Umweltfotofestival »horizonte zingst« 2016 - GEO präsentiert: »Überirdisch«

HZ16 Fotoausstellung Planet Heimat 
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HZ16 Fotoausstellung Planet Heimat
©Alexander Gerst ESA 07

Die besten Bilder aus dem All von Alexander Gerst

Das Umweltfotofestival »horizonte zingst« 2016 hat seine Tore noch bis zum 5. Juni 2016 geöffnet. Wer schon immer einmal hautnah den Blick aus dem All erleben möchte, der sollte sich die GEO-Ausstellung »Überirdisch« – mit beeindruckenden Aufnahmen von Alexander Gerst nicht entgehen lassen

„Die Bilanz meiner Mission unserer Erde: Verletzlich. Einzigartig. Wunderschön.“ Alexander Gerst ist „Astro-Alex“, wie kaum ein anderer Raumfahrer hat er es verstanden, seine Eindrücke der Weltraummission zu kommunizieren. Er hat den blauen Planeten als Philosoph und Fotograf von „höchster Warte“ betrachtet und vermittelt mit einer Ausstellung im XXL-Format die Essenz seiner Erkenntnisse. In tausenden Fotografien dokumentierte er den Zustand der Erde.

Alexander Gerst: Seit über 200 000 Jahren lebt die Spezies Homo Sapiens, der „weise Mensch“, auf der Erde – und in jeder Generation gab es seither Vertreter von ihr, die danach strebten, den eigenen Horizont zu erweitern. Unsere Vorfahren haben die Meere durchquert, alle Kontinente erkundet. Immer weiter hat sich damit unser Bild von der Welt und von unserem Platz darin vergrößert. Die Grenzen des Himmels allerdings können wir Menschen erst seit extrem kurzer Zeit überwinden. Vor gerade rund 50 Jahren flogen die ersten Entdecker hinaus ins Weltall. Und interessant ist, dass viele der Astronauten dabei am meisten eine Erfahrung beeindruckte, über die sich die wenigsten vorher Gedanken gemacht hatten: der Blick zurück auf die Erde. Dank ihrer Berichte und Bilder wissen wir Menschen seither, wie unser Heimatplanet als Ganzes aussieht. Erstmals ist uns so bewusst geworden, wie winzig, einzigartig und schön er ist – und wie verletzlich. Wir leben auf einer kleinen Steinkugel, geschützt von einer nur hauchdünnen Atmosphäre. Das zu erkennen, hat unser Weltbild komplett verändert. Das ist alles, was wir haben! Unsere gesamte Geschichte, von Einzellern und Dinosauriern bis hin zu uns Menschen, hat sich auf diesem winzigen blauen Punkt im Universum abgespielt. Und mit den begrenzten Ressourcen auf diesem kleinen Planeten müssen wir auskommen. Ich habe die Spuren unseres Handelns aus dem Weltall fotografiert und die Bilder zur Erde geschickt. Wir Menschen neigen dazu, globale Probleme wie Umweltzerstörung, Krieg und Ressourcenausbeutung zu verdrängen oder für unlösbar zu halten – weil uns der Überblick fehlt. Aus der Ferne wirkt es völlig verrückt, mit unserer begrenzten Welt kurzsichtig umzugehen. Vielleicht kann die Raumfahrt uns inspirieren, die Haltung zu ändern. Die Raumstation ISS beispielsweise ist von hunderttausenden Menschen aus 16 Nationen erbaut worden; an der Technik wirkten sogar Experten aus 69 Staaten mit. Sie ist die komplexeste Maschine, die die Menschheit je erfunden hat. Wenn wir es schaffen können, gemeinsam so einen Außenposten im All zu errichten, dann sollte es auch gemeinsam gelingen, unsere Erde den nachfolgenden Generationen in einem bewohnbaren Zustand zu hinterlassen. Der erste Schritt ist Erkenntnis. Entscheiden müssen wir selbst. Aber wir sollten zumindest wissen, was auf dem Spiel steht.

Änderungen vorbehalten. Weitere Informationen: www.erlebniswelt-fotografie-zingst.de

Fotonachrichten 05 / 2016

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