GDT Europäischer Naturfotograf des Jahres 2014 Entschieden

GESAMTSIEGER
Neil Aldridge - Großbritannien
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Neil Aldridge – Großbritannien
Lebendige Felszeichnung

Gesamtsieger des europäischen Naturfoto-Wettbewerbs der Gesellschaft Deutscher Tierfotografen ist der britische Fotojournalist, Schriftsteller und professionelle Wildlife-Guide Neil Aldridge mit seinem Bild „Lebendige Felszeichnung – Living Rock Art“. Das Bild zeigt zwei galoppierende Blessböcke am Buschmann-Fluss im südafrikanischen Kariega Game Reserve. Es ist ein Bild, das Neugier weckt und Platz für Phantasie lässt.

Aldridge, der in Südafrika aufwuchs, erläutert: „Um die raschen Bewegungen und die Synchronität der beiden Antilopen im schwindenden Licht zu unterstreichen, verwendete ich eine lange Verschlusszeit. Während ich in Südafrika aufwuchs, beschäftigte ich mich intensiv mit der Kunst der Buschmänner, und dieses Bild erinnert mich an die Felszeichnungen, die die Wände der Höhlen in den Hügeln bei Kariega schmücken.“

Neil Aldridge wurde bereits mit vielen Preisen ausgezeichnet. Er ist vor allem bekannt für seine Dokumentationen über Naturschutzthemen und bedrohte Tierarten. Es ist sein wichtigstes Anliegen, mit seiner Arbeit ein stärkeres Bewusstsein für den Schutz der Umwelt zu wecken. Mit dem Verkauf von Büchern und Prints unterstützt er Schutzprojekte, die ihm am Herzen liegen.

Schirmherrin Prof. Dr. Beate Jessel vom Bundesamt für Naturschutz (BfN): „Das Siegerbild führt uns die Verantwortung vor Augen, die wir dafür tragen, dass solche Naturbeobachtungen auch weiterhin möglich sind und unseren Kindern nicht nur ein vages Bild von diesen Tierarten in Erinnerung bleibt. Dies unterstreicht die Notwendigkeit einer Zusammenarbeit bei der Lösung gemeinsamer Probleme im Naturschutz auf internationaler Ebene. Eine derartige internationale Naturschutzarbeit wird bereits erfolgreich im Rahmen internationaler Abkommen und Programme der Völkergemeinschaft, aber auch multi- und bilateraler Kooperationen umgesetzt. Bisherige Erfolge dürfen aber nicht dazu führen, dass wir in unseren Bemühungen nachlassen.“

Der Wettbewerb GDT Europäischer Naturfotograf des Jahres wird jährlich von der Gesellschaft Deutscher Tierfotografen ausgeschrieben. In acht verschiedenen Kategorien sowie dem „Fritz Pölking Preis“ und dem „Fritz Pölking Nachwuchspreis“ können Arbeiten eingereicht werden. Die mit Josef Hackhofer(IT), Bruno D‘Amicis (IT), Georg Popp (AT), Pål Hermansen (NO) und Jari Peltomäki (FI) wie immer hochkarätig besetzte Jury machte sich ihre Entscheidung nicht leicht.

Bruno D‘Amicis für die Jury: „Ohne die leidige Diskussion über Digitalfotografie, ethische Aspekte, Globalisierung und die Kommerzialisierung des Wildniserlebnisses hier wieder eröffnen zu wollen, ist es meiner Meinung nach durchaus erfrischend, darüber nachzudenken, was uns als Naturfotografen antreibt, die Welt um uns herum mit der Kamera zu entdecken. Was verbirgt sich hinter dieser Passion, die viele von uns Unsummen in neue Technik investieren lässt, in Reisen von tausenden Kilometern Länge kreuz und quer durch die Welt, nur um zweidimensionale Erinnerungen mitzubringen, die uns mitten in einer Winternacht aufstehen lassen, um die nächsten Stunden bewegungslos und frierend in einem kleine Zeltkubus auszuharren? Ich glaube, einige der prämierten Bilder und vor allem das Gesamtsiegerbild können helfen, eine Antwort auf diese Fragen zu finden. Wenn wir innehalten und das Bild betrachten, sehen wir keine perfekte Aufnahme. Es ist von Perfektion tatsächlich weit entfernt, und obgleich es vermutlich niemals in der Absicht des Fotografen lag, war sich die Jury einig, dass der Zugang zu diesem Bild wahrscheinlich einfacher wäre, wäre es mit mehr Sorgfalt ausgeführt worden. Dennoch, dieses Bild mit seinen matten Farben und dem dezenten Motiv, das uns auf den ersten Blick nicht sonderlich ins Auge gefallen war und das während der ersten Durchgänge nur wenig Beachtung fand, „erschien“ plötzlich am Ende des zweiten Tages und wuchs in uns so sehr, dass einer der Juroren am nächsten Tag zugeben musste, sogar davon geträumt zu haben! Und ist es nicht erstaunlich, dass der Gesamtsieger eines internationalen Fotowettbewerbs im Jahre 2014 so eindrucksvoll an etwas anschließt, womit der Mensch bereits vor 30.000 Jahren begann?“

Neil Aldridge erhält damit den von der Firma CANON gesponserten und mit 2.000 Euro dotierten Preis. Mit seinem Bild setzte er sich gegen rund 13.800 eingereichte Arbeiten von Fotografen aus 35 Ländern durch. Der Preis wurde von der Gesellschaft Deutscher Tierfotografen zum 14. Mal vergeben und richtet sich an Amateur- und Profifotografen aus ganz Europa.

Den ebenfalls mit 2.000 Euro dotierten internationalen Sonderpreis „Fritz-Pölking-Preis“, den die GDT in Kooperation mit dem Tecklenborg-Verlag auslobt, wurde an den Spanier Urtzi Vera für seine Story „Die beschnittenen Buchen im Wald von Gorbeia“ vergeben.

Den Fritz Pölking Nachwuchspreis konnte der junge Belgier Michel d‘Oultremont für sich verbuchen. In seinem Portfolio „Im Leben der Schwarzhalstaucher“ spielt er mit Farben und Reflexionen auf dem Wasser und macht diese Elemente zum eigentlichen Hauptakteur seiner Fotos.

Die Sieger der einzelnen Kategorien

In der Kategorie Vögel gewann mit „Nächtlicher Jäger“ das Bild einer Schleiereule des Briten Yuli Panayotov. Mit der Aufnahme einer Kolonie von Palmenflughunden konnte sich Cristobal Serrano aus Spanien in der Kategorie Säugetiere durchsetzen. „Blauer Walzer“ heißt das Siegerbild des aus Ungarn stammenden Fotografen Csaba Forrásy in der Kategorie Andere Tiere. Leonardo Battista aus Italien siegte mit seinem Bild „Platanthera chlorantha“ in der Kategorie Pflanzen und Pilze. Die Kategorie Landschaften entschied der Deutsche Joachim Wimmer mit „Nebel und Vollmond“ für sich, in der Kategorie Unter Wasser siegte Rémy Masson aus Frankreich mit dem Bild „Ihre Lordschaft, die Kröte“. „Inspektion“ nannte der Deutsche Klaus Echle sein Siegerbild eines Auerhahns, der im Schwarzwald einen umgestürzten Hochstand zu inspizieren scheint, in der Kategorie Mensch und Natur und mit “Ich habe Dich geliebt …” gewann Jasper Doest aus den Niederlanden die Kategorie „Atelier Natur“.

Änderungen vorbehalten.

Fotonachrichten 10 / 2014

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