4K - Den alles entscheidenden Moment festhalten

© Blende, Jonas Hühn, geothermal explosion | © Blende, Helmut Kober, Eiertanz
© Blende, Jonas Hühn, geothermal explosion | © Blende, Helmut Kober, Eiertanz
4K muss auch für Fotografen als Innovation verstanden werden, denn mit diesem Feature verpasst man nun wirklich keinen Moment mehr. Unter Fotografen gehen derzeit allerdings die Ansichten zu 4K noch auseinander – es wird kritisch diskutiert, ob 4K wirklich einen Mehrwert für Fotografen darstellt. Manche Fotografen vertreten die Auffassung, dass es mit 4K die Technik/Elektronik richten wird, wenn man die Umsetzung einer Bildidee wie beispielsweise in der Highspeed-Fotografie nicht hinbekommt. Andere Fotografen sagen, dass es nichts mit der Kunst in der Fotografie zu tun hat, wenn man ein 4K Video dreht und dann ein Standbild daraus ausschneidet. Andere Fotografen bezeichnen 4K als Features für unkreative Tastendrücker – 4K beraubt sie des Probierens und sich Schritt für Schritt an den Erfolg heranzutasten. Nach den kritischen Stimmen zu 4K gibt es aber auch jene Fotografen, die begeistert von 4K sind. Sie schätzen an 4K die Möglichkeiten sowie die Einfachheit und ergebnisorientierter als bisher fotografieren zu können. Mit 4K sei man nicht mehr zu früh oder zu spät dran, sondern hat den Moment der Momente eingefangen ob man nun den Aufschlag eines Rotweinglases auf einer Glasplatte in Einzelbildern aufzeigen möchte oder wie ein Geysir seine Wassermassen in die Luft befördert. 4K ermöglicht es, die Welt einzufrieren und den für sich entscheidenden Moment einzufangen. Der weitere Vorteil ist die Zeitersparnis. Kommen wir noch einmal zurück zum Rotweinglas. Ohne 4K sind gerne einmal zehn – wenn nicht noch mehr – Wiederholungen notwendig, bis man die Aufnahme wie gewünscht im Kasten hat. Selbst eine schnelle Serienbildfunktion lässt einen den entscheidenden Moment oftmals verpassen. Einher mit den Wiederholungen geht nicht nur eine Materialvernichtung (Glas), sondern den Aufbau immer von neuem zu starten. Dazu gehört natürlich auch die Reinigung der Glasplatte – das verschlingt Zeit. Man kann also auch sagen, dass 4K einem Zeit schenkt. Aber nicht nur wenn man sich der Highspeedfotografie zuwendet, sondern auch der aktionsgeladenen Naturfotografie. Jeder der schon einmal versucht hat, einen Geysir in Aktion zu fotografieren wird uns hier Recht geben. Da wartet und wartet man – hat die Kamera auf dem Stativ ausgerichtet, die Serienbildfunktion ist aktiviert und wenn man denkt, dass die Wassermassen in die Luft befördert werden drück man den Auslöser. Ruckzuck hat man zwar etliche Aufnahmen im Kasten – die entscheidende fehlt. Das bedeutet, auf die nächsten Aktivitäten des Geysirs zu warten und es von neuem zu versuchen.

© Blende, Martin Auner, Drops and Waves | © Blende, Hagen Sieling, Anflug oder Hunger
© Blende, Martin Auner, Drops and Waves | © Blende, Hagen Sieling, Anflug oder Hunger
Wir fragen uns, warum sind einige Fotografen 4K gegenüber so negativ eingestellt? Liegt es am Thema Video oder weil 4K unser Handeln als Fotograf verändert? Vorneweg: Wir sind begeisterte Anhänger von 4K was sicherlich auch daran liegt, dass wir diese Funktion schon selbst ausprobiert haben.

