Verschwundene Bilder auf Datenautobahnen

Es verwundert doch sehr, dass die Telekom in ihrem aktuellen Fernsehspot, die Empfehlung ausspricht, Urlaubsfotos nicht mehr auf Papier auszugeben und sie stattdessen nur noch online zu teilen, um Ressourcen zu schonen. Nun, da kennt die Telekom die Verbraucherwünsche nicht – dies ist bekanntlich ja nichts Neues – und zudem offenbart der Marketingverantwortliche der Telekom zugleich, dass er das eigene Firmenangebot mit dem online-Fotoservice (http://fotoservice.telekom.de) nicht im Fokus hat.

Interessant wäre natürlich, an dieser Stelle von der Telekom aber auch zu erfahren, mit welchen Energiekosten der elektronische Versand von Bildern verbunden ist und ob wir unsere Umwelt nicht eher schonen, wenn Bilder zu Papier gebracht werden. In keinem Fall machen wir aber unsere Welt – wie im Fernsehspot angepriesen – besser, wenn auf Papierbilder verzichtet wird. Ganz im Gegenteil – die Welt wird ärmer, aber auch steriler und das braucht niemand. Urlaubsbilder nur noch auf Datenautobahnen, Festplatten oder sonstigen Speichermedien sind eine grausige Vorstellung und alles andere als das, was der Verbraucher wünscht. Und die Zahlen belegen es. Mit 4,7 Milliarden gefertigten Colorpapierbildern in 2010 bestellte jeder Bundesbürger knapp 60 Papierbilder. Hinzu kommen die 5,7 Millionen Fotobücher – mit durchschnittlich über 100 Bildern -, die in der absoluten Verbrauchergunst stehen. Urlaubsbilder gehören befreit und auf Papier. Nur so sind Bilder kein flüchtiges Erlebnis.

Quelle: Photoindustrie-Verband e.V.

Fotonachrichten 07 / 2011

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