Für die Fotografie begeistert sich der erfinderische Schüler, seit er vor einigen Jahren eine Spiegelreflexkamera geschenkt bekam.

Korbinian Urban ist nicht der einzige Jugendliche, der mit seiner Freude an der Fotografie beweist, dass dieses Medium absolut nicht nur reifere Jahrgänge begeistert. Die 15-jährige Tanja Schneider aus Bamberg hat ihre Begeisterung für die Tierfotografie schon in diesem zarten Alter mit einer Sondergenehmigung zur Unternehmerin gemacht. Die junge Fotografin kann sich nichts Schöneres vorstellen, als Tiere vor der Linse zu haben. Inzwischen besitzt sie eine Profiausrüstung und betreibt eine eigene Website. Vor allem mit ihren Hundebildern hatte sie schon viel Erfolg.

Tanja Schneider Internetseite

Aber es muss nicht gleich der Beruf oder ein Forschungsprojekt sein, um an der Fotografie Freude zu haben. Jugendfotowettbewerbe – ob es der Nachwuchs beim Blende-Fotowettbewerb, der mit pfiffigen Bildern begeistert, der Jugendfotopreis mit seiner besonderen Bildsprache oder die Ausstellung „Augenblicke der Natur“ des DVF-Jugendfotoclubs Dresden beim Umweltfotofestival in Zingst ist, überall beweisen junge Leute, dass die Fotografie bei ihnen hoch im Kurs steht.

Auch, wenn gerade junge Leute fürs Bildermachen erst einmal vorzugsweise das Handy/Smartphone oder auch das Tablet nutzen, so ist der dabei geweckte Spaß oft gerade der Auslöser dafür, irgendwann zu einer „richtigen“ Kamera zu greifen. Wer heute fotografische Veranstaltungen, wie das ViennaPhotoBookFestival oder die großen Festivals wie in Arles oder in Perpignan, besucht, wird dort auf viele aufstrebende junge Fotografen treffen, die sich für die Werke etablierter Fotografen begeistern und von ihnen lernen wollen. Gerade Foto- und Videokunst lockt ein junges Publikum in Museen und Galerien, bei dieser Altersgruppe haben es Malerei oder Bildhauerei schwer. Fotografie nach 174 Jahren ein verstaubtes Medium – nein, die Fotografie lebt und ist so jung wie nie!

Fotonachrichten 06 / 2013

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