Drohnenfotografie - Was darf‘s denn sein?

Octocopter
Immer mehr Verbraucher erkennen für sich den Reiz der fliegenden Kameras. Die große Begeisterung ist nachvollziehbar und liegt sicherlich nur zu einem sehr geringen Bruchteil darin begründet, seine Nachbarn ausspähen zu wollen. Dies sollte man übrigens tunlichst unterlassen. Warum der Run auf Fotodrohnen aktuell so groß ist, liegt auf der Hand und ist unter anderem auch in den Möglichkeiten aktueller Aufnahmesysteme mitbegründet, denn sie liefern schlichtweg die Grundlage. Ein weiteres Argument ist mit der Vogelperspektive die andere Sicht auf die Dinge. Hinzu kommt, dass wir mit Fotodrohnen in Gebiete, wie Gletscherspalten, Innenräume, Felsspalten, gelangen, die unserem Auge sonst verborgen sind beziehungsweise die nur mit entsprechendem Aufwand erkundet werden könnten. Fotodrohnen ermöglichen zudem per Follow-me-Funktion hautnahe Aufnahmen und Videos von Personen wie Snowboardern, Mountainbiker, oder beispielsweise Wasserskifahrern, die wir sonst nie erhalten würden.

Beim Einsatz von Fotodrohnen dürfen wir natürlich nicht nur an den privaten Bereich denken. So setzen immer mehr Makler Fotodrohnen ein, um an Luftbilder von Objekten zu gelangen, die vermietet werden sollen oder zum Verkauf stehen. Ein weiteres Einsatzgebiet von Fotodrohnen ist beispielsweise die land- und forstwirtschaftliche Inspektion von Flächen. Zu guter Letzt dürfen Überwachung und Denkmalpflege nicht unerwähnt bleiben. Denken wir bei letztgenannten beispielsweise an unsere Kirchen und die Kontrolle ihrer Fassaden. Das erfolgt heute in verstärktem Maße durch Fotodrohnen. Die Einsatzmöglichkeiten von Fotodrohnen sind schier unerschöpflich und dies erklärt, warum die Nachfrage so groß ist. Dass sich um dieses Fotogenre ein ganz neuer Zubehörmarkt entwickelt, erklärt sich von selbst.

Mit der steigenden Nachfrage nach Fotodrohnen wächst die Zahl ihrer Anbieter, aber auch die der Modelle. Preislich gesehen gibt es nach oben sozusagen keine Grenzen. Nach unseren Recherchen liegt die teuerste Fotodrohne bei über 40.000 Euro. Natürlich kann man es auch wesentlich preiswerter haben. So gibt es immer mehr Bausätze für Fotodrohnen und Einsteigermodelle für Hobbyisten ab 300 Euro. Je nach Anbieter und Preis ist sogar eine kleine Kamera enthalten. Entscheidet man sich für ein Modell ohne Kamera, so ist auf die Traglast zu achten. Die preiswerten Drohnen können mit Action- und Kompaktkameras und – je nach Gewicht mit – kompakten Systemkameras bestückt werden. Spiegelreflexkameras sind für diese Drohnen zu schwer. In der Regel verfügen die preiswerten Drohnen über keine stabilisierende Kamerahaltung, die die fliegenden Bewegungen ausgleichen. Dies hat zur Folge, dass die Videoaufnahmen oftmals sehr wacklig wirken. Die Flugzeiten liegen bei rund 15 Minuten und die Flughöhe bei zirka 50 Meter – das hängt natürlich vom Modell ab.

