Sihl – Partner der Bildausgabe, über 100 Jahre Beschichtungstradition

Sihl, Fabrikgründung 1902
Seit seiner Gründung vor weit mehr als 100 Jahren begleitet die Sihl GmbH die Entwicklung der Datenaufzeichnung und Datenreproduktion, von der Wiedergabe einfacher, grafischer Elemente bis hin zur naturgetreuen Ausgabe von SW- und Farbfotografien auf höchstem Qualitätsniveau. Die Basis aller Produktentwicklungen war und ist die spezielle, im Markt führende Beschichtungstechnologie auf unterschiedlichsten Träger-materialien.

Rund 175 Jahre beschäftigen sich Tüftler, Wissenschaftler und Techniker schon mit der Reproduktion des flüchtigen Moments: Der Aufzeichnung von Licht und dessen Spuren. Von Anfang an wichtig: Die Dokumentation der erfassten Informationen. Parallel dazu begleitet die Sihl GmbH in Düren die Entwicklung der Bildaufzeichnung und -speicherung mehr als hundert Jahre und produziert so genannte Bildträgermaterialien für die Aufzeichnung von Informationen auf Papieren und Folien. Dabei werden bahnförmige Medien mit funktionellen Oberflächen veredelt, die ihnen zusätzliche Eigenschaften verleihen. Diese Kernkompetenz führte dazu, dass sich die Sihl GmbH als Spezialist für Beschichtungen auf verschiedensten Trägermaterialien etablierte. In der ersten Phase der Firmengeschichte konzentrierten sich Entwicklung und Fertigung auf die Herstellung von Papieren für das technische Büro. Es handelte sich vornehmlich um Baupläne, Skizzen und Karten zur Bezeichnung und Beschriftung von Hand und der nachfolgenden Vervielfältigung als Blaupausen. Mit dem Übergang zum modernen Lichtpausverfahren ging es – wenn auch nur einfarbig – bereits um Tonalität und Gradation für weiche Übergänge. Von der Entwicklung ihrer Lichtpauspapiere her kennt die Sihl GmbH die technischen Zusammenhänge, wie man durch Beschichten Oberflächen vergrößert, Farbstoffe fest verankert und brillant zur Geltung bringt.

Alles eine Frage der Beschichtung

Sihl, Milimeterpapierherstellung
Dies nutzte die Sihl GmbH bei den ersten Inkjetpapieren, lange bevor Inkjetdrucker für die Anwendung im Büro oder zu Hause verfügbar wurden. Auch damals ging es schon um eine möglichst farbgetreue Wiedergabe. Und auf diesem Wissen basieren auch die aktuellen Entwicklungen des unvergleichlich breiten Angebots von unterschiedlichsten Inkjet-Materialien für fast jede denkbare Anwendung. Auf dem Weg zur modernen Telekommunikation wurden dann mit Telefax-Papieren von Sihl nicht nur Schriftstücke, sondern auch Zeichnungen und Bilder elektronisch übermittelt und weit entfernt vom Ausgangspunkt ausgedruckt. Mit dem Aufschwung der elektronischen Datentechnik kam der direkte Computer-Ausdruck: Auch hier bediente Sihl den Markt mit speziell auf die Bedürfnisse optimierten Materialien. Auf so genanntem Elektrostatenpapier wurden Grafiken, Texte und Bilder – zuerst schwarzweiß und später auch farbig – erstellt und die so gewonnenen Vorlagen beispielsweise auf LKW-Planen, Fahr- oder Flugzeugen sowie anderen Oberflächen übertragen.

Der Start in die Welt des Foto-Drucks

Ein Abbild wird mit Hilfe optischer Systeme auf ein lichtempfindliches Medium projiziert, gespeichert und dient so der Vervielfältigung. Mit dem Paradigmenwechsel zur digitalen Aufzeichnung und Speicherung wandelte sich ein Schritt der Abbildungskette, doch was bleibt ist die Ausgabe der digitalen Bilddaten auf ein adäquates Medium. Wenn heute die Bilderflut in höchster Fotoqualität auf Inkjet-Papier ausgegeben wird, denken wenige an die vergleichsweise kurze Entwicklung der Tintenstrahl-Technologie. Zwar liegen die Ursprünge jener Technik, die das kontrollierte Besprühen eines Empfangsmediums umschreibt, noch weiter zurück als der Verkaufsstart der ersten Drucker, doch für die bildgebende Fotografie interessant sind letztlich die Entwicklungen ab 1980, weil die Vorläufer der heutigen Drucker in den 30er Jahren und danach ausschließlich für die Kommunikation im Büroumfeld genutzt wurden. Die Anfänge muten aus heutiger Sicht mehr als einfach an, doch zu jener Zeit staunten Anwender, als Canon und HP 1984/85 die ersten Drucker für den Endkundenmarkt präsentierten, die ihre damals erstaunliche Ausgabequalität aus der Kombination von austauschbaren Tintenpatronen und speziell beschichteten Papieren generierten. Doch noch mangelte es an Auflösung, die HP mit seinem 1988 vorgestellten Deskjet-Drucker auf 300 dpi anhob. Die Weiterentwicklung der Tinten und Druckmedien führte dazu, dass nach und nach weitere Drucker auf den Markt drängten und sich dem jungen Bereich der Digitalfotografie die Möglichkeit bot, Fotos in akzeptabler Qualität auszudrucken. Als Epson 1993 seinen mit piezoelektrischer Technik ausgestatteten Stylus Printer auf den Markt brachte, ahnten wenige, dass vor allem diese Modellreihe die Entwicklung zum hochwertigen Fotodruck voranbrachte. Noch bedienten sich die Geräte an wasserbasierten Tinten, und die Haltbarkeit der Ausdrucke ließ bezüglich der Lichtechtheit aber auch der mechanischen Stabilität zu wünschen übrig.

