Foto- und Imagingtrend: Multicopter, ein tolles Weihnachtsgeschenk

Kameras erobern die Lüfte

Foto- und Imagingtrend: Multicopter, ein tolles Weihnachtsgeschenk
Fliegen zu können, war schon immer der große Wunsch des Menschen, um Distanzen schneller zu überbrücken, um in Gebiete vorzustoßen, die ihm zuvor verschlossen waren, aber auch wegen der Vogelperspektive, die ihm ganz neue Eindrücke von der Erde beschert. Der weiter voranschreitende kameratechnische Fortschritt bringt neue Trends hervor, wie das wachsende Interesse an der Luftbildfotografie, so der Photoindustrie-Verband e.V. mit Sitz in Frankfurt am Main. Diese gewinnt nicht nur im privaten Bereich an Bedeutung, sondern auch kommerziell, wenn es beispielsweise darum geht, Kirchen und ihre Beschaffenheit von außen zu sichten und dementsprechend zu überprüfen. „Mit diesem gestiegenen Interesse an der Luftbildfotografie“, so Christoph Thomas, Vorsitzender des Photoindustrie-Verbandes, „wächst die Anzahl der Anbieter für Multicopter (Drohnen) ebenso wie die der Modelle.“ Somit etabliert sich ein ganz neuer Bereich im Foto- und Imagingmarkt, der immer mehr Anhänger findet. Dementsprechend zählen Multicopter und Zubehör für die Luftbildfotografie zu stark nachgefragten Produkten, die zu Weihnachten 2014 unter dem einen oder anderen Baum als Geschenk anzutreffen sein werden.

Preislich gesehen gibt es nach oben keine Grenzen – mit über 40.000 Euro für einen Multicopter, der jedoch weniger im privaten Bereich zum Einsatz kommen dürfte. „Es geht“, so Christoph Thomas, „auch wesentlich preiswerter, denn sonst wäre das Interesse an der Luftbildfotografie auch nicht so groß.“ Ein Vermögen muss man nicht ausgeben. So gibt es immer mehr Bausätze für Multicopter und Einsteigermodelle für Hobbyisten ab 300 Euro. Je nach Anbieter und Preis ist sogar eine kleine Kamera enthalten. Die preiswerten Multicopter können mit Action- und Kompaktkameras und – je nach Gewicht – mit kompakten Systemkameras bestückt werden. Spiegelreflexkameras sind für die preiswerten Multicopter zu schwer. Diese verfügen in der Regel über keine stabilisierende Kamerahaltung, die die fliegenden Bewegungen ausgleichen. Dies hat zur Folge, dass die Videoaufnahmen oftmals sehr wackelig wirken. Die Flugzeiten liegen bei rund 15 Minuten und die Flughöhe bei zirka 50 Meter – das hängt natürlich auch vom Modell ab.

Investiert man mehr, bekommt man auch mehr für sein Geld: wie GPS, Höhenkontrolle oder einen integrierten Kompass und Funksender. Beim Kauf ist auf die Traglast und Kamerahalterung ebenso zu achten, wie auf die Flughöhe und Flugzeit. Multicopter mit zwei oder drei Motoren bieten den Vorteil, so der Photoindustrie-Verband, die Flugbewegungen ausgleichen können. Dies garantiert ein stabiles Videobild. Ein AV-Sender bringt den Genuss von Live-Bildern der Kamera an die Bodenstation. Man hat so die Möglichkeit, während des Flugs zu sehen, was die Kamera gerade anzeigt und kann die Aufnahmen steuern, um die gewünschten Ergebnisse zu erzielen.

Als Anwender, so der Photoindustrie-Verband, ist es ratsam, im Blick zu haben, wie sich der Ausfall eines Propellers auswirken würde. Bei einem Quadrocopter führt der Ausfall von einem Propeller zum Absturz des Systems, was natürlich zur Folge haben kann, dass die Kamera zerstört wird. Wer auf der sicheren Seite sein möchte, der sollte sich für einen Hexacopter oder Oktocopter entscheiden, die einen Propellerausfall ohne Absturz verschmerzen können. Je nachdem, welche Ausstattung gewünscht ist, liegt man beim Basismodell bei 1.500 bis 2.500 Euro. Die Gesamtkosten für einen Multicopter können so mit Zubehör schnell bei Euro 7.500 und mehr liegen.

Anhänger der fliegenden Kameras müssen, so der Photoindustrie-Verband, die gesetzlichen Vorschriften im Blick haben. So gibt es Beschränkungen bezüglich des Flugortes, denn nicht überall darf man seinen Multicopter in die Luft aufsteigen lassen und vielfach müssen Genehmigungen eingeholt werden. Eine weitere Regel ist, dass Multicopter nur auf Sicht geflogen werden dürfen und aus Sicherheitsgründen nicht über Menschen. Der Photoindustrie-Verband weist zudem darauf hin, dass auch bei der Luftbildfotografie alle sonst geltenden Regeln und Vorschriften rund ums Bild von den Persönlichkeitsrechten bis hin zu Urheberrechten zu beachten. Empfehlenswert ist zudem eine Versicherung, denn in der Regel greift die typische Privathaftpflichtversicherung bei Schäden, die durch Multicopter entstehen, nicht.

Fotonachrichten 12 / 2014

1 Bewerten  |  Drucken  |  Weiterempfehlen
Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare zu diesem Artikel abgegeben.

Artikel kommentieren
* Diese Felder müssen ausgefüllt werden