Lumix Fotofestival - Ein Muss

Hannover 13.06.2014 - 4. Lumix Festival 2014 - Aufbau. Zwei Fotostudenten beraten sich, wie das Licht auf der Empore im Design Center der Hochschule Hannover ausgerichtet werden soll. FOTO: China Hopson. Bildgalerie betrachten

Hannover 13.06.2014 – 4. Lumix Festival 2014 – Aufbau. Zwei Fotostudenten beraten sich, wie das Licht auf der Empore im Design Center der Hochschule Hannover ausgerichtet werden soll. FOTO: China Hopson.

Noch bis zum 22. Juni 2014 präsentiert das 4. Lumix Fotofestival in Hannover auf dem ehemaligen Expo-Gelände eine eindrucksvolle Leistungsshow jungen Fotojournalismus‘. Wir waren da und können nur sagen, dass sich die Reise nach Hannover lohnt. Jeder sollte sich die Zeit nehmen, hier bekommen Sie mehr als Fotografien von besonderer Güte zu sehen, sondern entsprechend der fotojournalistischen Ausrichtung des Festivals Geschichten präsentiert, die bewegen – anrührend, poetisch, skurril, beklemmend – und dementsprechend den eigenen Horizont auf beeindruckende Weise erweitern. Gleichzeitig wird Ihnen – so ging es uns zumindest beim Besuch des Lumix Fotofestivals und seiner 60 hochkarätigen Ausstellungen – vor Augen geführt, wie wichtig Fotojournalismus ist und wie stiefmütterlich er mitunter auf der anderen Seite aufgrund der wegbröckelnden Basis der klassischen Publikationsformen sowie Kosteneinsparungen behandelt wird.

Fotojournalismus, und das sagen wir nicht nur, weil wir uns der Fotografie verbunden fühlen, ist wichtig und unentbehrlich. Er öffnet uns die Augen und sensibilisiert uns für Themen außerhalb unseres Lebensradius‘. Fotojournalismus bedient sich wie keine andere Disziplin in der Fotografie der Macht der Bilder. Michael Ebert führt in der Einleitung zum Ausstellungskatalog aus: „Soziale Themen werden zunehmend ausgeblendet, sie passen immer weniger in die Hochglanzwelt der lifestyleorientierten Spezialtitel, die uns weismachen wollen, dass ein Grill für 5.000 Euro selig macht. Bei den wenigen Publikationen, die noch andere Perspektiven auf das Leben haben, zieht der Rotstift beharrlich enger. Autorenfotografie wird so zur Ausnahme.“ Ebert hat die „vage Hoffnung, dass die Verantwortlichen in den Verlagen endlich erkennen, dass Qualitätsjournalismus die einzige erfolgsversprechende Investition in die Zukunft ist“. Dem können wir uns nur anschließen, fügen jedoch hinzu, dass auch jeder einzelne von uns gefordert ist. Welchen Journalismus wünschen wir uns für die Zukunft und sind wir auch bereit, dafür den entsprechenden Obolus zu entrichten.

Wie wichtig Fotojournalismus ist, das zeigt das Lumix Fotofestival nachhaltig auf. Eine Jury wählte die ausgestellten 60 Reportagen und Essays aus. Knapp 1.200 Bewerbungen aus 71 Ländern sahen sich Stefanie Rejzek (Artdirektorin bei Freelens), Lutz Fischmann (Freelens-Geschäftsführer), Prof. Rolf Nobel (Fotografie-Professor an der Hochschule Hannover), Isabel Winarsch (Organisationsleiterin des Festivals) sowie Paula Tamm (Geschäftsführerin der Freelens-Foundation) an. 23 Länder sind im Wettbewerb vertreten: Die meisten Aussteller kommen aus Deutschland (18), Italien (7), Dänemark (5) sowie Spanien und aus den USA (jeweils 4). Außerdem stellen u.a. Fotografen aus Guatemala, Bangladesch, Argentinien, Russland und Lettland ihre hochkarätigen Arbeiten in Hannover aus. Unter den besten der besten jungen Fotojournalisten sind wieder zahlreiche Studierende der Hochschule Hannover (HsH): Zu acht bilden sie eine starke fotografische Fraktion.

„Von der Qualität der Ausstellungen betrachtet, glaube ich, dass wir in diesem Jahr bis jetzt das beste und thematisch breiteste Lumix Festival erleben werden“, meint Rolf Nobel. Damit hat er Recht: Aktuelle Ereignisse wie die Auseinandersetzungen auf dem Kiewer Majdan, rührende Geschichten wie die des dänischen Mädchens mit Down-Syndrom sowie eine humorvoll fotografierte Reportage über eine polnische Hochzeit – das sind nur drei Beispiele, die die immense Bandbreite an den gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Themen in den 60 Ausstellungen des diesjährigen Lumix Festivals widerspiegeln.

Die Eintrittskarten für das Lumix Festival sind an der Tageskasse im Design Center erhältlich. Eine Karte für Erwachsene kostet 10 Euro/ermäßigt 7 Euro und ermöglicht den Besuch der Ausstellungen an allen Tagen sowie der Fototechnik-Schau bis zum Sonntagabend.

Zu guter Letzt sind wir begeistert von dem enormen Engagement der über 100 Studenten, die maßgeblich dazu beitragen, dass dieses 4. Lumix Fotofestival uns in den Bann gezogen hat. Sie sind es, die überwiegend unentgeltlich Höchstleistungen erbringen mit einer großen Liebe und Leidenschaft für den Fotojournalismus, aber auch für die Besucher des Festivals. Sie sind es, die uns gemeinsam mit dem Verein zur Förderung der Fotografie in Hannover e.V. sowie der Hochschule Hannover und Freelens die Wichtigkeit des Fotojournalismus aufzeigen.

Fotonachrichten 06 / 2014

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