Fortschritte führten zu fotorealistischen Ausdrucken

Die Sihl GmbH hat mit vielen Zwischenstufen über hundert Jahre die technische Entwicklung der bildgebenden Verfahren und dessen Trägermaterialien vorangebracht und dies in besonderem Maße auch bezüglich der Inkjet-Technik getan. Immer ging es um gut handhabbare, qualitativ einwandfreie Basismaterialien, die Farben und Grautöne störungsfrei aufnehmen und in Farbraum, Kontrast, Gradation und Randschärfe so zur Wirkung bringen, wie es dem Bild und dem Ausdruck angemessen erscheint. So konnte die Sihl GmbH die Marktreife der Inkjet-Technik maßgeblich mitgestalten. Meilensteine waren auf der Beschichtungsseite die Realisierung hoher Tintenaufnahmekapazitäten und schnellster Tintenaufnahmen. Weitere Problemstellungen wie die gute Verankerung auf glatten Trägermaterialien wie PE (Polyethylen) wurden ebenso gelöst wie die gute Trocknung der offenen Schichtstrukturen bei hohem Glanz. Schließlich konnte man bezüglich der Haltbarkeit und des mechanischen Oberflächenschutzes enorme Fortschritte verbuchen. Zusammen mit der Weiterentwicklung der Druckköpfe, der Tinten, der Geräte und auch der Software wurden alle Hürden genommen. Die Sihl GmbH liefert mittlerweile Papiere und Folien für alle Anwendungen, beispielsweise für Dokumente, Präsentationen, Schilder, Poster, Plakate und Tapeten, um einige zu nennen. Darüber hinaus bietet die Sihl GmbH Materialien in der höchsten Qualitätsklasse für die rein fotografische Anwendung an. Hier ist mittlerweile eine Bildwiedergabe erreicht, die so vor Jahren nicht denkbar war und gegenüber der Silberhalogenid-Technik enorme Vorteile aufweist. Die klassische Silbersalzfotografie wird deshalb nach und nach durch Inkjet verdrängt. Die Sihl GmbH ist diesen Weg von Anfang an mitgegangen, hat höchste Qualitätsziele definiert und wird auch in Zukunft technologisch führend sein.

Aus Foto wird Fine Art

Fotografen, die sowohl analog als auch digital arbeiteten, nutzten häufig – wenn es um höchste Fotoanmutung ging – die Dienste professioneller Labore. Dazu wurden und werden die digitalen Daten (auch von gescannten Filmen) auf herkömmliches Fotopapier ausbelichtet und im standardisierten Chemieprozess entwickelt. Alternativ bot sich das Thermosublimationsverfahren an, welches mit entsprechenden Druckern auch Zuhause Ergebnisse bot, die zwar wie ein klassisches Foto aussahen, sich jedoch aufgrund der begrenzten Auflösung und der Kosten gegenüber der Inkjet-Technik nicht durchsetzen konnte. Anfang der 90er Jahre kann man den Start zu einer Entwicklung legen, die heutzutage ein wichtiger Bestandteil von Dienstleistern ist und sich im Kunstmarkt nach so kurzer Zeit etablieren konnte. Die Rede ist vom so genannten digitalen Fine Art Print: Die Ausgabe von digitalen Farb- und Schwarzweiß-Bilddateien mit Hilfe von hochwertigen Druck-systemen auf speziell beschichtete Papiere. Der Fokus liegt hier besonders auf der Haltbarkeit, dem Farbraum und der Detail-wiedergabe. Mit der Einführung der Pigmenttinten Anfang des Jahrtausends konnten bezüglich des UV-Fadings sichtbare Erfolge erzeugt werden. Heutzutage sind die Einschränkungen des Farbraums zudem überwunden und auch manche Farbstofftinten bieten vergleichbare Haltbarkeiten. Ein weiteres Kriterium führte zu einer erstaunlichen, bis dato nicht gekannten Bandbreite an Bildwirkungen. Das enge Korsett der chemischen Fotoausbelichtung bezüglich der verfügbaren Oberflächen (meist glänzend, hochglänzend, seidenmatt) wurde durch die Inkjet-Technik gesprengt: Die Vielzahl der angebotenen Oberflächen und Grammaturen bietet für absolut jede Umsetzung die passende Lösung. Das alles zusammengenommen führt dazu, dass eine stetig steigende Zahl von Fotografen, Grafikern, Künstlern und Galeristen zum Tintenstrahldruck greift, wobei die Kombination aus Tinte und Druckmedium ausschlaggebend ist für die langfristige Stabilität des Ausdrucks.

