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Auch Kameras frieren

Handschuhe? Natürlich dabei. Ein zweites Paar Socken? Keine Frage! Mütze, Schal, dicke Jacke – wer im Winter nach draußen geht, sorgt besser vor. Und dann noch schnell die Kamera umgehängt und los geht’s zum Schnee-Spaziergang. Pech dann nur, wenn der Sonntagswanderer ein tolles Motiv sieht und die Kamera inzwischen – der Kälte sei Dank – mittlerweile den Dienst quittiert hat.

Eine unterkühlte Kamera trägt in der Regel zum Glück keine bleibenden Schäden davon. Aber ärgerlich ist es allemal, wenn die Kamera gerade dann nicht auslöst, wenn sich die schönsten Motive geradezu aufdrängen. Und manche Motive lassen sich auch nicht mehr wiederholen. Kleine Kinder im Schnee können beim nächsten Schneefall auch schon mal ein Jahr älter geworden sein.

Das empfindlichste Teil einer Kamera in Bezug auf Kälte ist die Batterie beziehungsweise der Akku. Bei tiefen Temperaturen lässt dessen Leistung nach und schon bald steht nicht mehr ausreichend Strom für Belichtungsmesser, Autofokus und natürlich Datenspeicherung zur Verfügung. Es empfiehlt sich deshalb immer, mindestens einen Ersatzakku dabeizuhaben. Und der sollte nicht in der kleinen Außentasche des Rucksacks aufbewahrt werden, sondern unter möglichst vielen Schichten Kleidung vor Wind und Kälte geschützt sein.

Gleiches gilt dann natürlich auch für die Blitzakkus. Ein Blitz in einer Winterlandschaft hilft, die im Vergleich zum gleißend hellen Schnee dunklen Gesichter aufzuhellen. Dafür genügt ein relativ schwacher Blitz, der unter diesen Umständen erfreulich wenig Energie benötigt. Die meisten Aufsteckblitze bieten die Möglichkeit, ihre Leistung entsprechend zu drosseln.

Während die Kälte der Kamera selbst wenig anhaben kann, sieht das mit Schnee und Feuchtigkeit schon ganz anders aus. Dringt erst einmal Feuchtigkeit in ein Objektiv ein, ist das oft ein Fall für den Service, und die Elektronik der Kamera reagiert auf Nässe ohnehin empfindlich. Schutz tut also Not, wenn es schneit. Kamerataschen sind meist aus wasserabweisendem Material und können so auch kurzfristig im Schnee abgestellt werden. Wer die Kamera trotz Schneetreibens schussbereit tragen möchte, dem leistet eine Bereitschaftstasche wertvolle Dienste.

Oft vergessen wird ein alltäglicher Schutz, der mit jedem Objektiv mitgeliefert wird: der Objektivdeckel. Denn, wenn sich lauter Schneeflocken auf der Frontlinse gesammelt haben, müssen sie weggewischt werden, das erzeugt Wischspuren und überhaupt ist es nicht einfach, eine feuchte Frontlinse wieder zu trocknen. Ein Objektivdeckel bietet entsprechenden Schutz. Auch ein UV-Filter vor dem Objektiv schützt es nachhaltig.

Bliebe dann noch der Wunsch nach blauem Himmel vor weißem Schnee. Ein Polarisationsfilter, kurz auch Polfilter genannt, ist dabei das Mittel der Wahl. Zu beachten ist, dass blauer Himmel auch den Schnee blau erscheinen lässt. Wer im Kamera-RAW-Format fotografiert braucht zwar vielleicht die eine oder andere Speicherkarte mehr, kann dann aber zu Hause in aller Ruhe die richtige Farbabstimmung aussuchen.

Fotografieren in der Praxis 02 / 2010

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