GDT - Entscheidung gefallen: Andreas Geh „GDT Naturfotograf des Jahres 2016“

GNJ 2016, Andreas Geh, Gänsesägerfamilie Bildgalerie betrachten

GESAMTSIEGER
Andreas Geh – Gänsesägerfamilie
Gänsesäger an einem Gebirgsfluss am Lago Maggiore

Im Rahmen ihrer jährlichen Mitgliederversammlung wählten die Mitglieder der GDT (Gesellschaft Deutscher Tierfotografen) den „GDT Naturfotograf des Jahres 2016“. Gesamtsieger wurde Andreas Geh aus Volkertshausen mit dem Bild einer Gänsesägerfamilie am Lago Maggiore.

„Ende Mai hatte ich am Lago Maggiore an einem Gebirgsfluss, der in den See mündet, jeden Morgen beim Fotografieren von Wasseramseln einen Gänsesäger beobachtet, der aus den Felsen kam und sich im Fluss mit seinen Jungen in Richtung See aufmachte. Tagsüber hielten sie sich am See im Mündungsbereich auf und abends ging es wieder den Fluss ein Stück hinauf zum Schlafen. Mich rührte die Zuverlässigkeit und Fürsorge dieser Tiere an und ich wollte fotografisch einfangen, wie die Küken in enger Bindung wie eine Perlenkette hinter dem Elterntier folgen. So entstand die Idee, mich gegen Abend auf die Brücke über den Fluss an der Mündung zu stellen und zu warten bis sie kommen, um exakt senkrecht von Oben die Familie einzufangen. Durch das glasklare Wasser konnte ich die Reflexionen auf den Felsen am Grund grafisch mit in die Szene einbauen.

Meine Fotokollegen der GDT-Regionalgruppe sahen dieses Bild im Rahmen eines Vortrages und meinten, dass ich das unbedingt beim Wettbewerb einreichen soll, weil sie Gänsesäger so noch nie gesehen hätten und begeistert waren. Die Überraschung und Freude war natürlich riesengroß damit dann sogar den Titel zu gewinnen. Es ist gut, solche Fotofreunde zu haben.“

Gänsesäger bevorzugen klare, gerne schnell fließende Flüsse mit Kiesgrund oder Seen und Küsten mit Baumbestand. Die Weibchen legen ihre Eier in Bruthöhlen ab, die sich durchaus in größerer Höhe befinden können. Bereits einen Tag, nachdem sie geschlüpft sind, verlassen die Küken das Nest und springen aus der Höhle. Flügelstummel und Füße werden dabei zum Abbremsen verwendet. Das Weibchen führt sie danach schnellstmöglich zum Wasser. Die Jungen können von Anfang an recht gut schwimmen. Dennoch transportieren die Weibchen die Kleinsten teilweise auf dem Rücken – gelegentlich sogar mehrere von Ihnen. Obwohl sich der Bestand von Gänsesägern in Deutschland erholt hat, steht er nach wie vor als „stark gefährdet“ auf der Roten Liste.

Andreas Geh lebt im Hegau am Bodensee und fotografiert seit seiner Jugend. Seit 2003 betreibt er intensiv die Naturfotografie und seit 2011 ist er Vollmitglied der GDT und engagiert sich aktiv in der GDT-Regionalgruppe Baden. Seine Bilder werden international über Agenturen vermarktet und sind regelmäßig in Vorträgen, Workshops und Büchern zu sehen. Mit seinen Bildern will er einen respektvollen Umgang und Schutz der Natur fördern. Schwerpunkte: Die Heimat am Bodensee, USA und Skandinavien.

In diesem Wettbewerb setzte er sich mit seinem Bild „Gänsesägerfamilie“ gegen über 260 GDT-Mitglieder aus sieben Ländern durch. Insgesamt wurden knapp 4.100 Bilder eingereicht. Nach der Vorauswahl durch eine Jury (Claudia Müller, Sarah Böhm und Dieter Damschen) standen den Mitgliedern am Wochenende je zehn Bilder in sieben Kategorien zur Wahl: Vögel, Säugetiere, Andere Tiere, Pflanzen & Pilze, Landschaften, Atelier Natur und als Sonderkategorie „Naturgewalten“. Der Gesamtsieger des Wettbewerbs wird aus den sieben Kategorie Siegern gewählt.

Die Ausstellung zum Wettbewerb wird vom 13. Mai bis Ende September im Bundesamt für Naturschutz (BfN) in Bonn zu sehen sein. Am 12. Mai um 17:00 wird die Ausstellung mit einer Vernissage eröffnet.

Der Wettbewerb „GDT Naturfotograf des Jahres“ wird in jedem Jahr ausschließlich für Mitglieder der GDT ausgeschrieben (im Gegensatz zum Wettbewerb „GDT Europäischer Naturfotograf des Jahres“, der offen ist für alle Fotografen mit Wohnsitz in Europa).

Eine Auswahl der Bilder wird wie immer auf dem Internationalen Naturfoto-Festival der GDT vom 28. bis zum 30. Oktober präsentiert. Alle Platzierungen können Sie unter www.gdtfoto.de einsehen.

Die Sieger der einzelnen Kategorien

In der Kategorie „Vögel“ gewann Andreas Geh mit seiner Gänsesägerfamilie. Mit dem Portrait einer Fähe mit ihrem Jungen konnte sich Gabi Marklein in der Kategorie „Säugetiere“ durchsetzen. „Schlammbad“ heißt das Siegerbild von Magdalena Schaaf in der Kategorie „Andere Tiere“. Es zeigt eine Gelbbauchunke im Schwarzwald. Florian Smit taucht die Welt in ein pinkes Licht und siegte mit seinen Alpenveilchen in Italien in der Kategorie „Pflanzen und Pilze“. Die Kategorie „Landschaften“ entschied Karsten Mosebach mit dem Bild einer Moornacht im Venner Moor für sich, in der Kategorie „Atelier Natur“ wurden gleich zwei erste Plätze gewählt: Alejandro Prieto siegte mit dem Bild „Schattenspiel“ und Thomas Brocher überzeugte mit seinem Bild einer defokussierten Möwe im Eider-Sperrwerk. Sandra Bartocha gewann mit dem Bild einer Welle die Sonderkategorie „Naturgewalten“.

Änderungen vorbehalten.

Fotonachrichten 04 / 2016

17 Bewerten  |  Drucken  |  Weiterempfehlen
Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare zu diesem Artikel abgegeben.

Artikel kommentieren
* Diese Felder müssen ausgefüllt werden