Kultur für Obdachlose: Der Gewinner des DGPh-Bildungspreises 2015 der Deutschen Gesellschaft für Photographie steht fest

20 + 6 Obdachlosigkeit hat jedes Gesicht © Ann-Kathrin Kampmeyer
20 + 6 Obdachlosigkeit hat jedes Gesicht
© Ann-Kathrin Kampmeyer
Die Jury hat entschieden: Das “Haus St. Martin am Autoberg” in Hattersheim wird für sein kulturelles Programm für wohnungslose Menschen den DGPh-Bildungspreises 2015 erhalten. Für den Gewinner ein doppelter Anlass zum Feiern, denn das Veranstaltungsprogramm „Kunst und Kultur am Autoberg“ hat in diesem Jahr auch noch seinen 10. Geburtstag. Das Haus St. Martin ist eine integrierte Facheinrichtung in der Trägerschaft des Caritasverbands für den Bezirk Main-Taunus e.V.

Ziel war es für Klaus Störch, den Leiter der Einrichtung, über schnell erfassbare Fotografien Vorurteile gegenüber wohnungslosen Menschen und Langzeitarbeitslosen abzubauen. Das Medium nahm von Anbeginn an einen hohen Stellenwert bei den Projekten ein und funktioniert ganz besonders als Scharnier zwischen den Obdachlosen und der Bevölkerung in der Region. Dass der Autoberg zu einem Ort der Begegnung und des Austausches werden konnte, ist nicht zuletzt dem Engagement namhafter PhotographenInnen wie Jim Rakete, Andrea Diefenbach und Ann-Kathrin Kampmeyer sowie Nachwuchstalenten zu verdanken, die das Projekt alle ehrenamtlich unterstützten. So werden nicht nur Ausstellungen, sondern auch Fotowettbewerbe, Diskussionsrunden und Themenabende rund um die Fotografie organisiert.

Die Jury überzeugte das kontinuierlich gewachsene Programm, durch das eine beständige Vermittlungsarbeit in Kooperation mit Künstlern, Hochschulen und der Bevölkerung geleistet wird. So wird auf vorbildliche Weise eine kulturelle Perspektive für Menschen geöffnet, die am gesellschaftlichen Rand stehen. Das sinnstiftende und orientierungsgebende Leuchtturmprojekt bietet Anregungen und Impulse für weitere soziale Einrichtungen. Das „Haus St. Martin am Autoberg“ schafft neben den klassischen Angeboten wie Beratung, Begleitung und Betreuung ein lebendiges Forum für ausgegrenzte Menschen, ein Forum in dem Kommunikation und Menschlichkeit großgeschrieben werden.

Der DGPh-Bildungspreis wird in diesem Jahr zum dritten Mal vergeben. Prämiert werden innovative wissenschaftliche und praxisbezogene Abschlussarbeiten sowie künstlerische Projekte im Bereich der Vermittlung von und mit Fotografie. Die Jury konnte aus 35 Einsendungen auswählen, das ist gegenüber dem Vorjahr eine deutliche und erfreuliche Zunahme, freut sich die Vorsitzende der ausrichtenden Sektion Bildung der DGPh, Dr. Sandra Abend. Sie bildete mit ihren Stellvertretern Prof. Klaus Dierßen und Jan Schmolling sowie der Photographin Prof. Uschi Huber und Alexander Grüner, Mitinitiator des Vorjahressiegers HUNT, die Jury.

Fotonachrichten 04 / 2015

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