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Hasselblad Spotlight – Draußen in der Kälte

“Manchmal stellt man zu hohe Erwartungen an eine Aufnahme, insbesondere wenn es sich um ein Naturobjekt handelt”, so Torben Forsberg. Jeder Profi-Fotograf kennt die selbstverständliche Regel: Aufnahmen befolgen nicht immer das Drehbuch.

Und der preisgekrönte dänische Filmemacher Torben Forsberg bestätigt, dass dies besonders gilt, wenn man sich an Bord eines Schoners mitten im nördlichen Eismeer befindet – eingeschlossen von unheilvollen Eisbergen, die das Boot bedrohen.
Torben, ein engagierter Fotoforscher mit fünf ähnlichen Expeditionen auf dem Buckel – einschließlich einer 3.000 km langen Wanderung auf Skiern und mit Hundeschlitten rund um den Norden Grönlands bei Temperaturen bis zu minus 47 Grad -, hat vor drei Monaten als Fotograf und Filmer im Rahmen der “Northeast Greenland Expedition 2011” die Segel auf dem majestätischen Dreimast-Toppsegelschoner Activ gesetzt.

Das Schiff war im Rahmen des Projektziels “die Ursprünge des Lebens besser verstehen lernen” unterwegs und voll besetzt mit Wissenschaftlern und Künstlern, die alle begierig darauf waren, Dinge zu tun, die noch nie zuvor gemacht wurden.

Nach seiner Rückkehr erinnerte Torben sich für das Hasselblad Bulletin: “Es war in vielerlei Hinsicht eine großartige Reise; was allerdings meine eigene Fotomission betrifft, so verliefen die Dinge nicht wirklich nach Plan. Wegen der Gefahr durch die Eisberge hatten wir lange Verspätungen in Island. Als wir schließlich eine Chance auf ein eisfreies Zeitfenster hatten, ergriffen wir die Gelegenheit. Aber wir bekamen nicht das erwartete Wetter und verloren deshalb viel Zeit.

Ich hatte davon geträumt, einige großartige Fotos mit der beeindruckenden H4D-40 zu schießen, einschließlich Nahaufnahmen von Eisbären. Wir wissen, dass Bären manchmal ganz nahe an die Boote herankommen – aber auf unserer Fahrt sahen wir sie nur aus der Ferne.”

Und nicht einmal eine Hasselblad H4D-40 konnte dies zugunsten des Fotografen drehen. “Manchmal hat man zu hohe Erwartungen bei einer Aufnahme, insbesondere wenn es sich um ein Naturobjekt handelt”, so Torben Forsberg.

Er fügte hinzu: “Aber ich bin begeistert davon, was diese Kamera alles kann. Doch auch wenn ich einige gute Aufnahmen schießen konnte, fürchte ich, dass ich durch die Umstände der Reise die Magie der Hasselblad nicht wirklich ausnutzen konnte. Ich habe es geschafft, den Mast hinaufzuklettern und einige Aufnahmen zu ergattern, aber als die lang anhaltenden und starken Winde kamen, hatte ich keine andere Wahl, als die Kamera nach drinnen in Sicherheit zu bringen. Ich hatte keine wasserdichten Abdeckungen und wollte unbedingt vermeiden, dass sie Salzwasser abbekam. Aber ich gebe nicht auf … Ich hoffe, auf einer neuen Expedition eine weitere Chance zu bekommen, vielleicht schon im Frühjahr.”

Es stellte sich jedoch heraus, dass Torbens Arktis-Abenteuer doch noch einen großen Höhepunkt hatte: Nur zwei Tage, nachdem er Grönland verlassen hatte, flog er nach New York, wo er auf dem internationalen Filmfestival den Preis für “Beste Kameraarbeit” gewann.

http://www.hasselbladbulletin.de/de/dez-2011/spotlight/forsberg.aspx

Fotonachrichten 12 / 2011

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