Vom Crowdfunding zum Bestseller - camerawoman, das erste Fotomagazin für Frauen

camerawoman
Als im April 2015 das Crowdfunding über die Plattform startnext begann, glaubten nur wenige an das Projekt. Ein Fotomagazin speziell für Frauen? Überflüssig – meinten vor allem Männer. Aber die neue Zeitschrift hat sich durchgesetzt und erscheint nun zum zweiten Mal – mit einer Auflage von 65.000 Exemplaren.

camerawoman wird von zwei Frauen und zwei Männern hergestellt. Zwei weitere Mitarbeiterinnen kümmern sich um das Anzeigengeschäft. Im Magazin geht es vor allem um Bildgestaltung, nicht so sehr um Techniktests. „Wir haben festgestellt, dass weibliche Fotoamateure bisher nur zu gut zehn Prozent zu den Lesern von Fotomagazinen zählen, obwohl Frauen vermehrt mit anspruchsvollen Kameras unterwegs sind. Das muss ja Gründe haben“, sagt Projektleiter Jürgen Lossau. Deswegen wird camerawoman im Handel vor allem bei den Frauenzeitschriften positioniert. „Oft landen wir mit dem Magazin leider auch bei den Fotozeitschriften“, lacht Lossau, „aber wir wissen, dass Frauen diese Regalbereiche leider häufig meiden.“

Die neue Ausgabe, die ab sofort im Handel ist, porträtiert Promi-Fotografin Gabo und zeigt Bilder der Wildlife-Spezialistin Anette Mossbacher. In einem großen Workshop wird erklärt, wie das eigene Fotobuch noch besser gestaltet werden kann. Vier doppelseitige Tests untersuchen kurz und knackig die Kameraneuheiten der Branche. Kolumnistin und Fotografin Melanie Dreysse sagt zum Konzept von camerawoman: „Wir geben Gestaltungstipps für Fotos auf Reisen und informieren unterhaltsam über alle Aspekte des Bildermachens.“

camerawoman erscheint viermal jährlich und kostet 5 Euro pro Ausgabe. Über 4.000 Abonnentinnen sind seit Beginn des Crowdfundings im April zusammengekommen. „25 Prozent sind übrigens Männer“, verrät Lossau. „Vielleicht sind denen andere Fotomagazine auch eher zu techniklastig.“

Änderungen vorbehalten.

Fotonachrichten 09 / 2015

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