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Aquarium Fotografie - Die Welt der Fische

Ob Süß- oder Salzwasseraquarien, beide verstehen zu begeistern und ziehen die Blicke magisch an. Da verwundert es nicht, dass viele Menschen so manche Stunde vor ihrem Aquarium verbringen und auch der Besuch um das bunte Treiben nicht herum kommt. Ja und auch, wenn man das Aquarium sein Eigen nennen darf, so ist es für viele Menschen eine Herzensangelegenheit, zur Kamera zu greifen, um die Farbenpracht im Bild festzuhalten.

Für Aquariumaufnahmen ist jede Kamera, ob Kompakt, System oder Spiegelreflex, geeignet. Den größten fotografischen Spielraum gewähren die beiden letztgenannten. Doch bevor mit dem Fotografieren begonnen werden kann, heißt es, die Scheiben zu putzen und dafür Sorge zu tragen, dass sich nicht so viele Schwebeteilchen im Wasser befinden.

Die größte Herausforderung für den Fotografen besteht darin, Spiegelungen durch das Aquariumglas zu eliminieren. Hier gibt es für ihn drei Herangehensweisen. Sofern die Kamera über ein Filtergewinde verfügt, kann der Polfilter zum Einsatz kommen. Dieses schluckt die von der Glasscheibe abgelenkten Lichtwellen, in dem es nur eine bestimmte Polarisation durchlässt: Spiegelungen können ausgeschlossen werden, das Bild wird klarer, Kontraste und Kanten treten deutlicher hervor. Die Kamera sollte dabei nicht senkrecht zur Scheibe zeigen, sondern in einem Winkel von etwa 30 bis 40 Grad, dann arbeitet das Filter am besten. Es gibt zwei Arten von Polarisationsfiltern: „lineare“ und „zirkulare“. Der Hauptunterschied ist, dass beim zirkularen Polarisationsfilter keine Schwingungsrichtung des Lichts bevorzugt wird, was überaus wichtige Auswirkungen in der Praxis hat. Vor allem moderne Kameras können falsche Belichtungswerte liefern, wenn lineare Polarisationsfilter verwendet werden, mitunter arbeitet der Autofokus auch nicht mehr korrekt. In der Fotografie haben sich deshalb vor allem die zirkularen Filter durchgesetzt. Die zweite Option, Spiegelungen zu verhindern, ist, alle Lichter im Raum zu löschen oder mit einem Tuch über Kamera und Aquarium zu arbeiten. Um Reflexionen auszuschließen kommt eine schwarze Pappe mit einem Loch für das Objektiv zum Einsatz. Eine weitere Möglichkeit, aber nicht die optimalste, um Spiegelungen zu verhindern, ist, das Objektiv auf das Aquariumglas aufzusetzen.

Auf den Blitz sollte nach Möglichkeit verzichtet werden, denn einige Fische können dadurch – wie in der Literatur zu lesen ist – einen lebensbedrohlichen Schock erleiden. Kommt der Blitz dennoch zum Einsatz, so ist darauf zu achten, dass parallel zur Scheibe fotografiert wird. Ein Aufsteckblitz liefert wesentlich bessere Bildergebnisse als der kamerainterne, der sich oftmals zu nah am Objektiv befindet, wodurch die Fischaugen oftmals silbern in der Aufnahme erscheinen.

Auf den Weißabgleich ist wegen der Leuchtstoffröhren zu achten und die Belichtungszeit sollte nicht zu lang gewählt werden, da sich Farbstiche dadurch verstärken können. Zudem bewegen sich Fische mitunter sehr schnell, weswegen kurze Belichtungszeiten ein Muss sind und die Belichtungszeit bei 1/60 sec liegen sollte. Die Vollautomatik einer Kamera ist in der Aquariumfotografie nicht immer zu empfehlen. Als wesentlich sinnvoller kann die Belichtungsautomatik angesehen werden – bei den meisten Kameras, speziell Spiegelreflex, ist das die Funktion „A“. Die Film- beziehungsweise Sensorempfindlichkeit sollte nicht zu hoch gewählt und maximal bei ISO 400 liegen, da ansonsten in der Digitalfotografie das Rauschen sich in der Aufnahme zu stark bemerkbar machen kann.

Fotografieren in der Praxis 03 / 2010

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