Eine Klasse für sich

Sihl MASTERCLASS
Neben Oberfläche, Farbraum und all den technischen Bedingungen kommen mit der professionellen fotografischen Anwendung auch künstlerische Aspekte hinzu. Ob Landschafts-, Industrie-, Natur-, Akt-, oder Hochzeitsfotografie, es braucht Medien, die die Technik perfekt umsetzen und neben dem Basismaterial insbesondere durch die speziellen, haptischen Eigenschaften Anmutungen einbringen, die in der Bildumsetzung gestalterisch genutzt werden.

Für diese hohen Anforderungen entwickelte die Sihl GmbH die MASTERCLASS, eine herausragende Produktlinie für die stetig gestiegenen Ansprüche der Fotografen und Dienstleister. Diese Produktlinie – bestehend aus acht unterschiedlichen Druckmedien – setzt mit ihrer einzigartigen Beschichtung Qualitätsmaßstäbe. Vielseitigkeit ist Trumpf, und so ist eine Kollektion von Druckmedien mit besten Bild- und Veredelungsqualitäten und mit verlässlichen Resultaten entstanden. Dazu gliedert sich die Range in die vier Produktgruppen, die jeweils exakt auf die unterschiedlichen Anwendungen zugeschnitten sind:

  • Glossy
  • Silk & Satin
  • Black & White
  • Creative Art

Das High Gloss Photo Paper 330 (4841) bietet einen makellosen Glanz für scharfe und feinste Details mit exzellenter Auflösung. Der Star in dieser Produktgruppe ist das Metallic Pearl High Gloss Photo Paper 290 (4840). Dieses hochglänzende Fotopapier besitzt einen einmaligen, faszinierenden Perlmuttschimmer, der besonders im mittleren Tonwertbereich bis hin in die hellen, zarten Töne greift. Die Fotopapiere der SIHL MASTERCLASS Silk & Satin Familie sind unempfindlich gegenüber Fingerabdrücken und besitzen eine einzigartige und hochwertige, seidenglänzende Oberfläche. Sowohl das Lustre Photo Paper 300 (4844) als auch das doppelseitig bedruckbare Lustre Photo Paper Duo 330 (4845) erzielen mit ihrer mikroporösen Beschichtung Bestwerte in allen wichtigen Bereichen. Das Sihl Satin Baryta Paper 290 (4848) verbindet auf perfekte Weise die Haptik, die Authentizität und die Haltbarkeit traditioneller Baryt-Papiere mit modernster Technik. Tiefe, feinste Lichternuancierungen begeistern jeden Betrachter. Das schwere SIHL MASTERCLASS Matt Photo Canvas (4851) besitzt optimale Materialeigenschaften für beste Inkjetdrucke auf Leinen und eine lange Haltbarkeit. Es ist einseitig matt beschichtet und basiert auf einem besonders fein gewebten Polyester-Baumwoll-Material mit 2:1 Struktur. Das SIHL MASTERCLASS Smooth Matt Cotton Paper 320 (4852) bietet eine sehr homogene Oberfläche, während das SIHL MASTERCLASS Textured Matt Cotton Paper 320 (4853) leicht strukturiert ist. Beide SIHL MASTERCLASS Papiere bestehen aus säurefreiem Kunstdruckpapier und sind ideal geeignet für eine lange Haltbarkeit (je nach Tinte bis zu 200 Jahre) und optimale Archivierfähigkeit.

Die Materialien der MASTERCLASS sowie alle anderen Druckmedien der Sihl GmbH sind in Deutschland über die Sihl Direct GmbH (www.sihl-direct.de) verfügbar.

Sihl ist vom 16. bis 21. September 2014 auf der photokina in Köln: Halle 3, Stand D-41/D-49.

Änderungen vorbehalten.

Fotonachrichten 05 / 2014

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