Ist man bereit, mehr als 500 Euro zu investieren, so bekommt man natürlich auch mehr für sein Geld wie GPS, Höhenkontrolle oder einen integrierten Kompass und Funksender. Die Kosten für die Kamera kommen natürlich noch hinzu. Beim Kauf ist auf die Traglast und Kamerahalterung ebenso zu achten, wie auf die Flughöhe und Flugzeit. Auch, wenn diese Drohnen teurer sind, so ist es von Vorteil, wenn sie mit zwei oder drei Motoren ausgestattet sind, die die Flugbewegungen des Copters ausgleichen können. Dies garantiert dem Anwender schlichtweg ein stabiles Videobild. Ein AV-Sender bringt den Genuss von Live-Bildern der Kamera an die Bodenstation. Man hat so die Möglichkeit, während des Flugs zu sehen, was die Kamera gerade anzeigt und kann die Aufnahmen steuern, um die gewünschten Ergebnisse zu erzielen. Als Anwender sollte man auch immer im Blick haben, wie sich der Ausfall eines Propellers auswirken würde. Bei einem Quadrocopter führt der Ausfall von einem Propeller zum Absturz des Systems, was natürlich zur Folge haben kann, dass die Kamera geschrottet wird. Wer auf der sicheren Seite sein möchte, der sollte sich für einen Hexacopter oder Oktocopter entscheiden, die ohne Absturz einen Propellerausfall verschmerzen können. Je nachdem, welche Ausstattung gewünscht ist, liegt man beim Basismodell bei Euro 1.500 bis Euro 2.500 zuzüglich Zubehörs. Die Gesamtkosten für eine Fotodrohne können mit Zubehör schnell bei Euro 7.500 und mehr liegen.

Die größte Auswahl an Basisdrohnen gibt es ab Euro 5.000 aufwärts und zwar bis Euro 40.000 und mehr. Diese Drohnen können – je nach Modell – nicht nur wesentlich länger fliegen, sondern erreichen Flughöhen von bis zu 4.000 Meter. Als Privatperson kann man diese übrigens gar nicht nutzen. Generell darf der Flug nur innerhalb der Sichtweite der steuernden Person erfolgen und die liegt auf freier Fläche bei einer Entfernung von 200 bis 300 Meter. Da die Bestimmungen in den Bundesländern nicht einheitlich sind, sollte man sich vorher erkundigen.

Wenn man mit der Anschaffung einer Fotodrohne liebäugelt, so empfehlen Insider ein Basismodell, das entsprechend der eigenen Bedürfnisse um Zubehör ergänzt wird. Auf diese Weise, so ist in den Foren zu lesen, lässt sich Geld sparen. Als Anfänger steht man jedoch vor dem Problem, dass man beim Einstieg in dieses Thema gar nicht weiß, was man wirklich braucht. Möglicherweise bietet sich im ersten Schritt die Anschaffung eines preiswerten Modells an, um für sich in Erfahrung zu bringen, welchen Stellenwert die Drohnenfotografie künftig für einen einnehmen wird.

Fotografieren in der Praxis 07 / 2013

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3 Kommentare

Hallo Joe, wir haben leider keine Erfahrungswerte und können dementsprechend leider keine Empfehlung aussprechen. Prophoto-Team

von Prophoto-Team
26. Mai 2014, 07:22:54 Uhr

Ich suche eine solide Drohne, die tolle Fotos und Videos macht und bin auf die Phantom 2 in diesem Unboxing gestoßen. http://techviews.de/dji-phantom-2-vision-plus-im-unboxing-teil-110/ kann man diese Drohne wirklich empfehlen, habt ihr Erfahrungswerte oder gibt es in diesem Segment bessere? vg Joe

von Joe
23. Mai 2014, 13:13:04 Uhr

Jetzt berichtet bitte auch noch über das Wissen das man sich aneignen muss um alles einzurichten und zu verstehen. Wie viele Extras hinzukommen - Sprich: Fernbedienung, Akkus, Ladegeräte, Ersatzteile wie Ausleger und Propeller, Ersatzmotoren, ESCs. Dann müsst ihr ca. nochmal die Hälfte des Anschaffungswertes nochmals drauflegen, Anschließend wie viele Stunden über Wochen und Monate man verteilt üben muss - außer man schnallt die Kamera direkt dran und zerhaut sie gleich mal. Das gilt im übrigen genauso für 300 € Bausätze, wie für 5000 € Komplettsysteme. Alle System muss man verstehen um sie benutzen zu können. Bis man sie richtig benutzen kann vergeht viel Zeit, Arbeit, Geld und Schweiß.

von patryk
29. Juli 2013, 17:15:15 Uhr

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