Ist heute von 4K die Rede, so meist im Zusammenhang mit Video. Ein Fehler, denn da die Auflösung das Vierfache des derzeit weit verbreiteten FullHD-Standards beträgt, können die Videos auch für die Fotografie genutzt werden. Ein Video ist ja letztlich nichts anderes als die Aneinanderreihung von Einzelbildern. Warum würde man überhaupt Einzelbilder aus einem Video extrahieren wollen, statt sie selbst direkt zu fotografieren? Wir haben oben zwei Beispiel aufgeführt, in welchen Situationen 4K für Fotografen eine tolle Innovation ist. Da Einzelbilder bei 4K eine Auflösung von 8 Megapixeln erreichen, lassen sie sich mit einer guten Druckauflösung von 300 dpi sogar bis auf DIN A4 ausgeben und damit sogar problemlos in den meisten Fotobüchern verwenden.

Fotografieren in der Praxis 03 / 2016

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5 Kommentare

Hab neulich einen Vortrag zu 4K gehört, war vorher auch skeptisch. Sehe 4K seitdem als Bereicherung und halte es für weitaus sinniger als die Kamerafilter

von Tobi
26. April 2016, 09:07:11 Uhr

Die Nachfrage regelt den Markt,schon immer.Die Entwicklung darf, und sollte nicht ruhen.Stillstand ist Untergang.Aber der Weg ist frei,man muß ja nichts mitmachen,man kann selbst entscheiden, was man will.Wollte nie ins Digitale wechseln,2005 durch Zufall eine Digitalkamera bekommen, so nebenbei,heute voll begeistert. Hatte, aber keine Ahnung vom Computer.Ich werde den preiswerten 4 k Beamer,wohl nicht mehr erleben,wird aber die Zukunft bringen.MfG.Josef joggi.

von Schell josef
24. März 2016, 23:02:10 Uhr

Die Meinung von Oliver teile ich so nicht. Sicherlich ist vieles einfacher geworden als zu Zeiten der Analogfotografie, doch eines nimmt einem die ganze Technik nicht ab: Den Blick fürs Motiv und dieses nach allen Regeln der Kunst in Szene zu setzen. Wenn Standort, Perspektive und und gewählte Brennweite nicht zueinander passen, hilft auch kein späterer Beschnitt am PC. Nicht ernst nehmen kann ich allerdings die Smartphone-Fotografie, die den Markt für "normale" Kompaktkameras gehörig unter Druck setzt. Gerade eben habe ich wieder einmal ein Smartphone gewonnen und musste dieses für Computerbild testen, natürlich auch die Fotofunktionen. Ein einziger Krampf! Festbrennweite von umgerechnet auf KB 28 mm, keine Einflussnahme möglich auf Blende und Verschlusszeit, kein Sucher, unmögliches Handling. So stelle ich mit die Zukunft der Fotografie auch nicht vor. Aber 4K mit seinen Möglichkeiten ist schon faszinierend.

von Karl Goldhamer
24. März 2016, 08:38:32 Uhr

Da muss ich dem Oliver absolut Recht geben. Eigentlich müsste es einen anderen Namen geben, für Bilderherstellung am Computer. Fotografieren dürfte es jedenfalls nicht heißen. Da wird der Name ad absurdum geführt. Gruß Lutz

von Lutz Klapp
23. März 2016, 16:01:03 Uhr

Fotografieren hat schon lange nichts mehr mit fotografieren zu tun. Bei den Kameras wird mehr Wert auf Apps. und Software gelegt als wie auf Optik z.B. bei welchem Objektiv kann man denn heute den Schärfebereich laut Skala mehr oder weniger weit vor und zurück verschieben. Auf Mikroprismen und Schnittbild wird schon lange verzichtet, dafür hat man 128 Kreuzsensoren die man per Menü auswählen kann. Über Bildaufbau macht sich schon lange keiner mehr Gedanken, wird am PC beschnitten. Überhaupt erstmal auslösen dann nachbearbeiten und sehen was aus den Bildern geworden ist. Ich arbeite in der IT Beschäftigte mich seit min. 30 Jahren mit Computer, also bestimmt kein Gegner, aber das was der markt gerade erlebt ist der Untergang der Fotografie. Gruß Oli

von Oliver
23. März 2016, 12:09:16 Uhr

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