Fritz Pölking Preis und Fritz Pölking Jugendpreis 2012 entschieden

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Mit der Story „Neues Leben“ gewann der Deutsche Ingo Arndt bereits zum zweiten Mal den Fritz Pölking Preis. Dieser Preis, der seit fünf Jahren zu Ehren des 2007 verstorbenen Fritz Pölking von der Gesellschaft Deutscher Tierfotografen (GDT) gemeinsam mit dem Tecklenborg-Verlag ausgeschrieben wird, geht damit nach Ingo Arndt (2008), Kevin Schafer (2009), Solvin Zankl (2010) und Klaus Echle (2011) wiederholt an Ingo Arndt.

Die Arbeit der Jury, bestehend aus Gisela Pölking, Stephanie und Hubert Tecklenborg, Theo Bosboom und Klaus Echle, verlief ausgesprochen harmonisch. „Es gab kaum Unstimmigkeiten darüber, welcher Beitrag eine Runde weiterkam und welcher nicht“ sagt Jury-Mitglied Theo Bosboom. „Den Fritz Pölking Preis zu gewinnen, ist zweifelsohne nicht leicht. Es bedarf herausragender Bilder, die technisch sauber ausgearbeitet sein müssen. Aber das allein ist nicht genug. Denn darüber hinaus müssen die Bilder ein originelles Thema behandeln, inhaltlich und stilistisch zueinander passen und nicht zuletzt eine ausreichend große Diversität aufweisen. Beiträge, die nur eine dieser Voraussetzungen nicht erfüllen konnten, blieben chancenlos.

Ingo Arndt – Neues Leben
Ingo Arndt – Neues Leben
Der internationale Wettbewerb „Fritz Pölking Preis“ und „Fritz Pölking Jugendpreis“ wird alljährlich im Rahmen des Wettbewerbs „GDT Europäischer Naturfotograf des Jahres“ veranstaltet von der GDT / Gesell-schaft Deutscher Tierfotografen und dem Tecklenborg-Verlag.

Ein Fotograf, der genau weiß, welche Zutaten man für eine gute Story braucht, ist Ingo Arndt. Die Jury war sich einig, dass er mit seinem Fotoprojekt „Neues Leben“, das sich mit dem Schlupf von Insekten und Reptilien beschäftigt, ein ungewöhnliches Thema gewählt hat, das fotografisch durchgängig auf höchstem Niveau ausgearbeitet wurde.

Wissenschaftler, Privatzüchter, Familie, Forschungslabors: Alle waren sie eingespannt in das Projekt von Ingo Arndt. Mit seiner Story „Neues Leben“ will er die Momente zeigen, in denen Tiere geboren werden. Ihm wurde schnell klar, dass in einigen Fällen Wald und Wiese gegen das Fotostudio eingetauscht werden musste, da manche Tierarten nur unter kontrollierten Bedingungen zu fotografieren waren. Doch ein guter Teil der Bilder gelang ihm draußen vor der eigenen Haustür.

Sehr positiv überrascht war die Jury von den Einsendungen zum Fritz Pölking Nachwuchspreis. „Die jungen Fotografen scheinen oft viel kreativer zu sein, mutiger in ihrer Bildsprache und weniger verhaftet im alten Regelwerk der Fotografie“ so Bosboom. „Es fiel uns Juroren ausgesprochen schwer, uns für einen der Teilnehmer, die die letzte Runde erreicht hatten, zu entscheiden. Am Ende fiel die Wahl jedoch einstimmig auf Zoltán Gergely Nagy, einen jungen Fotografen aus Rumänien. Seine Story über die Stare in Blackpool wurde kreativ und kohärent umgesetzt und umfasst zudem eine Reihe von ausgesprochen starken Einzelbildern.

Zoltán Gergerly Nagy – Urban Flock
Zoltán Gergerly Nagy – Urban Flock
Der internationale Wettbewerb „Fritz Pölking Preis“ und „Fritz Pölking Jugendpreis“ wird alljährlich im Rahmen des Wettbewerbs „GDT Europäischer Naturfotograf des Jahres“ veranstaltet von der GDT / Gesell-schaft Deutscher Tierfotografen und dem Tecklenborg-Verlag.

„Urban Flock” ist eine Geschichte von Koexistenz. Ein Projekt, das sich mit dem Leben von Staren beschäftigt, die in der englischen Küstenstadt Blackpool in großer Zahl überwintern.

Während seines letzten Studienjahres an der Universität von Blackpool verbrachte Zoltán Gergely Nagy viel Zeit damit, die riesigen, zehntausende von Vögeln zählenden Starenschwärme zu beobachten, die unter der Pier der Küstenstadt übernachteten. Er war fasziniert von den Lauten der Vögel und den beständig wechselnden Formationen der Schwärme, die sich Abend für Abend an diesem ungewöhnlichen Platz versammelten. Mit Einzug des Winters besuchte Zoltan die Stare, die sich stets nahe der Küste aufhielten, so oft es ihm möglich war. Dabei fiel ihm auf, dass die Vögel stets einen streng geregelten Tagesablauf einhielten, und besondere Anpassungen zeigten, sowohl was das innerartliche Verhalten anbelangt als auch die Interaktion mit anderen Spezies und ihrem urbanen Lebensraum.

Es mag erstaunlich klingen, aber Stare stehen in Großbritannien auf der Roten Liste der bedrohten Arten. Während Zoltan die Stare fotografierte, kam ihm in den Sinn, dass die großen Schwärme nicht nur vom ästhetischen Aspekt her etwas besonderes darstellen, sondern auch ein Symbol sein können für die friedliche Koexistenz zwischen Mensch und Tier in einer sich ständig verändernden Welt.

Die Preisverleihung des Fritz Pölking Preises findet im Rahmen der Preisverleihung und Ausstellungseröffnung des Wettbewerbs „GDT Europäischer Naturfotograf des Jahres“ am 26. Oktober auf dem internationalen Naturfoto-Festival der GDT in Lünen statt.

Alle Infos zum Festival finden Sie hier: http://www.gdtfoto.de/content.php?siteloc=42

Fotonachrichten 09 / 2012

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