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Der Mond ist aufgegangen ...

Der Mond, lateinisch Luna, ist der einzige natürliche Satellit der Erde. Aufgrund seiner verhältnismäßigen Nähe und seiner Größe sowie seiner Veränderungen im Monatsverlauf ist er für Fotografen von besonderem Interesse und ein überaus beliebtes Motiv. Überzeugende Aufnahmen vom Mond gelingen nur bei kristallklarem Himmel. Schon bei kleinsten Wolkenschleiern bildet sich um den Mond ein Lichthof. Dieser nimmt die Brillanz und lässt das Bild verschwimmen, da die Dunstschichten vom Mond von hinten beleuchtet werden und das Licht diffus streuen.

Wegen seiner Helligkeit, klaren Form, aber auch wegen seiner scharfen Begrenzung ist der Mond als Einstiegsmotiv in die Astrofotografie bestens geeignet. Eine Profifotoausrüstung ist nicht notwendig, denn der Mond ist für alle Brennweiten und Kameras ein sehr dankbares Motiv. Bereits mit mittleren Brennweiten erkennt man deutlich die Mondmeere und größere Krater.

Wer sich der Mondfotografie hingibt, der benötigt ein stabiles Stativ. Bereits kleinste Erschütterungen lassen Aufnahmen hoffnungslos verwackeln. Um den Kontrast der Mondfläche zu steigern, empfiehlt sich das Arbeiten mit einer Taukappe beziehungsweise einer Gegenlichtblende. Gerade Einsteiger sollten den Vollmond als Übungsobjekt wählen. Im Gegensatz zu anderen Mondphasen ist dieser gleichmäßig beleuchtet. Mögliche Fehler in der Aufnahmetechnik können dann schneller ausgemacht werden.

Kontrastreiche Aufnahmen vom Mond, der mit einer großen Helligkeit aufwartet, setzen bei Digitalkameras die Wahl einer geringen ISO-Zahl voraus. Hinzu kommt, dass bei niedrigen ISO-Zahlen eventuelles Bildrauschen minimiert wird. Wird mit Film gearbeitet, so sollte aufgrund des feineren Korns die Wahl auf Filme mit ISO 50 bis 100 fallen.

Da der Mond von der Sonne angestrahlt wird, sind Aufnahmen von ihm im Prinzip Tageslichtaufnahmen. Die Kameraeinstellungen ähneln jenen der Alltagsfotografie. Belichtungsreihen sind ratsam, da die Mondhelligkeit, neben der Phase, auch von der Klarheit der Atmosphäre und seiner Höhe über dem Horizont abhängt. Überzeugende Vollmond-Aufnahmen mit einem Teleobjektiv gelingen in der Regel bei Blende 10, ISO 100 sowie einer Belichtung von 1/350 Sekunde. Beim Halbmond verlängert sich diese Zeit auf 1/125 bis 1/180 Sekunde und für die schmale Sichel benötigt man etwa 1/60 Sekunde. Je feiner die Details abgebildet werden sollen, desto knapper muss die Belichtung gewählt werden. Bei zu langer Belichtung werden die Feinstrukturen des Mondes überstrahlt. Grund hierfür ist, dass jedes Objekt aus unzähligen kleinen Lichtpunkten zusammengesetzt ist. Je länger belichtet wird, desto größer wird der Lichthof um eine Lichtquelle. Dies führt zur gegenseitigen Überstrahlung von Details bei Überbelichtung.

Überaus beliebt ist in der Mondfotografie der Einsatz von Filtern. Diese reduzieren die einfallende Lichtmenge und erhöhen den Kontrast auf der Mondfläche. Das Neutralgraufilter, auch Mondfilter genannt, reduziert die einfallende Lichtmenge, ohne die Farben zu verfälschen. Der Einsatz eines solchen Filters kommt also einem starken Abblenden eines Kameraobjektivs gleich. Solche Filter dämpfen das Licht sehr stark, da sie auch für die Mondbeobachtung konzipiert sind. Die Belichtungszeit verlängert sich deshalb erheblich. Man gelangt also relativ schnell in den Bereich um 1/60 Sekunde Belichtungszeit, bei der die Unterdrückung von Seeing (Luftunruhe) -Unschärfen nicht garantiert ist.

Fotografieren in der Praxis 12 / 2010

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